Nichts wie raus
Nicht nur der Sommer neigt sich langsam seinem Ende zu. Auch die Zeit der größten Pollenbelastung ist nun vorbei. Pollenallergiker können also langsam aufatmen und müssen ihre Aktivitäten im Freien nicht mehr dem aktuellen Pollenflug anpassen. Noch können die Temperaturen angenehme Werte erreichen und die Natur lockt mit vielen Leckereien, die man jetzt sammeln kann, wenn man sich auskennt. Auch im heimischen Garten ist es an der Zeit, Obst und Gemüse zu ernten. Der Vorteil: Direkt geerntet weisen die Nahrungsmittel ihren höchsten Vitamin-Gehalt auf. Lange Transportwege und Lagerung reduzieren hingegen die für die Gesundheit so wichtigen Vitalstoffe. Und das ist gerade für Asthmatiker wichtig. Denn wie US-amerikanische Forscher zeigen konnten, trägt eine Ernährung, die reich an Vitaminen und Antioxidanzien ist, dazu bei, die Atemwege gesund zu erhalten.*
Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) kommt nach Auswertung wissenschaftlicher Arbeiten zu dem Schluss, dass sich der Verzehr von Obst und Gemüse positiv auf die Asthmaerkrankung auswirken kann.** Wer Freizeitspaß und Nützliches verbinden möchte, kann also bei einem Spaziergang durch die herbstliche Landschaft oder im eigenen Garten die gesunden Früchte des Sommers ernten und schmackhaft verarbeiten.
Der Genuss von Herbstfrüchten wie Äpfeln, Birnen, Kürbis, Brombeeren oder Holunder kann sich positiv auf die Atemweggesundheit auswirken.
Lungengesundes aus dem heimischen Garten
Auch wenn eine gesunde Ernährung die medikamentöse Behandlung eines Asthma bronchiale nicht ersetzen kann, so stellt sie doch eine wertvolle Unterstützung der Therapie dar. Die DGE weist beispielsweise darauf hin, dass der regelmäßige Genuss von Äpfeln oder Birnen die Lungenfunktion (gemessen anhand der Einsekundenkapazität FEV1) verbessern kann. Aber auch Beta-Carotine, wie sie in Möhren, Kürbissen oder Spinat vorkommen, haben einen positiven Einfluss auf die Asthmasymptome. Wer im Frühjahr Möhren, Kürbisse oder Spinat angepflanzt hat, der kann je nach Sorte spätestens jetzt mit der Ernte loslegen. Bei der Gartenarbeit oder dem Sammeln der Früchte in freier Natur schlägt man zudem gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, denn die Ernte der gesunden und schmackhaften Nahrungsmittel bedeutet Bewegung an der frischen Luft - und diese trainiert gleichzeitig die Lungen und erhöht Atemtiefe und Belastbarkeit bei Asthma. Zudem wird das Immunsystem gestärkt.
Die Früchte des Waldes sind einen Ausflug wert!
Auf den Wanderungen durch Wald und Feld stößt man im Herbst auch auf jede Menge Essbares wie Pilze, Brombeeren und Co. Doch Vorsicht: Einige schmackhafte Pilze können ungenießbaren oder sogar giftigen Vertretern ihrer Gattung zum Verwechseln ähnlich sehen. Ein Buch kann da sehr hilfreich sein. Noch besser ist es aber, einen Fachmann zu fragen. Zahlreiche Gemeinden und Forstämter bieten in der Pilzsaison Beratungsstellen an, die den eigenen Fund fachmännisch begutachten. Am Wegesrand und an Waldrändern locken im Herbst aber auch die reifen Brombeeren, Holunderbeeren oder Walnüsse. Das Sammeln lohnt sich, denn wilde Brombeeren schmecken oft wesentlich aromatischer als ihre kultivierten Verwandten, und aus Holunderbeeren lässt sich beispielsweise ein sehr vitaminreicher Saft gewinnen, der - im Winter heiß genossen - eine echte Wohltat bei einer sich anbahnenden Erkältung ist.
Bewegung, vitaminreiche Ernährung, ein vorbeugender Schutz vor Atemwegsinfekten und die Asthmamedikamente sind wichtige Gesundheitssäulen.
Ohne Beschwerden durch den Herbst
Im Herbst haben aber nicht nur die Pilze und Beeren Hochsaison - auch Erkältungsviren und Bakterien haben jetzt ein leichtes Spiel. Vor allem, wenn die Temperaturen fallen und sich nass-kaltes Wetter einstellt, steigen die Erkältungsfälle. Für Asthmatiker gleich doppelt nervig, denn bei ihnen geht eine Erkältung oft mit einer Verschlimmerung der Asthmasymptome einher. Daher sollten Sie im Herbst auch verstärkt darauf achten, sich ausgewogen und vitaminreich zu ernähren und warm zu halten, um einer Ansteckung nach Möglichkeit zu entgehen. Wer einer echten Grippe vorbeugen möchte, der sollte im Herbst auch den Termin für die Grippeimpfung mit einplanen.
Nicht nur Sport, gesunde Ernährung und Vermeidung von Infektionserkrankungen wirken sich positiv auf den Verlauf des Asthmas aus. Für ein Leben fast ohne Beschwerden spielt die medikamentöse Behandlung die zentrale Rolle. Moderne Asthmamedikamente bekämpfen dabei nicht nur Symptome wie Atemnot, sondern auch die Ursache der Erkrankung, nämlich die Entzündung. Wer sein Asthma dank gut eingestellter Therapie im Griff hat, der kann den Herbst in vollen Zügen genießen.
(fm/bsmo)
Studien:
*Burns JS et al.: Low dietary nutrient intakes and respiratory health in adolescents. Chest 2007; 132 (1):238-45
**Boeing H et al.: Obst und Gemüse in der Prävention chronischer Krankheiten. Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. Stand: September 2007
Linktipps:
Pilze von A-Z - Mit großem Pilzlexikon, Rezepten und Tipps zum Pilzsammeln
Haben Sie Ihr Asthma im Griff? Machen Sie den Test!
Aktueller Pollenflugkalender auf Luft zum Leben
Quellen:
Nach Informationen von Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. und einer Studie am Department of Environmental Health, Harvard School of Public Health, Boston, MA, USA
Bild-Quelle:
shutterstock.com, @ Zurijeta
September 2009