Beruf

Ferien statt Heuschnupfen

Im Frühling fällt Klaus Hammerschmidt* sein Job besonders schwer. Er kann sich kaum konzentrieren. Eine laufende Nase, tränende Augen und Niesen lenken den Kulturredakteur von seiner Arbeit ab. Kein Einzelfall. Wenn es wärmer wird, häufen sich Krankschreibungen wegen Heuschnupfen. Dabei ginge es auch anders.

Eine laufende Nase, tränende Augen und Niesen.


Urlaub in die kritische Pollenzeit legen
Heuschnupfen ist keine Bagatelle. Er belastet Pollenallergiker besonders am Arbeitsplatz. Sie fühlen sich krank, die Arbeit geht schwer von der Hand, die Leistungen lassen nach. Ständiges Schnupfen und Niesen stört oft Kollegen - viele reagieren genervt. Keine schöne Situation. Dabei ließe sich dem Problem vielfach aus dem Weg gehen. Die Lösung: In der kritischen Zeit einfach Urlaub nehmen, in pollenfreie Gefilde entschwinden, entspannen und erholen. Eine Möglichkeit, die bislang nur wenige entdeckt haben. So zeigte eine Emnid-Umfrage, dass nur 15% der Betroffenen ihre Ferienplanung nach ihrer Pollenallergie ausrichten.

Es ist ratsam, am besten gleich zu Jahresbeginn die Urlaubspläne mit den Kollegen abstimmen. Denn erfahrungsgemäß wollen im Frühjahr viele Arbeitnehmer frei nehmen – nicht zuletzt um Feier- und Brückentage auszunutzen. In der Regel jedoch zeigen Kollegen Verständnis für gesundheitliche Motive einer Urlaubsplanung. Schließlich ist es auch in ihrem Interesse, wenn jemand nicht unvorhersehbar wegen Krankheit ausfällt, und sie seine Arbeit zusätzlich erledigen müssen. Dann heißt es, möglichst früh einen Urlaubsantrag einreichen, damit zeitlich alles klappt. Um geeignete Ferienziele auszumachen, am besten einen Pollenkalender zu Rate ziehen (z.B. auf www.luft-zum-leben.de). Grundsätzlich empfehlenswert sind Aufenthalte am Meer und im Gebirge ab 1.500 Metern, da die Luft dort allergenarm ist.

Damit aus Heuschnupfen kein Asthma wird
Blütenstaub fliegt, aber Urlaub ist nicht drin? Dann sollten Betroffene auf jeden Fall versuchen, die Allergene zu meiden: Nach dem Mittagessen auf einen Verdauungsspaziergang draußen verzichten. Und am Arbeitsplatz Fenster und Türen möglichst geschlossen halten. In der Innenstadt lüftet man am besten morgens zwischen sechs und acht Uhr. Dann herrscht die geringste Pollenkonzentration in der Luft. In ländlichen Gebieten ist die beste Zeit zwischen 20 und 24 Uhr. Vorsicht ist allerdings bei starkem Wind geboten, denn er wirbelt die Pollen auf.

Und damit Sie morgens ausgeruht zur Arbeit kommen, sollten Sie zudem darauf achten, dass Ihr Schlafzimmer weitgehend frei von Pollen bleibt. Hier einige Tipps:

  • Legen Sie die Straßenkleidung z.B. im Badezimmer ab. So verhindern Sie, dass Sie Pollen ins Schlafzimmer schleppen.
  • Duschen Sie vor dem Schlafengehen, denn Pollen verfangen sich auch in den Haaren
  • Bringen Sie Pollengitter vor dem Schlafzimmerfenster an

Grundsätzlich gilt: Heuschnupfen sollte man nicht zu leicht nehmen. Bleibt Heuschnupfen unbehandelt, besteht die Gefahr, dass die Beschwerden eine Etage tiefer in die Bronchien wandern und chronisches Asthma entsteht. Deshalb frühzeitig einen Arzt aufsuchen und die Erkrankung regelmäßig kontrollieren lassen.

* Name geändert.

Quelle: Pressekonferenz zum Asthmarisiko bei Allergiekindern, Berliner Charité am 6. April 2005

Oktober 2007

Bild-Quelle: gettyimages.com, © Stockbyte



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Samstag, 31. Juli 2010

Medizinischer Beirat - Ihr Experte Herr Dr. Michael Barczok


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