Beruf

So wird Nervosität nicht zum Lufträuber

Kollegen ein Projekt vorstellen, ein Termin beim Chef, ein Besuch bei einem wichtigen Kunden - im Arbeitsleben gibt es zahlreiche Gelegenheiten, bei denen der Atem vor Aufregung ins Stocken geraten kann. Doch selbst Asthmatiker können in solchen Situationen brillieren, wenn sie ihre Nervosität zu nutzen wissen.

Nervosität schärft die Konzentration


Nervosität schärft die Konzentration
Keine Sorge: Lampenfieber ist völlig normal. Selbst Medienprofis ist vor Auftritten mulmig – auch nach Jahren im Rampenlicht. Nervosität spielt sogar eine wichtige Rolle. Sie erhöht die Konzentration und Reaktionsschnelligkeit. Die Kunst besteht darin, die Furcht zu akzeptieren. Dieter Thomas Heck sagt z.B.: Lampenfieber ist nichts anderes als Achtung vor dem Publikum. Der altgediente Fernsehmoderator muss es schließlich wissen.

Gut eingestellte Asthmatiker fürchten Stress weniger
Wer Aufgeregtheit als etwas Positives sieht, nimmt ihr bereits den Schrecken. Noch mehr Gelassenheit lässt sich durch gute Vorbereitung erreichen. Dazu gehört für Asthmatiker zum einen natürlich, das Risiko für einen Anfall auf ein Minimum zu reduzieren. Dies setzt voraus, die verschriebenen Asthmamedikamente wie mit dem Arzt besprochen regelmäßig einzunehmen und bei allergischem Asthma die reizenden Substanzen zu meiden.

Bewährt haben sich außerdem gezielte Atemübungen. Tiefes Ein- und Ausatmen beruhigt nicht nur die Bronchien, es entspannt auch und versorgt den Körper mit mehr Sauerstoff, was leistungsfähiger macht. Für Menschen, denen Durchatmen in Stresssituationen schwerfällt, kennen Atemtherapeuten einen simplen Trick: Beim Luftholen die Zunge gegen den Gaumen heben. So atmet man automatisch in den Bauchraum.

Tricks helfen Zittern zu verbergen
Während des Sprechens ins Stocken zu geraten, ist für viele eine Horrorvorstellung. Dagegen hilft vor allem optimale Planung. Um die ersten kritischen Minuten zu überwinden, empfehlen Kommunikationstrainer für einen Vortrag, die ersten drei Sätze notfalls auswendig zu lernen. Danach können Stichworten als Gedankenstütze dienen. Jemand, der im Stehen referiert, sollte sie allerdings nicht auf DIN-A4-Papier notieren. Bei Nervosität zittert es in den Händen wie Espenlaub. Besser sind Karteikarten im DIN-A6-Format – auch weil sie dicker sind. Im Gespräch lässt sich Angespanntheit übrigens geschickt verbergen, indem man z.B. einen Stift in die Hand nimmt oder durch Gesten davon ablenkt. Allerdings sollte die Körpersprache nicht zu übertrieben wirken. Tipp: Beim Deuten auf etwas nicht punktgenau darauf zeigen, sondern es umkreisen. Zittern bleibt so unbemerkt.

Übung lindert Lampenfieber
Die meisten Menschen begleitet Lampenfieber ihr ganzes Leben, bei manchen wird es aber mit der Zeit schwächer. Ihr Geheimnis: Routine. Wer stressige Auftritte immer wieder übt, gewinnt an Sicherheit. Anfänger können sich diesen Effekt zunutze machen, indem sie Vorträge und Gesprächssituation mehrmals im Kopf durchgehen oder richtiggehend üben: in einem Probedurchlauf oder Rollenspiel. So vorbereitet lassen sich wichtige Termine problemlos meistern. (mj/BSMO)

Quelle: Carolin Grünig/Gregor Mielke, Präsentieren und Überzeugen. Das Kienbaum-Trainingskonzept, Haufe-Verlag 2004

Oktober 2007

Bild-Quelle: gettyimages.com, © Medioimages/Photodisc



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Samstag, 31. Juli 2010

Medizinischer Beirat - Ihr Experte Herr Dr. Michael Barczok


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