Nicht selten sind es Ereignisse im Arbeitsalltag, die unseren Körper immer wieder in Alarmbereitschaft versetzen: Ein Adrenalinausstoß folgt dem nächsten. Dadurch wird Energie in der Muskulatur und im Gehirn freigesetzt. Puls, Blutdruck und Atemfrequenz steigen. Wir erleben Stress. Die körperliche Reaktion auf Belastungen führt bei 20-35% der Asthmapatienten dazu, dass sich die Asthmasymptome verschlimmern. Darüber hinaus gilt Stress als anerkannter Risikofaktor, der Asthmaanfälle mit auslösen kann.
Das Übel ist oft hausgemacht
Dabei sind wir schnell dabei, den Stress als Folge der äußeren Gegebenheiten anzusehen, an denen sich sowieso nichts ändern lässt - sei es am cholerischen Chef, den nervigen Kollegen oder dem kaum zu bewältigenden Arbeitspensum. Tatsächlich können diese äußeren Einflüsse Stress auslösen. Andererseits ist es vor allem der Umgang mit diesen Umständen, der uns mehr oder weniger stressanfällig macht. Wer das eigene Verhalten analysiert und negative Verhaltensmuster ausschaltet, kann dem Asthmarisikofaktor Stress wirksam entgegentreten.
Nicht dagegen, sondern mit der Uhr arbeiten
Hohe Arbeitsdichte und wenig Zeit zählen zu den häufigsten Ursachen für den Arbeitsstress. Hier gilt es, nicht alles auf einmal bewältigen zu wollen, sondern klar Prioritäten zu setzen: Was ist wichtig? Was kann später erledigt werden? Was lässt sich an andere delegieren? Gutes Aufgaben- und Zeitmanagement heißt das im Fachjargon. Dazu gehört auch, den Arbeitstag sorgfältig zu planen, ohne dabei zu vergessen, dass auch ein Zeitfenster für Unerwartetes nötig ist.
Wissen kann auch vor Stress schützen
Kompetenz kann sich in der Arbeitswelt nicht nur bar bezahlt machen, sondern auch stressmindernd wirken. Mit welchem Verhalten vermeidet man am besten Konflikte? Wie motiviert man Kollegen? Wie bewältigt man die tägliche Informationsflut? Soziale, kommunikative oder Führungsfähigkeiten beugen dem Gefühl vor, überfordert zu sein. Wer seine Kompetenzen entsprechend seiner Position auf diesen Gebieten ausbaut, schaltet damit häufige Stressquellen aus.
Die eigenen Anforderungen runterfahren
Überzogene Ansprüche an sich selbst zu haben und der unbändige Wille, bloß keine Schwächen zu zeigen, sind ebenso häufige Ursachen von Stress. Wer zum Perfektionismus neigt, kann Entspannungstechniken, z.B. Joga oder Autogenes Training, in den Arbeitsalltag integrieren. Diese helfen beim Loslassen genauso wie kleine „Zwangspausen“, die man über den Arbeitstag verteilt. Bringen Sie sich beispielsweise durch einen kurzen Spaziergang oder bei einer Tasse Tee auf andere Gedanken.
Was heißt hier keine Zeit zum Erholen?
Wer Stressreaktionen vermeiden will, muss für ausreichend Ablenkung und Ausgleich sorgen. Deshalb sollten Sie Ihre Freizeit lieber zu Ihrer Entspannung und nicht zum Arbeiten nutzen. Treffen Sie Freunde, gehen Sie schwimmen oder in die Sauna und öfter mal an die frische Luft. Das schafft den nötigen Abstand und lässt Sie erfrischt und entspannt wieder an Ihre Aufgaben gehen. Wer stressanfällig ist, kann sich auch einer Joga- oder Meditationsgruppe anschließen oder Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung ausüben.
Treiben Sie regelmäßig Sport!
Auch die regelmäßige körperliche Aktivität ist ein ausgezeichnetes Mittel gegen Stress. Moderate Ausdauersportarten wie Schwimmen, Walken oder Radfahren sind bestens geeignet und wirken sich obendrein auch günstig auf das Asthma aus, weil sie die Atemswegsmuskulatur sanft trainieren.
Asthma-Medikamente nicht vergessen!
Neben der Stressbewältigung ist es auch wichtig, dass Sie Ihre Asthmamedikamente regelmäßig einnehmen. Wer gut eingestellt ist, muss sich weniger vor einem Asthmaanfall fürchten - auch, wenn es bei der Arbeit einmal stressiger zugeht.
Quelle: Nach Informationen von Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (BGFA) und www.guss-net.de
Weiterführende Links:
Risikofaktor Stress – Autogenes Training kann Asthma bessern
Stress und Asthma
Oktober 2007
Bild-Quelle: istockphoto.com, © Gemma Ivern