Farbenfrohe Ostereier können auf die Atemwege gehen
Was wäre Ostern ohne bunte Eier? Gerade mit Kindern macht es Spaß, hart gekochte Eier oder leere Eierschalen zu bemalen und zu färben. Aber Vorsicht, auch Lebensmittelfarben können ein gewisses Allergierisiko mit sich bringen. Vor allem bestimmte handelsübliche Azofarben sind dabei besonders kritisch zu betrachten. E 127 (Erythrosin), E 102 (Tartrazin), E 122 (Azorubin) und E 151 (Brillantschwarz) sind bekannt dafür, dass sie bei allergisch veranlagten Menschen schon beim Verzehr geringster Mengen zu Hautrötungen, Juckreiz, einem Neurodermitis-Schub oder sogar einem Asthma-Anfall führen können. Bereits beim Färben der Eier geht es los. Kinder stecken gerne ihre Finger in den Mund und können so ungewollt die unverdünnte Farbe verschlucken. Auch bei fertig gefärbten Eiern, zum Beispiel aus dem Supermarkt, können sogenannte allergische Frühreaktionen in Form von Nesselsucht oder sogar Atemnot auftreten, denn die Farbe dringt durch feine Risse und Poren bis ins Innere der Eier und wird so mitgegessen.
Vorsicht bei der Eiersuche!
Ostern ist generell eine Zeit, in der das Allergie- und Asthmarisiko steigt. Nach der Blüte von Hasel und Erle beginnt im April die Hauptblütezeit der Birke.
Im Gegensatz zu Weide, Esche oder Hainbuche, die ebenfalls zu dieser Zeit blühen, wird der Birke ein großes Allergiepotential zugeschrieben. Birkenpollen lösen bei vielen Menschen allergische Reaktionen der Atemwege bis hin zu Asthmaanfällen aus.
Ostereierfarben können bei überempfindlichen Menschen allergieartige Reaktionen und Asthmaanfälle auslösen.
Auch Kinder sind nicht selten von Birkenpollen-induziertem Heuschnupfen und Asthma betroffen. Da bei ihnen das Immunsystem in dieser Zeit bereits auf Hochtouren läuft, besteht die Gefahr umso mehr, dass es auch zu anderen Überreaktionen, etwa gegenüber sogenannten schwachen oder Pseudoallergenen wie den genannten Azofarbstoffen, kommt.
Trotzdem muss keiner auf bunte Eier verzichten
Statt Fertigfarben empfehlen Verbraucherschützer und Experten Allergikern daher, lieber Naturfarben zum Färben der Ostereier zu verwenden. Denn diese gelten als unbedenklich für Atemwege und Immunsystem.
Der Ärzteverband Deutscher Allergologen rät zu folgenden Naturfarben:
Zwiebelschalen, Brennnesseln, schwarzer Tee, Kamille, Kümmel oder frischer Spinat müssen in Wasser ausgekocht werden. Nehmen Sie ca. 250 Gramm auf einen Liter Wasser und lassen Sie das Ganze eine halbe Stunde zugedeckt köcheln. In dem Sud werden die Eier dann hart gekocht und anschließend noch eine halbe Stunde im heißen Farbbad liegen gelassen. Hobbybücher und Internet bieten viele weitere Tipps und alternative Techniken, mithilfe derer sich auch mit Naturfarben wunderschöne Ostereier fertigen lassen.
Atemwegsfit für die Zeit um Ostern und danach
Doch nicht nur auf mögliche Allergene in Eierfarben und Luft, sondern auch auf die richtige Grundmedikation sollten Asthmatiker achten. Die regelmäßige Medikamenteneinnahme schwächt das Allergierisiko ab.
Wer allerdings erst anfängt seine Medikamente einzunehmen, wenn die Atemwegsprobleme und Asthmabeschwerden bereits eingetreten sind, der läuft Gefahr, dass sich sein Zustand unnötig verschlimmert.
Die Allergiebereitschaft lässt sich durch eine gute Grundmedikation gering halten.
Suchen Sie daher regelmäßig Ihren Lungenfacharzt auf, um ihre Medikamentendosen und vor allem auch die Ihrer Kinder überprüfen zu lassen.
(sk/bsmo)
Linktipps:
Tipps und Techniken – Ostereier mit Naturfarben färben
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Quellen:
Nach Informationen von Lifeline, Ärzteverbandes Deutscher Allergologen e.V. (ÄDA), der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst und food-monitor.de
Bild-Quelle:
shutterstock.com, @ Liv friis-larsen
März 2009