Freizeit

In der Erkältungszeit gezielt gegen Infekt-Asthma vorbeugen

Ein häufiger Auslöser für einen Asthmaanfall ist eine Virusinfektion der Atemwege, meist durch eine Erkältung oder Grippe ausgelöst. Gerade in der kalten Jahreszeit sind Asthmatiker gefährdet, sich zu infizieren. Andere entwickeln Asthma erst durch einen verschleppten Infekt. Tipps, um ohne Erkältung durch den Winter zu kommen.

Frau mit Mütze und Schal


Küssen trotz Erkältung erlaubt
Die Erkältungszeit sorgt für Frust bei Paaren. Lieber nicht küssen, lautet die verbreitete Devise, wenn es einen von beiden erwischt hat. Doch die Sorge, sich anzustecken ist weitgehend unbegründet. Küssen ist weniger gefährlich, als die meisten annehmen. Der US-Forscher Elliot Dick fand heraus, dass sich von 16 Studenten nur einer durch einen Kuss mit Erkältungserregern infizierte. Als Grund vermutet der Wissenschaftler, dass die Viren mit dem Speichel in den Magen gelangen und die dortige Säure nicht überleben. Vielmehr schützt Küssen sogar vor Erkältung. Es stärkt nämlich das Immunsystem. So kann der Körper Krankheitskeime besser abwehren. Ein Effekt, den viel Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Entspannung weiter steigern.

Erreger setzen sich auf Türklinken und Lichtschaltern ab
Statt durch Küssen verbreiten sich Erkältungserreger viel häufiger durch die Luft. Ein kräftiger Nieser kann die Viren bis zu vier Metern weit schleudern – mit einer sagenhaften Geschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde. Sie legen sich dann auf der Haut oder Gegenständen ab und können dort mehrere Stunden aktiv bleiben. „Die Erreger wandern nicht nur durch direkten Kontakt per Tröpfchenübertragung von einem Menschen zum anderen, sondern sie lauern überall – auch auf alltäglichen Gegenständen wie Türklinken, Lichtschaltern oder der Computermaus“, erläutert Dr. Martin Adler, Facharzt für Allgemeinmedizin in Siegen. Der Mediziner empfiehlt daher, in ein Taschentuch zu niesen und sich beim Husten eine Hand vor den Mund zu halten, um das Verteilen der Erreger so weit wie möglich einzudämmen. Schritt zwei: Nach dem Niesen oder Husten unbedingt die Hände waschen, damit die Erkältungsviren nicht beim höflichen Handschlag weitergereicht werden und ihren Weg in den Körper nehmen. Dies geschieht durch so genannte Schmierinfektionen: Unbewusst fasst sich jeder mehrmals in der Stunde an die Nase, legt den Zeigefinger auf den Mund oder reibt sich die Nase. Dabei reicht schon eine geringe Anzahl von Viren aus, um im Körper eine Infektion auszulösen, und nach kurzer Zeit zeigen sich die ersten Erkältungssymptome wie Schlappheit, Schnupfen und Halsschmerzen.

Häufiges Händewaschen schützt vor Erkältungen
Sich oft und sorgfältig die Hände zu waschen, ist eine der effektivsten Möglichkeiten, einer Erkältung vorzubeugen. Asthmatiker sollten sich dies sehr bewusst machen. Denn durch eine Erkältung können ihre Bronchien verkrampfen, sodass sie keine Luft mehr bekommen. Für rund ein Drittel aller Asthmakranken war eine Infektion sogar der Auftakt für ihr Leiden. Dieses „Infekt-Asthma“ entsteht, wenn die letzte Erkältung, Atemwegserkrankung oder Grippe nicht richtig auskuriert wurde. Der Infekt schwillt dann nach einigen Wochen wieder an – bis zum ersten Asthmaanfall. Betroffene sollten sofort ihren Hausarzt aufsuchen und sich zu einem Asthmaspezialisten überweisen lassen. So lässt sich verhindern, dass sich die Erkrankung verschlimmert. Ein Arzt kann einen Asthmatiker so mit Medikamenten einstellen, dass der Patient den Alltag ohne Beschwerden zu meistern vermag.

(mj/BSMO)

Quellen: Dr. Ellen Maushaben-Schnaas und Martina Schnober-Sen, „Asthma – Beschwerdefrei durch den Alltag“, Georg-Thieme-Verlag 1996, Barmer Ersatzkrankenkasse, Techniker Krankenkasse

Oktober 2007

Bild-Quelle: istockphoto.com, © Mirko Pernjakovic



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Samstag, 31. Juli 2010

Medizinischer Beirat - Ihr Experte Herr Dr. Michael Barczok


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