Freizeit

Urlaub auf dem Bauernhof auch bei Asthma?

Kühe, Hühner und der Geruch nach frischem Heu, das alles gehört zu einem Urlaub auf dem Land dazu. Ferien auf dem Bauernhof erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Doch kann man als Asthmatiker einen solchen Urlaub bedenkenlos antreten?

Urlaub auf dem Bauernhof auch bei Asthma?


Der Trend geht zurück zur Natur
Urlaub auf dem Bauernhof, das ist vor allem für Kinder aus der Stadt ein echtes Abenteuer, denn gerade sie wissen manchmal gar nicht, dass die Möhren nicht in der Gemüseabteilung des Supermarktes wachsen oder die Milch nicht aus dem Tetrapack, sondern aus der Kuh kommt. Besonders viel Spaß haben die Kinder, wenn sie zum Mitmachen aufgefordert werden: Brot backen, Kühe melken, Tiere füttern, Eier sammeln, da lernen nicht nur die Kleinen etwas dazu. Wer einen Urlaub auf dem Bauernhof plant, hat die Qual der Wahl, denn immer mehr Landwirte in ganz Deutschland entdecken das Geschäft mit den Touristen. Doch bevor Sie sich für ein Urlaubsziel entscheiden, sollten Sie sich genau nach den Gegebenheiten vor Ort erkundigen, besonders wenn ein Familienmitglied bereits unter Asthma leidet.

Bei Asthma ist besondere Vorsicht geboten
Was für den einen pure Urlaubsfreude bringt, kann für Asthmatiker alles andere als erholsam enden. Denn Menschen mit allergischem Asthma, die etwa auf Blütenpollen oder Tierhaare reagieren, müssen mit einer Verschlimmerung ihres Asthmas rechnen. Sie sollten daher zuvor in Erfahrung bringen, ob sie auf dem Bauernhof mit dem Auslöser in Kontakt kommen können, der ihnen Beschwerden macht, und gegebenenfalls ein anderes Urlaubsziel wählen.

Aber auch aus einem bestehenden Heuschnupfen kann sich ein Asthma bronchiale entwickeln. Zu erkennen ist dies daran, dass neben den bekannten Beschwerden wie geschwollene Nasenschleimhaut, Schnupfen und starker Juckreiz in Nase und Augen weitere Symptome wie pfeifende Atmung, Husten und Luftnot auftreten. In diesem Fall empfiehlt sich der sofortige Gang zum Arzt, denn Asthma kann, vor allem ohne geeignete Medikamente, lebensgefährlich werden.

Viele Kinder und Jugendliche sind gegen Getreidepollen, Gräser, Hunde, Katzen oder Pferde sensibilisiert, ohne dass bereits Atemwegsallergien oder ein Asthma aufgetreten sind.

Auch wenn bislang keine Allergie vorliegt, so kann sich doch im Laufe der Zeit eine solche entwickeln. Denn mit einer Allergie gegen Katzenhaare oder Pollen wird man nicht geboren. Man hat zunächst lediglich die Anlage, auf Stoffe aus der Umgebung allergisch zu reagieren. Bei manchen Menschen treten allergische Symptome sogar erstmals im Alter auf.

Auf welche Tiere und Pflanzen reagieren Kinder häufig?
Eine Untersuchung des Robert Koch-Instituts im Rahmen der Kinder- und Jugendstudie KIGGS*, an der insgesamt über 17.000 Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 17 Jahren teilgenommen haben, hat ergeben, dass Kinder und Jugendliche besonders häufig eine Sensibilisierung gegen Pollen vom Lieschgras, Roggen und Hausstaubmilben aufweisen. Etwa jedes fünfte Kind ist betroffen. Eine Sensibilisierung gegen Hunde weist etwa jedes zehnte Kind auf, gegen Katzen sind acht von zehn Kindern sensibilisiert sowie gegen Pferde etwa vier von zehn Kindern. Eine Sensibilisierung heißt dabei nicht, dass das Kind auch allergisch reagiert. Es besteht aber die Möglichkeit, dass sich bei anhaltendem Allergenkontakt eine Allergie entwickelt. Die Wahrscheinlichkeit, dass es Probleme geben könnte, ist abhängig davon, wie intensiv der Allergenkontakt ist. Besteht bei Ihnen oder Ihrem Kind bereits eine Allergie oder ein Asthma, sollten Sie Ihre Urlaubspläne daher immer mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Wie kann man möglichen Beschwerden vorbeugen?
Wenn aus medizinischer Sicht nichts gegen einen Urlaub auf dem Bauernhof spricht, steht den Ferien nichts mehr im Wege. Dennoch lässt sich nicht ausschließen, dass in ungewohnter Umgebung allergische Reaktionen der Atemwege auftreten. Einige Verhaltensregeln helfen, dieses Risiko möglichst gering zu halten:

  • Hände waschen, nachdem Tiere berührt worden sind
  • Darauf achten, dass keine Tiere in die Ferienunterkunft gelangen
  • Vor dem Schlafengehen duschen, um Pollen aus den Haaren zu entfernen

Mit einfachen Maßnahmen im Urlaub lässt sich ein Kontakt mit potenziellen Atemwegs-Allergenen reduzieren.

Medikamente schützen
Wichtig ist zudem, dass bei bereits bestehendem Asthma die medikamentöse Therapie konsequent durchgeführt wird. Durch die Therapie werden Entzündungsreaktionen an den Atemwegen eingedämmt. Nur so sind die Atemwege bestmöglich vor heftigen Reaktionen auf mögliche Allergene geschützt.
(fm/bsmo)

*Studie: KiGGS-Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, Erhebung von Mai 2003 bis Mai 2006 – Zusammenfassung der Ergebnisse: www.kiggs.de, S.35

Linktipps:
Weitere Informationen zum Thema Tierhaarallergie

Verbreitete Allergene bei Kindern und Jugendlichen

Asthmakontrolltest – ACT™

Peakflow-Messung zur Asthmakontrolle

Quellen:
Nach Informationen von Expertenrat Luft zum Leben, Robert Koch-Institut, KiGGS-Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, Mai 2003 bis Mai 2006 und European Respiratory Journal 2008 Sep;32(3):603-11

Bild-Quelle:
shutterstock.com, @ Christopher Futcher

Juli 2009



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Samstag, 31. Juli 2010

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