Freizeit

Asthma & Impfen − Was Asthmatiker zum Thema Impfen wissen sollten

Aus Angst vor vermeintlich negativen Folgen lassen sich viele Menschen mit Asthma bronchiale nicht impfen. Diese Bedenken entbehren jedoch aus heutiger Sicht jeglicher Grundlage und sind sogar gefährlich. Gerade an Asthma bronchiale Erkrankte sollten sich unbedingt impfen lassen. Insbesondere Schutzimpfungen gegen Grippe oder gegen Erkrankungen durch Pneumokokken, die u.a. schwere Lungenentzündung auslösen können, werden für chronisch erkrankte Patienten empfohlen.

Arzt gibt Patienten eine Grippeimpfung


Unbegründete Ängste: Impfen ist kein Risikofaktor für Asthma bronchiale

Zu den weit verbreiteten Vorstellungen beim Thema Asthma und Impfen zählen etwa, dass man sich bei bestehendem Asthma nicht impfen lassen sollte oder dass Impfen bei Säuglingen Asthma auslösen könnte. Doch nach heutigem Stand der Wissenschaft sind diese Aussagen völlig unbegründet oder sogar falsch. Wie einschlägige Studien beweisen, beeinflusst das Impfen eine bestehende chronische Atemwegserkrankung wie Asthma nicht und löst erst recht kein Asthma aus. Eine im letzten Jahr veröffentlichte schweizerisch-britische Studie mit 8.700 Kindern legt sogar nahe, dass Säuglinge, die die empfohlenen Standardimpfungen zur empfohlenen Zeit, also in den ersten Lebensmonaten, erhalten, ein wesentlich geringeres Risiko haben, später an Asthma zu erkranken als ungeimpfte oder verspätet geimpfte Kinder. In der Studie erkrankten unter den zeitgerecht geimpften Kindern später nur etwa halb so viele an Asthma wie unter den ungeimpften Kindern.

Rechtzeitig gegen Grippe und Pneumokokken impfen!

Neben den normalen Standardimpfungen, die Asthmatiker wie Atemwegsgesunde gleichermaßen durchführen sollten, empfiehlt die führende Impfinstanz in Deutschland - die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut - besonders für Asthmapatienten die Impfung gegen Grippeviren und Pneumokokken. Für beide Erreger ist das Ansteckungsrisiko hoch: Sie können bereits durch bloßes Sprechen oder Niesen (Tröpfcheninfektion!) weitergegeben werden, ohne dass man sich - von einer entsprechenden Schutzimpfung natürlich abgesehen - ausreichend schützen könnte. Zudem verläuft eine Grippe oder eine durch Pneumokokken ausgelöste Lungenentzündung bei Asthmatikern meist deutlich schwerer als bei lungengesunden Menschen.

Pneumokokkenschutz besonders im Ausland wichtig

Auch wichtig ist ein Impfschutz gegen Pneumokokken, wenn man eine Auslandsreise in bestimmte Länder plant. Denn in vielen europäischen Ländern nehmen die resistenten Erregerstämme, die also nicht mehr auf die gängigen Antibiotika ansprechen, dramatisch zu. Während in Deutschland nur 5% der Erreger als resistent gelten, sind in Frankreich bereits 36% unempfindlich gegenüber viele Antibiotika. Kommt es infolge einer Pneumokokkeninfektion mit resistenten Erregern zu einer schweren Lungenentzündung, hat der Arzt kaum Behandlungsmöglichkeiten. Eine Auffrischung des Pneumokokken-Impfschutzes ist alle sechs Jahre nötig.

Grippeimpfung: In jedem Jahr wieder aktuell

Grippeschutzimpfungen müssen jährlich erfolgen, weil es verschiedene Erregertypen gibt und jedes Jahr andere Grippeviren kursieren. Sorgen Sie rechtzeitig vor Anfang der kalten Jahreszeit für ausreichenden Impfschutz, denn die nächste Grippewelle kommt bestimmt. Darüber hinaus sollten Sie natürlich auf eine regelmäßige Einnahme Ihrer Asthmamedikamente achten. Wenn Sie Kortison in Tablettenform einnehmen, besprechen Sie Impfungen vorab bitte mit ihrem Arzt, da diese Therapie die Wirksamkeit einer Impfung beeinflussen kann.

So sind Sie rundum geschützt

Um sich ausreichend vor schwerwiegenden Infektionskrankheiten zu schützen, können und sollten also auch Asthmatiker die empfohlenen Standardimpfungen regelmäßig durchführen lassen. Nehmen Sie z.B. bei Ihrem nächsten Arztbesuch Ihr Impfbuch mit und besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Impfungen für Sie sinnvoll sind.

(cu/BSMO)

Quelle:

Nach Informationen des Robert Koch-Institutes (RKI) und der Gmünder Ersatzkasse sowie einer schweizerisch-britische Studie unter Beteiligung der Universitäten Bern (Schweiz) und Leicester (England)

Studie:

Kuehni C E et al. Cohort Profile: The Leicester Respiratory Cohorts. Int J Epidemiol. 2007 Oct 2; [Epub ahead of print]

Pressemitteilung zur laufenden Studie vom 06.09.2006 anlässlich des Kongresses der European Respiratory Society vom 02.-06. September 2006, Vortragsbeitrag zum Thema: Childhood asthma in Europe - is it still increasing and what are the causes?:
http://dev.ersnet.org/uploads/Document/WEB_CHEMIN_87_1161864726.doc

Links:

Informationen rund um die Grippeimpfung:
http://www.grippe-info.de/

Reiseimpfungen und Asthma:
http://www.luft-zum-leben.de/lzl/content/service/reisetipps/impfungen/index_ger.html

Gesund auf Reisen: Tipps und Informationen auf Fit-for-Travel.de:
http://www.fit-for-travel.de/

Oktober 2007

Bild-Quelle: istockphoto.com, © Mark Ross



zurück zum Seitenanfang

Lesezeichen hinzufügen: Set Webnews Bookmark Set Mister Wong Bookmark Bookmarken bei folkd.com Set del.icio.us Bookmark Bookmark bei: Linkarena Set Google Bookmark Bookmark bei: Yahoo Set furlit Bookmark Was ist das?

Samstag, 31. Juli 2010

Medizinischer Beirat - Ihr Experte Herr Dr. Michael Barczok


Neu anmelden »
Passwort vergessen »
Am meisten geklickt:

Asthmakontrolltest
Asthmatagebuch