Aktiv trotz Asthma

Transalpin-Asthma-Tour: Tourtagebuch von Conny Rhode - Meine kleine Geschichte einer großen Tour

„Megageil!“ Das dachte ich mir als erstes, als ich von der Fahrrad-Tour nach Venedig gehört habe. Mit einer Gruppe von 15 asthmakranken Jugendlichen per Bike von Berchtesgaden über die Alpen fast 400 km bis nach Venedig! Allein die Idee ist schon heller Wahnsinn! Und genau deshalb hab ich sofort zugesagt!

Venedig


Von Mai bis Juli machten wir Übungstouren überall im Berchtesgadener Land, zwischen 40 km und 65 km lang. Die Hügellandschaft rund um meine Heimatstadt Dresden war dafür wie geschaffen. Und nach vier Touren zwischen 50 km und 70 km war ich fit für die Alpen!

Mit dem Bergabfahren hatte ich immer meine Schwierigkeiten (weil ich mich selbst nicht so gut unter Kontrolle hab) und ausgerechnet darauf kam es auf den ersten 8 km der Tour an. Aber es lief bei mir weit besser als bei manch anderen. Wir fuhren die erste Etappe fast alle nonstop durch und kamen so gegen vier auf dem Campingplatz bei Lofer an.
Am zweiten Tag fuhren wir am Zeller See vorbei bis zu dem kleinen Örtchen Bruck. Von dort aus ging es weiter über die Großglocknerstraße auf 2575 Meter Höhe bis nach Heiligenblut. Das Panorama da oben war wunderschön! Die schroffen oder grün bedeckten Berge, die vielarmigen Wasserfälle, die die Hänge hinunterstürzten, die kleinen Bergseen und diese riesige Gletscherzunge am höchsten Punkt der Straße!
Die dritte Etappe führte uns von Heiligenblut über den Iselsbergpass nach Lienz. Fahrtag Nummer vier sah die Strecke Lienz - Oberdrauburg - Gailbergsattel - Kötschach vor. Von der Jugendherberge in Kötschach aus erspähten wir bereits den bevorstehenden Plöckenpass – und wir sahen mit Respekt an ihm hoch. Die 700 Meter Höhenunterschied waren auf drei große Steigungen mit vielen Serpentinen von insgesamt 6 km Länge verteilt. Aber auch ich kam oben am Windrad in 1360 Metern Höhe an. Und nun sah ich zum ersten Mal in meinem Leben Italien!
Die sechste Etappe führte uns auf völlig ebenen Straßen in einem Flusstal durch kleine italienische Dörfer. So ging es bis zur Jugendherberge in San Vito dahin. Dann die letzte Etappe: Es war angenehm, durch das Grün von Wiesen, die kräftigen Farben von Feldern und die kleinen Städte in Küstennähe zu fahren. Die mit 85 km längste Etappe war insgesamt sehr schön zu meistern.

Unser 4-Sterne-Campingplatz lag fast am Ende der großen Landzunge zwischen Jesolo und Venedig. Leider konnten wir nicht gleich nach Venedig, wo am 4. September die berühmte Regatta Storica mit historischen venezianischen Booten stattfinden würde. Aber dafür konnten wir bis abends am Strand schwimmen und später die Spielhalle unsicher machen.
Am nächsten Vormittag setzten wir mit der Fähre über nach Venedig! Es war gut, dass ich während der ganzen Fahrrad-Tour einen Stadtführer von Venedig inklusive Stadtplan praktisch auswendig gelernt habe, denn sich in Venedig zu orientieren ist wirklich verdammt schwer. Wir teilten uns in Dreiergruppen auf. Zuerst gingen wir zur Piazza San Marco (Markusplatz) und dann auch gleich weiter Richtung Ponte di Accademia (Akademikerbrücke). Die engen Gassen überall sind einfach wunderschön! Überall feinste Geschäfte, Pizzerias, Modehäuser, Bäckereien! Ab und zu Brücken über kleine Kanäle und ein wunderbarer Ausblick von der Akademikerbrücke aus! Anschließend schlenderten wir weiter in Westrichtung durch Dorsoduro zum sehr großen typisch venezianisch umbauten Campo di San Margherita, von dem es heißt, dass dort fast keine Touristen hinkommen. Denn darum ging es mir auch: Die Seiten von Venedig kennen zu lernen, die nicht zu den großen Touristenzielen gehören. Dann kamen wir zur Rialtobrücke, der zweiten Brücke über den Canal Grande, einem architektonischem Meisterwerk! Dann ging es mit dem Schiff zurück zu unserer Anlegestelle Punta di Sabbioni.
Am nächsten Morgen hatten wir neben völliger Übermüdung alle eines gemeinsam: Wir waren von Mücken zerstochen wie ein Schweizer Käse! Trotzdem fuhren wir noch mal nach Venedig. Da bestiegen wir ein Boot, das uns auf die Glasmacherinsel Murano brachte. Eine Insel bei Venedig, auf der die großen Glasmacher der Stadt ihre Werkstätten haben.

Am dritten Tag hieß es die Heimreise antreten. Mit dem Zug fuhren wir über Villach nach Salzburg. Dort wurden wir von Fahrzeugen des Jugenddorfs abgeholt und am 7. September um 22.30 Uhr waren wir wieder dort, wo wir gestartet sind.

Hier geht es zu den älteren Tagebucheinträgen und zum Bildmaterial:

» Tag 1 (29.08.05)
» Tag 2 (30.08.05)
» Tag 3 (31.08.05)
» Tag 4 (01.09.05)
» Tag 5 (02.09.05)
» Tag 6 (03.09.05)
» Tag 7 (04.09.05)
» Tag 8 (05.09.05)
» Bildmaterial
» Pressemeldung zum Start der Transalpin-Asthma-Tour
» Pressemeldung zum Ende der Transalpin-Asthma-Tour
» Abschlussbericht

Alle Teilnehmer der Transalpin-Asthmateams sind Patienten des CJD-Asthmazentrums. Hier geht es zum Asthmazentrum.



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Samstag, 31. Juli 2010

Medizinischer Beirat - Ihr Experte Herr Dr. Michael Barczok


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