Raus in die Natur und rauf aufs Fahrrad
Radfahren ist schwer in Mode. Immer mehr Menschen nutzen das Wochenende oder ihren Urlaub, um Deutschland per Rad zu entdecken. Auch für Menschen mit Asthma ist Radfahren die ideale Sportart. Denn die gleichmäßige Bewegung über längere Zeit verbessert Atemvolumen und Ausdauer. Jeder kann sein Tempo wählen, je nach individueller Fitness, und so die Lungen trainieren. Wer regelmäßig radelt, profitiert von einer besseren Atemwegsfitness und beugt einem Asthmaanfall vor. Sogar Hochleistungssport auf dem Rad ist trotz Asthma möglich, dies zeigen Spitzensportler wie Jan Ullrich. Wichtig ist, dass man sein Asthma gut im Griff hat, dann steht dem sportlichen Spaß im Freien nichts mehr im Wege. Moderne Medikamente machen dies, regelmäßig eingenommen, heute möglich. Wer Zweifel hat, ob sein Asthma auch gut eingestellt ist, der kann den Asthmakontrolltest durchführen.
Abwechslungsreiche Radwege in Deutschland
Berge, Seen, Flüsse, Wälder, Moore, Meer – in Deutschland kann man die unterschiedlichsten Naturlandschaften mit dem Rad bereisen.
Vom Nordseeküstenradweg, über den Elb- oder Ruhrradweg, bis hin zur Moseltour oder einer Bodenseeumrundung, hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die Radwege sind zumeist gut ausgeschildert. Spezielle Radtourenführer beschreiben die Besonderheiten der Strecke und geben Tipps zum Einkehren oder Übernachten.
Wer regelmäßig radelt, profitiert von einer besseren Atemwegsfitness und beugt einem Asthmaanfall vor.
Wer eine längere Tour mit Übernachtungen plant, sollte in der Hochsaison oder am Wochenende allerdings vorbuchen, denn Radfahren ist in und die Nachfrage häufig groß.
Mit dem Fahrrad auf Reisen
Nicht jeder hat eine attraktive Radwanderstrecke vor der eigenen Haustür. Aber mit dem Auto oder der Bahn erreicht man auch ferne Ziele ganz bequem. Eine Fahrradmitnahme ist in allen Zügen der Deutschen Bahn möglich, die mit dem Radsymbol gekennzeichnet sind. Allerdings sind in vielen Zügen die Stellplätze limitiert. Sie benötigen zudem eine Fahrradkarte und für Fahrten in Fernzügen (z.B. IC, EC) auch eine Stellplatzreservierung. Daher sollten Sie die Bahnkarten und Fahrradmitnahmekarten rechtzeitig vor Reiseantritt buchen, damit die geplante Radtour nicht gleich am Bahnhof endet.
Gut vorbereitet steht dem Fahrradspaß nichts im Wege
Wer nur eine Tagestour mit dem Fahrrad plant, der braucht nicht allzu viel Gepäck. Etwas Proviant, ausreichend Getränke, eine Fahrradkarte, eine Luftpumpe und schon kann es losgehen.
Bei längeren Touren sollte man nur das einpacken, was man wirklich braucht und sich nicht mit unnötigem Ballast abmühen. Einige Reiseveranstalter bieten aber auch Radtouren an, bei denen das Gepäck von Hotel zu Hotel geschickt wird. Man selbst kann dann ganz unbeschwert mit dem Fahrrad hinterher reisen und die Natur genießen. Dabei kann man wählen zwischen kürzeren Tagestouren und längeren, je nachdem, wie es um die eigene Fitness bestellt ist und ob man mit Kindern unterwegs ist.
Vor der Radtour Medikamentenstatus und Pollenflugkalender checken, damit man den Ausflug unbeschwert genießen kann.
Trotz der empfohlenen Sparsamkeit beim Gepäck - die Asthmamedikamente in ausreichender Menge sollte man allerdings nicht vergessen, denn nur ihre regelmäßige Einnahme ermöglicht einen guten Schutz vor übersprießenden Entzündungsreaktionen und Anfällen.
Was Asthmatiker zusätzlich beachten sollten
Die warmen Tage begünstigen natürlich auch den Pollenflug, was so manchem Pollenallergiker den Aufenthalt im Freien verleiden kann. Betroffene sollten vor einer Radtour zunächst in einem Pollenflugkalender die aktuelle Lage checken. Bequem und einfach geht dies beispielsweise mit dem Luftdatenservice auf Luft-zum-Leben. Mit der tagesaktuellen Pollenflugvorhersage für den von Ihnen definierten Einzugsbereich sind Sie immer bestens informiert.
Bei der Tourenplanung sollte zudem die individuelle Fitness mitberücksichtigt werden. Für einen untrainierten Radfahrer ist eine Bergetappe eher nicht zu empfehlen. Denn die Überanstrengung kann einen Asthmaanfall auslösen. Darüber hinaus atmet man bei stärkerer körperlicher Belastung durch den Mund statt durch die Nase. Da die Luft nicht mehr erwärmt und angefeuchtet wird, können die empfindlichen Bronchien gereizt werden. Daher ist es wichtig, so lange wie möglich die Nasenatmung beizubehalten und gegebenenfalls einen Gang zurückzuschalten und eine Pause einzulegen. Ganz nach dem Motto: klein anfangen und Schritt für Schritt - bei entsprechender Fitness - an Tempo zulegen.
(fm/bsmo)
Linktipps:
Fahrradkarten, Radwege, schöne Fahrradtouren und mehr
Rund um die Radtour in Deutschland
Radwanderführer
Quellen:
Nach Informationen von Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH - Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, www.bikenetz.de und www.bikeline.de
Bild-Quelle:
shutterstock.com, @ Jacek Chabraszewski
Mai 2009