Wir sind morgens pünktlich um neun Uhr gestartet und haben noch eine kleine Übungsfahrt wieder zurück in Richtung Gailberg gemacht. Da der Plöckenpass direkt vor uns lag, wollten unsere Begleiter, dass wir unsere Muskeln gut aufwärmen. Also sind wir noch einmal zwei km zurückgeradelt und dann mit Schwung in den Pass gefahren.
Wir haben die 14 Kilometer lange Auffahrt in drei Etappen unterteilt, zwischen denen wir jeweils eine kurze Pause gemacht haben. Die ersten beiden waren kein Problem für mich. Die dritte Strecke war jedoch eine reine Schotterstraße, auf der ich mich deutlich schwerer getan habe, nicht ins Schleudern zu kommen. Die anderen haben das letzte Teilstück in ca. zehn Minuten geschafft, ich habe knapp eine viertel Stunde gebraucht. Aber dann war auch ich an der Spitze angekommen. Das war ein Wahnsinns-Gefühl! Einige Mädchen und Jungen haben von der Grenze aus zum ersten Mal in ihrem Leben Italien gesehen. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann wieder bergab.
Die Strecke nach Tolmezzo war anschließend ein Kinderspiel. Die Straße war super ausgebaut und es ging immer geradeaus. Kurz vor dem Ziel hatten wir jedoch noch einen Unfall. Da blieb uns für einen Moment wirklich vor Schreck das Herz stehen: Wir waren gerade mit einer Geschwindigkeit von ca. 40-50 km/h unterwegs, als sich ein Freund plötzlich verbremste. Der Vorderreifen blockierte und das Rad überschlug sich und er flog über den Lenker – und das Mitten in einer Kreuzung! Zum Glück ist ihm nichts Ernstes passiert. Auch das Rad war noch ganz. Er hatte jedoch einen kleinen Schock. Wir haben deshalb ein paar Minuten Pause gemacht und sind dann wieder aufgestiegen, um die letzten Kilometer nach Tolmezzo zu fahren.
Obwohl die Tour jedem eine Menge Spaß macht, waren wir heute froh, endlich in unserem Zeltlager angekommen zu sein. Also machten wir uns gleich daran, unsere Zelte aufzubauen und wurden sofort vom Regen überrascht. Jetzt sitzen wir herum und warten, dass sie wieder trocken werden. Gesundheitlich ging es mir die letzten Tage wirklich super. Ich habe meine normalen Medikamente regelmäßig genommen und das hat vollkommen genügt! Die letzten Tage waren wirklich megageil, trotzdem kann ich es kaum erwarten, endlich in Venedig anzukommen.“
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