Freizeit

Risikofaktor Stress – Autogenes Training kann Asthma bessern

Auch Stress ist ein Faktor, der Asthmaanfälle begünstigen oder sogar mit auslösen kann. Weil sich Ärger und Anspannung aber nicht immer vermeiden lassen, ist es hilfreich, entsprechende Entspannungstechniken zu erlernen, mit denen man therapiebegleitend dem Ernstfall vorbeugen kann. Dazu gehört das autogene Training.

Frau auf Wiese


Stress kann Asthma verstärken
Psychische Faktoren spielen zweifelsohne eine große Rolle bei Asthma: Sie sind ganz entscheidend dafür, wie ein Patient seine Krankheit bewältigt und bestimmen somit auch, welches Ausmaß die Krankheit erreicht. Bei etwa 20-35% der Asthmapatienten verschlimmern sich die Asthmabeschwerden unter Stress. Gleichsam können stressende Faktoren wie Zeitdruck, Aufregung und Angst zu Husten und Luftnot führen.

Erhöhte Atemwegsempfindlichkeit
Verschiedene Untersuchungen, deren Ergebnisse allerdings noch weiter geprüft werden müssen, erbrachten Hinweise darauf, dass psychologischer Stress Atemwegsentzündungen und Atemwegsempfindlichkeiten beeinflussen können. Beispielsweise wurden in einer amerikanischen Studie Teilnehmer während eines Anfalls mit Wörtern konfrontiert, die in einem engen Zusammenhang mit Asthma stehen, z.B. mit dem Wort Keuchen. Deren bloße Nennung löste bei den Betroffenen Stress aus und führte dazu, dass sich die Asthmasymptome noch weiter verstärkten. Andererseits gibt es Erfahrungen, dass sich Asthmabeschwerden und die Atemfunktion durch bestimmte Entspannungstechniken bessern lassen, so etwa durch autogenes Training.

Autogenes Training bringt Entspannung
Die Methode des autogenen Trainings wurde von dem Berliner Psychiater Johannes Heinrich Schultz in den 20er Jahren entwickelt. Sie basiert auf Hypnose und seelischer Beeinflussung (Suggestion), die entweder durch einen Übungsleiter oder, nach fachlicher Anleitung, durch den Betroffenen selbst erfolgen kann. Der Betroffene konzentriert sich auf kurze, formelhafte Vorstellungen wie „Der rechte Arm wird warm“ oder „Der Atem geht ruhig und gleichmäßig“ und versucht, sich diese im Geiste möglichst intensiv vorzustellen. Wenn man die Sache richtig betreibt, sollen durch die bloßen Vorstellungen körperliche Reaktionen hervorgerufen werden, die genau den vorgestellten Zustand hervorrufen. Demnach werden die Arme besser durchblutet und dadurch wirklich warm und die Atmung tatsächlich ruhiger. Am Ende wird ein Zustand tiefer Entspannung erreicht. Der Faktor Stress, der Asthma begünstigt, ist ausgeschaltet.

Mehr als Hokuspokus
Auch wenn die bisherige Datenlage noch keine eindeutigen Schlüsse über Wirksamkeit und Wirkmechanismen von autogenem Training, beispielsweise bei Asthma, zulässt, sprechen Erfahrungen und einige Studien an kleineren Patientengruppen für die Methode. So konnten Wissenschaftler an der Universität Essen durch die Messung der Gehirnaktivitäten bei Probanden nachweisen, dass durch Suggestion (seelische Beeinflussung) beim autogenen Training dieselben Gehirnregionen aktiviert werden wie bei realer Stimulation. So aktivierte die Vorstellung von Schwere auch die entsprechenden, für Bewegung zuständigen Areale im Gehirn.

Medikamente trotzdem nie vergessen!
Trotz der positiven Einflüsse, die autogenes Training auf Asthmabeschwerden haben kann, kann es eine angemessene Asthmatherapie nicht ersetzen, sondern immer nur begleitende Maßnahme sein. Am wichtigsten bei der Vorbeugung von Anfällen bleibt, die vom Arzt verordneten Asthmamedikamente regelmäßig einzunehmen und eine gute Asthmakontrolle (Peakflowmeter) zu betreiben. Wie gut Sie Ihr Asthma im Griff haben, können Sie anhand des Asthmakontrolltests bestimmen. Zusätzlich sollte man aber auch die äußeren Faktoren (Stress, Allergene usw.) kennen, die im persönlichen Fall das Anfallsrisiko erhöhen und ihnen entgegenwirken. Und dabei können Maßnahmen wie das autogene Training eine gute Hilfe sein.

Nach Informationen von www.wissenschaft.de, des Forschungsinstitutes für den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (BGFA), der Ärtze Zeitung und >www.wikipedia.org (Informationen zur Methode)

Quellen:
Nach Informationen der Ärzte Zeitung, Wissenschaft.de, Lungenärzte im Netz und der Ruhr-Uni Bochum

Linktipps:
Weiterführende Informationen zur Methode des autogenen Trainings finden Sie hier:
www.stiftung-warentest.de/anderemedizin/publication/autogenes_training.html

Oktober 2007

Bild-Quelle:
istockphoto.com, © Valentin Casarsa



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Samstag, 31. Juli 2010

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