Jetzt, wo die Tage wieder kürzer und kühler werden, packt viele Menschen die Lust auf deftige Kost. Und diese kann durchaus gesund sein, wenn sie mit frischen Produkten der Saison zubereitet wird. Denn auch im Herbst kann man auf eine große Palette an aromatischen Obst- und Gemüsesorten wie Äpfel, Feldsalat, Chicorée und Rotkraut zurückgreifen, die der saisonalen Küche nicht nur Pfiff verleihen, sondern außerdem wertvolle Nährstoffe liefern.
Doch welche Gemüse- und Obstsorten haben im Herbst sonst noch Saison? Wer sich nicht sicher ist, kann sich auf einem Marktbummel von der Vielfalt der heimischen Nährwertwunder überzeugen. Das macht nicht nur Appetit, sondern tut Seele, Körper und nicht zuletzt der Lunge gut. Asthmatiker trainieren beim Spaziergang ihre Atemmuskulatur und verbessern ihre Leistungsfähigkeit.
Vorteile einheimischer Obst- und Gemüsesorten der Saison
Auch die Ernte im eigenen Garten hat einen positiven Effekt für die Lunge. Interessierte können sich nach einem ausgedehnten Marktbummel beim Verkäufer über die Vorteile heimischer Produkte informieren. Ein wichtiger Pluspunkt ist etwa der kurze Transportweg der Ware. Je kürzer dieser ist, umso aromatischer sind Obst und Gemüse. Außerdem gehen wertvolle Vitamine mit der Zeit verloren, und von denen können Asthmatiker gleich mehrfach profitieren.
Vitamine stärken nicht nur das Immunsystem und verringern so das Risiko von Erkältungskrankheiten, sondern scheinen außerdem einem direkten Einfluss auf die Symptome des Asthmas zu nehmen.
Vitamine können Asthma-Symptome lindern
Eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann die Lungenfunktion und somit auch das Allgemeinbefinden verbessern. Zu diesem Ergebnis kam eine amerikanische Studie* im vergangenen Jahr. Das Forscherteam von der Harvard Universität berichtete in der Fachzeitschrift „Chest“, dass eine Ernährung, die reich an Vitaminen und Antioxidanzien ist, zur Gesundheit der Atemwege beiträgt.
Besonders wichtig seien dabei bestimmte antioxidative und entzündungshemmende Nährstoffe, die vor allem in frischem Obst und Gemüse vorkommen. Dazu zählen etwa die Vitamine C und E, Beta Carotin, sowie die in fettreichen Fischen enthaltenen Omega-3-Fettsäuren. Sie sollen zur Vorbeugung von Asthma beitragen und bestehende Asthmasymptome lindern.
Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) gelangt in einer zusammenfassenden Auswertung** bisheriger wissenschaftlicher Daten zu der Ansicht, dass ein positiver Zusammenhang zwischen dem Obst- und Gemüseverzehr und dem Asthmarisiko wahrscheinlich ist. Besonders Menschen, die häufig in den sauren Apfel beißen, scheinen von einem reduzierten Asthmarisiko zu profitieren. Bei Allergikern, die mehrmals am Tag zum Apfel griffen, konnte eine deutliche Verbesserung der Symptome festgestellt werden.
Herbstgemüse lässt sich abwechslungsreich zubereiten
Die heimischen Obst- und Gemüsesorten sind jedoch nicht nur ideale Lieferanten wichtiger Vitalstoffe, sondern helfen obendrein dabei, überflüssige Kilos purzeln zu lassen. Mit jedem Kilo weniger steigt die Belastbarkeit im Alltag. Und das wiederum senkt das Risiko für einen Asthmaanfall.
Gerade der Apfel und die Birne, die im Herbst Hochsaison haben, sind eine ideale Zwischenmahlzeit für unterwegs. Sie schlagen mit nur etwa 55 Kilokalorien pro 100 Gramm zu Buche und sättigen dank der in der Schale enthaltenen Ballaststoffe sehr gut. Das im Apfel enthaltene Vitamin C stärkt obendrein das Immunsystem und hilft so dabei, einer Verschlechterung des Asthmas vorzubeugen.
Wen im Herbst die Lust auf Süßes packt, kann einfach zur saftigen Birne greifen. Sie liefert wichtige Vitalstoffe und hat weit weniger Kalorien als Schokolade oder andere Süßwaren.
Jetzt im Herbst gibt es vor allem Kohl frisch vom Feld. Kohl enthält reichlich Mineralstoffe, Ballaststoffe und vor allem Vitamin C. Kohlgemüse lässt sich vielseitig zubereiten, etwa in Suppen, Aufläufen, Eintöpfen oder als Gemüsebeilage zu Gerichten mit magerem Geflügelfleisch oder Fisch.
Eine gesunde Ernährung ersetzt nicht die Dauertherapie
Eine ausgewogene Ernährung spielt eine entscheidende Rolle, um die Leistungsfähigkeit im Alltag zu verbessern. Um die Symptome dauerhaft zu lindern und Entzündungsreaktionen einzudämmen, sollte jedoch unbedingt auf die regelmäßige Einnahme der Medikamente geachtet werden. Nur die Kombination aus ausreichend Bewegung, einer gesunden Ernährung und einer gut kontrollierten Asthma-Dauertherapie hilft dabei, einen nahezu beschwerdefreien Alltag zu leben.
(sf/bsmo)
Weiterführende Links:
Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.: Wissenswertes über Obst und Gemüse
Saisonkalender für heimische Obst- und Gemüsesorten mit leckeren Rezepten
Quellen:
Nach Informationen von Fachzeitschrift Chest, Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH (CMA) und Techniker Krankenkasse (TK)
Verwendete Studien/wissenschaftliche Veröffentlichungen:
* Jane S. Burns et al., Low Dietary Nutrient Intakes and Respiratory Health in Adolescents. In: Chest Vol. 132, 2007, S. 238-245
** Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.: http://www.dge.de/pdf/ws/Stellungnahme-OuG-Praevention-chronischer-Krankheiten-2007-09-29.pdf
Bild-Quelle:
istockphoto.com, @ Catherine Yeulet
September 2008