Gute medikamentöse Einstellung, gute Konzentration in der Schule
Etwa acht Prozent der deutschen Schulkinder leiden an Asthma bronchiale. Viele werden gesunde Erwachsene. So zeigen Untersuchungen, dass kindliches Asthma in 29-57% der Fälle später verschwindet. Voraussetzung dafür ist eine maßgeschneiderte Therapie. Medikamente kontrollieren lästige Symptome und ermöglichen Mädchen wie Jungen ein beschwerdefreies Leben. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern ihre Kinder vom Arzt gut einstellen lassen und dafür sorgen, dass die Kleinen ihre Medikamente auch wirklich nehmen. Denn kommen die jungen Patienten mit ihrem Asthma nur mäßig zurecht, schmälert das ihre Konzentration im Unterricht. Folge: Ihre Leistungen sinken. Eine US-Studie zeigt außerdem: Schulkinder, die durch asthmatischen Husten oder Atemnot 1-3 Mal pro Nacht aufwachen, fehlen häufiger im Unterricht als gesunde Kinder. Die erhöhten Fehlzeiten führen zu schlechteren Schulnoten.
Lernen gelingt nur in vertrauensvoller Atmosphäre
Nachhilfe kann lernschwachem Nachwuchs auf die Sprünge helfen – und tut es massenhaft. Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes geben Eltern jedes Jahr etwa 4,6 Milliarden Euro für den Zusatzunterricht aus. Neben privaten Nachhilfelehrern gibt es immer mehr kommerzielle Nachhilfeschulen. Ein Problem: Die Nachhilfe-Branche unterliegt keinerlei Kontrollen. Jeder kann zu Hause eine Nachhilfeschule gründen oder sich als Privatpauker betätigen. Wie also einen geeigneten Nachhilfelehrer finden? Eine gute Möglichkeit sind Empfehlungen von Freunden, Verwandten oder dem Schullehrer. Danach sollten Eltern sich einen persönlichen Eindruck von dem Kandidaten verschaffen und eine Probestunde für ihr Kind vereinbaren. Das gilt natürlich auch, wenn eine Familie auf eine Zeitungsanzeige oder ein professionelles Institut zurückgreift. Für den Erfolg von Nachhilfe ist es wichtig, dass die Chemie zwischen Lehrer und Schüler stimmt. Denn Kinder, die Unterricht nachholen sollen, sind meist verunsichert und regelrecht blockiert. Deshalb bringt Nachhilfe ohne eine vertrauensvolle Atmosphäre nichts.
Kurze Kündigungsfrist und ausgebildete Lehrkräfte
Ein seriöses Nachhilfeinstitut zu erkennen, ist ebenfalls gar nicht so einfach. Einige Hinweise gibt es allerdings. Erstens: Vorsicht vor Knebelverträgen. Bevor Eltern einen Vertrag mit einer Nachhilfeschule schließen, sollten sie die Schule, den Unterricht und die Bedingungen prüfen. Nur Verträge mit monatlicher Kündigungsfrist akzeptieren. Langfristige Kontrakte über sechs Monate und mehr sind unredlich. Zweitens: Bei Unterricht in der Gruppe sollten nicht mehr als fünf Schüler betreut werden. Sonst ist kein intensiver, individuell ausgerichteter Unterricht möglich. Die Gruppe sollte homogen sein. Gleichzeitiges Unterrichten verschiedener Altersgruppen und unterschiedlicher Fächern ist unsinnig. Drittens: Der Lehrer sollte ausgebildet sein und Unterrichtserfahrung haben. Er darf nicht wechseln. Viertens: Vorsicht vor überzogenen Erfolgsversprechungen und Werbung mit pseudowissenschaftlichen Lernmethoden! Fünftens: Der Preis pro Stunde in der Gruppe liegt zwischen acht und zwölf Euro. Einzelunterricht darf zwischen 20 und 25 Euro kosten.
Dauerhafte Nachhilfe ist unsinnig
Ob privat oder in einem Förderinstitut: Als Dauerzustand ist Nachhilfe ungeeignet. Nach Krankheit, Umzug oder einer belastenden Lebenssituation kann der Sonderunterricht helfen, Lücken zu schließen. Nach sechs bis neun Monaten Nachhilfe sollte sich spätestens etwas tun. Meist kann ein Kind gut selbst einschätzen, ob die Nachhilfe etwas bringt. Sie kann beendet werden, wenn der Junge oder das Mädchen sich zutraut, in der Schule aus eigener Kraft mitzukommen. Für dauerhaften Erfolg ist entscheidend, dass die Nachhilfe die Arbeitshaltung des Schülers ins Zentrum stellt. Selbstständiges Einüben von Lerntechniken hat Vorrang vor sturem Pauken. Dennoch: Nachhilfe kann keine Wunder bewirken. Manchmal hilft Zurückstufen oder ein Schulwechsel einem asthmakranken Kind am besten, um im Unterricht mitzukommen und Spaß am Lernen zu haben. (mj)
Quellen: Studienkreis, Süddeutsche Zeitung, Südwestfunk, Hessischer Rundfunk
Oktober 2007
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