Freizeit

Gesund schlafen trotz Asthma – Denn der Körper benötigt Erholung

Viele Menschen leiden unter Schlafstörungen. Ein schlecht eingestelltes Asthma kann der Grund dafür sein. Wer sich morgens immer noch so müde und zerschlagen wie am Abend zuvor fühlt, sollte daher auch seinen Asthmastatus überprüfen lassen.

Gesund schlafen trotz Asthma


Acht Stunden geschlafen und immer noch müde?
Viele Menschen kennen das: Schon beim Aufwachen fühlt man sich schlapp und ausgelaugt und kommt nicht recht in Schwung. Die Konzentration lässt zu wünschen übrig und spätestens nach dem Mittagessen überkommt viele die große Schläfrigkeit. Und das, obwohl man recht früh im Bett war und eigentlich genug Schlaf bekommen haben sollte. Der Grund für solche Probleme sind häufig Schlafstörungen. In vielen Fällen ist man sich selbst gar nicht bewusst, dass man nachts unruhig gewesen ist. Rund 80 verschiedene schlafbezogene Erkrankungen sind mittlerweile bekannt. Darunter fällt auch schlecht eingestelltes Asthma. Nächtliche Atemnot ist für zu wenig Sauerstoff im Körper verantwortlich und ruft tagsüber die typischen Symptome wie fehlende Konzentration, bleierne Müdigkeit und Abgeschlagenheit hervor.

Schlaf ist mehr als Entspannung
Während der Nacht durchläuft unser Körper mehrere Schlafzyklen, in denen wir abwechselnd im Tiefschlaf sind oder träumen. Alle Schlafphasen haben ihren eigenen Zweck - einige dienen der körperlichen Erholung, andere sind dazu da, um dem Gehirn zu helfen, all die Eindrücke vom Vortag zu verarbeiten.


Wir lernen auch im Schlaf: In den Nachtstunden verschiebt unser Gehirn Informationen aus dem Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis. Kein Wunder also, dass sich Körper und Geist nicht erholt fühlen, wenn der Schlafrhythmus gestört ist.

„Auch ein tags gut eingestelltes Asthma kann sich nachts schlafstörend auswirken, denn der Atemwegswiderstand steigt im Schlaf gegenüber dem Wachzustand stark an.“

Wenn beispielsweise durch ein schlecht eingestelltes Asthma nachts der Sauerstoff im Gehirn knapp wird, holt es uns aus dem tiefen Schlaf in ein wacheres Stadium zurück, um die Atmung besser steuern zu können. Auch wenn man sich an solche Ereignisse nicht erinnert, bekommt man am nächsten Tag die Auswirkungen zu spüren.

Anlaufpunkte Lungenarzt und Schlaflabor
Um dem Grund für Schlafstörungen auf die Spur zu kommen, sollte man sich als Asthmapatient zunächst an seinen Facharzt oder seine Fachärztin wenden. Oft ist es hilfreich, wenn der Partner mit in die Sprechstunde kommt und seine Beobachtungen erzählen kann: Schnarcht der von Schlafstörungen geplagte Partner oder deuten die Atemgeräusche vielleicht auf Atemnot hin? Eine gründliche Lungenfunktionsprüfung und eine optimale medikamentöse Einstellung der Asthmaerkrankung bringen bei vielen Patienten Linderung, die unter asthmabedingten Schlafstörungen leiden. Wichtig hier: Selbst ein tags eigentlich gut eingestelltes Asthma kann sich nachts durchaus schlafstörend auswirken, denn der Atemwegswiderstand steigt im Schlaf gegenüber dem Wachzustand stark an. Schließlich können aber auch seelische Belastungen und Sorgen hinter den Schlafproblemen stehen und letztlich zu einer Verschlechterung des Asthmas führen - wie jede Art von Stress.

Halten die Symptome an oder bessern sie sich nur unzureichend, sollte der nächste Anlaufpunkt das Schlaflabor sein. Dort werden die Art der Schlafstörung untersucht und mögliche Lösungsansätze unterbreitet. Unterstützend kann man aber auch selbst zu Hause einiges für einen gesunden Schlaf tun.

Asthmaauslöser aus dem Schlafzimmer verdammen
Achten Sie darauf, dass Ihr Schlafzimmer und Ihr Bett allergietauglich sind: Milbenreduzierende Matratzenauflagen, Allergikerbezüge für Bett und Kissen, Staubfreiheit und gute Hygiene sind je nach Asthmaerkrankung im Schlafzimmer ein Muss.

Pollenallergiker sollten vor dem Zubettgehen die Haare waschen. Schlafen Sie nicht zu warm, optimal ist eine Raumtemperatur etwa um 16 Grad Celsius. Haustiere haben im Schlafzimmer nichts zu suchen und geraucht werden sollte in der gesamten Wohnung nicht - auch nicht bei offenem Fenster.

„Eine gründliche Lungenfunktionsprüfung und eine optimale medikamentöse Einstellung der Asthmaerkrankung bringen bei vielen Patienten Linderung.“

Einschlafrituale helfen, um zur Ruhe zu kommen
Um abends die richtige Bettschwere zu erreichen, sollte man sich einige Einschlafrituale zulegen, die einem helfen, auch geistig den Tag loszulassen. Ein Becher warme Milch oder entspannende Musik zu hören, können als offizielles Ende vom Tag genommen werden. Essen Sie spät abends nicht zu viel und meiden Sie zu viel Alkohol. Auch er beeinflusst die nächtliche Atmung negativ. Gehen Sie nicht zu früh und nicht zu spät zu Bett, sondern finden Sie Ihre individuelle Lieblingszeit. Dann steht einer ruhigen Nacht nichts mehr im Wege.

Medikamente bieten Sicherheit
Wenn Sie unter asthmabedingten Schlafstörungen leiden, ist die beste Voraussetzung für einen gesunden Schlaf, dass der Arzt die medikamentöse Einstellung überprüft und Sie die verordneten Medikamente regelmäßig einnehmen.
(sk/bsmo)

Linktipps:
Nächtliche Schlafstörungen durch Asthma

Schlafhygiene

Quellen:
Nach Informationen von Arbeitsgemeinschaft für angewandte Schlafmedizin (AfaS) und Schlaflabor Dr. phil. Tilmann H. Müller, Münster

Bild-Quelle:
istockphoto.com, @ Sladjana Lukic

November 2008



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Samstag, 31. Juli 2010

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