Je besser Asthma bewältigt wird, desto größer die Berufschancen
Junge Asthmakranke sollten frühzeitig über ihre Berufswahl nachdenken. Jeder zehnte Heranwachsende mit Asthma kann seine künftige Arbeit nicht uneingeschränkt danach aussuchen, was ihm Spaß macht, sagt Dr. Josef Lecheler, Ärztlicher Direktor des CJD Asthmazentrums Berchtesgaden. Er müsse vielmehr nach einer Tätigkeit Ausschau halten, in der er nicht Gefahr läuft, dass sich seine Symptome verschlimmern. Die Chancen für den Wunschberuf seien aber umso größer, je besser die Krankheit durch eine Asthmaschulung bewältigt wird und je exakter sich der Jugendliche an die verordnete Therapie hält. Gerade in der Pubertät wird das zum Problem. Nicht einmal ein Drittel der asthmakranken Mädchen und Jungen nehmen ihre Medikamente so ein, wie sie verschrieben wurden. Der Grund: Sie möchten in ihrer Clique nicht als krank gelten. Dabei kann man dank moderner Asthma-Therapie sein Asthma in den Griff bekommen und ein weitgehend unbeschwertes Leben führen.
Schreibtischjobs meist kein Problem für Asthmakranke
Bei Bürojobs gibt es kaum Einschränkungen für Asthmakranke. Als Berufe mit geringem Risiko gelten Tätigkeiten in der Verwaltung, Informatik und Wissenschaft, Berufe bei Behörden, Medien und in kaufmännischen Bereichen. Voraussetzung für einen solchen Ausbildungsplatz sind aber in der Regel gute Schulnoten. Damit kann nicht jeder dienen. Nicht selten schlagen sich die gesundheitlichen Belastungen durch Asthma auch auf die schulischen Leistungen nieder. Bei der Jobwahl haben es junge Asthmatiker vor allem schwer, wenn sie gewerblich-technische Berufe anstreben. Sie sollten nämlich möglichst keine Arbeiten ausüben, bei denen sie atmungsreizenden Stoffen und Allergenen ausgesetzt sind. Daher fallen viele Tätigkeiten aus, z.B. in Bäckereien, der Textilindustrie, auf Bauernhöfen, in Wäsche- und Lebensmittelgeschäften, in Büchereien und beim Friseur. Das Schaffen in Gärtnereien oder Blumenläden kann für Asthmatiker genauso problematisch sein wie in der chemischen Industrie und staubbelasteten Berufen.
Auch Berufe mit begrenztem Risiko stehen Asthmatikern offen
Andererseits sollten Berufe, in denen wenig oder nur selten Reizstoffe auftreten, nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Asthmakranke können viele Jobs mit kalkulierbarem Risiko ausüben. Dazu zählen laut Lecheler beispielweise Kfz-Mechaniker, Elektrotechniker, Feinmechaniker, Optiker und Uhrmacher, sowie medizinische Berufe wie Logopäde oder Arzthelfer und Industrie-Jobs an emissionsfreien Arbeitsplätzen. Eine Beratung bei der Bundesagentur für Arbeit, eine Berufsfindung oder eine Arbeitserprobung helfen, die Eignung eines Jugendlichen und sein individuelles Asthmarisiko zu klären. (BSMO/mj)
Quellen: Nach Informationen von Dr. Josef Lecheler, Ärztlicher Direktor des CJD Asthmazentrums Berchtesgaden und Ströbel Communications
Oktober 2007
Bild-Quelle: © gettyimages.com