Aktiv trotz Asthma

GSK-10 Stunden-Skimarathon: "Ich hab´s geschafft!"

Dennis Wieneke war einer von 130 Teilnehmern beim GSK-Skimarathon. Er hat seine Eindrücke auf ein Tonband gesprochen. Hier sein Bericht.

Dennis Wieneke



Hallo, mein Name ist Dennis Wieneke und ich bin 13 ½ Jahre alt. Da ich an Asthma bronchiale erkrankt bin und die Krankheit bei mir zu Hause nicht richtig in den Griff zu bekommen war, lebe ich seit dem 06. November im CJD Asthmazentrum Berchtesgaden. Inzwischen geht es mir schon viel besser und ich habe wieder gute Chancen, die Schule zu schaffen. Durch meine Erkrankung konnte ich bislang kaum Sport machen. Das hat sich nun geändert.

Am 06. Februar möchte ich etwas ganz besonderes schaffen. Unser Asthmazentrum veranstaltet den großen GSK-10 Stunden-Skimarathon. Ich bin total happy, dabei zu sein.

Tagesbericht:

06.15 Uhr
Ich bin noch ganz müde. Vor Aufregung habe ich auch nicht so gut geschlafen. Nun muss ich gut Frühstücken und mich für den Tag stärken - es gibt Toast mit Marmelade. Ganz wichtig: ich muss mich warm anziehen, denn das Wetter wird heute wieder kalt werden und es schneit schon. Bevor ich gleich zum Bus gehe darf ich meine Therapie nicht vergessen. So, nun, habe ich mein Asthma-Medikament inhaliert und ich bin schon sehr gespannt ob ich durchhalte.

07.30 Uhr
Ich habe vor dem Start mitgeholfen die Musikanlage aufzubauen. Ich staune, wie viel bereits vor so einem großen Rennen zu tun ist. Eben wurde ich von meinem Erzieher noch einmal kontrolliert, ob ich mein Notfallspray dabei habe. Na klar. Nun stehe ich schon mit meinen Skiern am Obersalzberg Lift. Hier werden wir gleich starten. Ich kriege noch meine Startnummer und dann wird die Piste um 8.00 Uhr freigegeben. Wie ich gerade erfahre, habe ich die Nummer 29. Hoffentlich bringt sie mir Glück.

8.30 Uhr
Hallo, hier ist wieder Dennis. Die erste Stunde ist schon vorbei. Das ging ganz schnell. Wir haben hier an der Piste eine Disco aufgebaut und es gibt tolle Musik. Leider schneit es immer noch heftig. Aber wenn ich mal eine Pause brauche, dann kann ich in unser Drive-In-Zelt fahren. Dort gibt es heiße Getränke und lecker Waffeln.

10.15 Uhr
Die Piste ist prima. Ich bin schon 11 Mal gefahren. Gerade ist unsere Schirmherrin gekommen, die Weltklasseschwimmerin Sandra Völker. Wie ich gehört habe, hat sie auch Asthma. Sie hat uns viel Mut für den Marathon gemacht und war am Mikrofon ganz nett. Sie will uns heute begleiten, aber nur am Mikrofon. Schade, dass sie nicht mitfährt. Ich mach jetzt erst mal eine kurze Pause.

11.30 Uhr
Die Stimmung auf dem Hang ist viel besser als das Wetter. Es schneit aber nicht mehr ganz so stark. Heute Vormittag hatten wir noch unser Schulskirennen. Wir mussten Slalom fahren. Beinahe hätte es mich hier geschmissen. Ich konnte mich aber ins Ziel retten. Ich bin schon etwas kaputt, aber nur in den Beinen. Puste habe ich noch genug. Jetzt ist erstmal Mittagessen. Es gibt Spaghetti, lecker. Meine Handschuhe sind etwas nass. Nach dem Essen geht es um 12.00 Uhr für mich weiter. Ich hoffe, wir schaffen unser Ziel und erreichen Turin. Das wäre echt cool und sicher auch Olympiareif. Ich bin schon neun Kilometer gefahren, also 18 Mal den Hang runter. Wenn der Lift schneller wäre, hätte ich noch mehr geschafft.

15.00 Uhr
Gleich beginnt das Highspeedrennen, da wird die persönliche Geschwindigkeit gemessen. Ich bin schon auf meine Zeit gespannt.

So, da bin ich wieder. Eben habe ich alles gegeben, voll Schuss runter. Ich bin 52 km/h schnell gewesen. Das kam mir viel schneller vor.
Insgesamt müssen wir noch über 2 ½ Stunden fahren. Leider hängen wir etwas zurück, wir müssen uns also noch einmal richtig anstrengen. Das hat Sandra Völker auch gesagt. Die hat es gut, da sie zum Flieger muss, konnte sie sich verabschieden. Sie hat uns noch alles Gute Gewünscht und will auf jeden Fall wieder zu uns kommen. Ich fühle mich etwas müde, aber meine Freunde nehmen mich jetzt wieder mit zum Lift.

17.00 Uhr
Noch eine Stunde. Es wird langsam dunkel, die Flutlichter wurden eingeschaltet und alle Teilnehmer müssen jetzt noch einmal alles geben. Bis Turin wird es sehr knapp, aber wir packen das noch.
Dass ich schon neun Stunden auf der Piste bin kann ich gar nicht glauben. Es macht aber richtig Spaß. Die letzte Stunde will ich auf jeden Fall mitfahren. Gut, dass man unten am Lift immer etwas anstehen muss, da kann man sich kurz erholen.

18.00 Uhr
Geschafft!! Eben hatten wir das große Finale. Einen riesige gemeinsame Abfahrt und wir sind am Ziel. Und ich bin total ausgepowert. Jetzt will ich nur noch aus meinen Skischuhen!
Heute Abend gibt es für alle noch ein großes Hamburgeressen.
Ach ja, wir sind angekommen in Turin! Es war verdammt knapp, aber wir haben den GSK Skimarathon geschafft. Und ich finde, alle 130 Kinder sind irgendwie Olympiasieger. Ich bin auf Platz 47 gelandet und habe 20 Kilometer mit 40 Abfahrten zurückgelegt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das schaffe!

Euer Dennis



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Samstag, 31. Juli 2010

Medizinischer Beirat - Ihr Experte Herr Dr. Michael Barczok


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