Hm, wie das duftet! Die Weihnachtszeit ist die Zeit der exotischen Gewürze. Anis und Ingwer verfeinern den Geschmack von Lebkuchen und Printen, Kardamom macht den Chrisstollen, Koriander und Nelken den Spekulatius fein. Dazu Muskatnuss und Vanille, die je nach Belieben in Kipferln und Gebäck für Hochgenuss sorgen. Ob süß oder herzhaft – Gewürze machen aus einfachen Zutaten etwas Besonderes. Wenn ihr Geruch in der Luft liegt, stellt sich bei uns die Vorfreude auf das bevorstehende Adventszeit und das Weihnachtsfest ein.
Viele Weihnachtsgewürze sind Heilkräuter
Doch damit nicht genug. Viele der weihnachtlichen Gewürze werden traditionell auch als Heilkräuter verwendet. Sie können den Blutdruck senken, appetitanregend und entspannend sowie gegen bestimmte Krankheiten wirken. So sollen Kardamom Herz und Magen stärken, Koriander bei Heuschnupfen helfen, Pfeffer und Piment den Appetit und die Verdauung anregen und Vanille ein natürlicher Appetitzügler und darüber hinaus entspannend und kreativitätsfördernd sein.
Anis und Nelken halten die Atemwege frei!
Auch gegen asthmatische Beschwerden und zum Schutz der Atemwege sind Kräuter gewachsen. Man denke nur an Thymian- und Kamillentee, die entzündungshemmend und entkrampfend auf die Atemwegsschleimhaut wirken. Auch Weihnachtsgewürze zeigen ähnlich positive Effekte. Beispielsweise wirken Anis und Nelken gegen Viren und Bakterien, Auslösern von Atemwegserkranken, entgegen und halten so die Atemwege frei. Das ist wichtig, gerade bei Asthma, denn Infektionen stellen hier ein zusätzliches Risiko für eine weitere Verschlechterung der Krankheitszeichen dar.
Wenn die Lippen plötzlich kribbeln
Doch nicht jeder kann die eigentlich gesundheitsförderlichen Geschmacksbringer der Weihnachtszeit ungetrübt genießen. Manchmal stellen sich bei Menschen, die in den Frühjahrs- und Sommermonaten an einer Pollenallergie leiden, nach dem Genuss von Stollen, Keksen, Leb- und Honigkuchen Symptome wie Kribbeln, Juckreiz und Schwellungen der Mund- und Rachenschleimhäute oder auch Magen- und Darmbeschwerden ein.
Der Grund: Pollenallergiker können eine sogenannte Kreuzallergie entwickeln. Denn die Allergene von Pollen und bestimmten Nahrungsmitteln sind sich chemisch so ähnlich, dass der Körper, der eigentlich gegen die Pollen sensibilisiert ist, auch auf die betreffenden Nahrungsmittel reagieren kann. Damit sind leider auch die Weihnachtsgewürze nicht ganz ohne Allergiepotential, obwohl sie selbst nicht der direkte Auslöser für die Überreaktionen sind.
Bekannte Kreuzallergien
Menschen, die gegen Beifuß und Birke sensibilisiert sind, haben am häufigsten mit diesen Kreuzreaktionen zu kämpfen. So werden das Birkenpollen-Nuss-Obst-Syndrom und das Sellerie-Karotten-Beifuß-Gewürz-Syndrom beschrieben. Dies heißt, wenn jemand auf Frühblüher wie Birke, Erle oder Hasel reagiert, sind gleichsam Reaktionen auf Nüsse, Mandeln und daraus bereitete Leckerein wie Marzipan oder Schokolade und einige rohe Obstsorten, z.B. Äpfel oder Birnen, möglich. Beifußpollen-Allergiker können dagegen auch auf Kräuter und Gewürze, etwa Pfeffer, Fenchel, Anis oder Koriander, die in der Weihnachtszeit Hochkonjunktur haben, reagieren. Statistisch gesehen kommen beide Formen der Kreuzallergien gar nicht selten vor, Birkenpollenallergiker sind sogar zu 50-60% von einer Kreuzreaktion betroffen.
Trotzdem gilt: Kein Verdruss statt Genuss!
Prophylaktische Zurückhaltung gegenüber dem Verzehr ganzer Lebensmittelgruppen wie beispielsweise von Weihnachtsbackwerk ist trotzdem unangebracht. Schließlich kommen die Reaktionen längst nicht bei jedem und oft auch nur gleichzeitig mit den pollenassoziierten Reaktionen, also zur Pollenflugzeit vor, sodass die entsprechenden Nahrungsmittel im Winter von vielen Betroffenen durchaus verzehrt werden können. Bei den meisten Obst- und Gemüsearten, leider aber nicht bei Gewürzen, lassen sich die Allergene zudem auch durch Kochen zerstören.
Kontrollieren Sie Ihr Asthma!
Wer sein Asthma stabil hält, also regelmäßig seine Medikamente einnimmt und die Peakflow-Werte kontrolliert, wird leicht feststellen, wann und vor allem wodurch er Probleme bekommt und kann daraufhin seine Ernährung umstellen.
(cu/BSMO)
Quelle:
Nach Informationen von Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB), www.allum.de und IKK Sachsen
Weiterführende Links:
Gewürze und Gesundheit
http://www.ikk.de/ikk/generator/ikk-sachsen/aktiv-und-gesund/ernaehrung-und-diaet/34250,templateId=renderPrintPage,i=l,s=3079,r=305.html
Informationen zu Kreuzallergien
http://www.daab.de/all_kreuzallergie.php
Leckere Weihnachtsrezepte:
Rita Kopp: Bratapfel und Winterduft - das Wintergenussbuch.
Thorbecke Verlag 2006
Bild-Quelle:
istockphoto.com, © Olga Langerova
Dezember 2007








