Freizeit

Der Winter sitzt in den Startlöchern – Sind Sie gut gerüstet?

Die Tage werden kürzer, die Luft kühler, erste Flocken fallen vom Himmel. Jetzt heißt es, warm anziehen und der Kälte trotzen. Denn nun sind es nicht mehr die Pollen, die einem Asthmatiker das Leben schwer machen, sondern vor allem drohende Atemwegsinfekte. Wer vorbeugt, kann den Winter getrost genießen.

Lachende Menschen in Winterlandschaft


Wenn auch so mancher in Anbetracht der bevorstehenden kühlen Temperaturen lieber ganz tief im Sessel versinkt und sich die dicke Wolldecke über die Ohren zieht, der Winter kann auch Spaß machen. Rodeln und Ski gut, heißt es in den Gebirgsregionen und auch im Flachland bekommt man mit etwas Glück so manchen Flockenwirbel und verschneiten Winterwald zu Gesicht. Für einen Asthmatiker bedeutet der hereinbrechende Winter aber auch, sich gegen einige Unbilden der kalten Jahreszeit besonders zu wappnen, denn diese können sich negativ auf das Asthma auswirken.

Viren, Bakterien und kalte Luft – gefürchtetes Asthmatrio im Winter
Es liegt was in der Luft, heißt es für Asthmatiker nicht nur im Sommer: Kalte Luft und hohe Konzentrationen an Feinstaub sowie Partikeln aus Autoabgasen und Heizungsanlagen, die durch ungünstige Wetterlagen vor allem im Winter entstehen, können den überempfindlichen Atemwegen eines Asthmatikers gehörig zusetzen und im Extremfall sogar einen Asthmaanfall auslösen. Risikofaktor Nummer „1“ bleiben allerdings die Atemwegsinfekte, die in der kalten Jahreszeit bekanntlich besonders auftreten. Die dazugehörigen Viren und Bakterien scheiden Giftstoffe aus. Die Folgen: Entzündung der Bronchien, Verengung der Atemwege und angegriffene und die Schleimhäute. Dadurch bedingt steigt die Gefahr von Asthmaanfällen enorm an.

Machen Sie Ihr Immunsystem fit für die kalte Jahreszeit!
Damit Sie gut und möglichst ohne Erkältung und Asthmaanfall über den Winter kommen, sollte das Immunsystem gut aufgestellt sein. Unbedingt zu empfehlen ist deshalb eine Grippeschutzimpfung, die man sich am besten gleich zu Beginn der kalten Jahreszeit im Herbst verabreichen lässt. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und eine Ernährung mit viel Vitaminen, die überdies reich an Mineralstoffen wie Eisen und Zink ist, sorgen für die nötige Widerstandskraft gegenüber Erkältungsviren. Die gesunden Stoffe sind in einheimischem Wintergemüse wie Lauch, Sellerie, Weißkraut, Möhren, Grünkohl oder Spinat enthalten.

Trainieren Sie regelmäßig an der frischen Luft
Ein regelmäßiges leichtes Ausdauertraining, z.B. Nordic Walking oder Hallenschwimmen, verhindert nicht nur den Ansatz von unliebsamem „Winterspeck“, sondern bringt auch das Immunsystem auf Vordermann. Beginnen Sie schon im Herbst mit der regelmäßigen sportlichen Betätigung an der frischen Luft, dann sind die Abwehrkräfte für den Winter rechtzeitig aufgebaut. Wenn sich der erste Schnee einstellt, können Sie auch auf Wintersportarten umsteigen. Egal ob Schlittschuhlaufen oder Skifahren durch den verschneiten Winterwald - Sportarten, bei denen die Belastungsintensität nur mäßig und gut dosierbar ist, sind bei Asthma und für das Immunsystem immer gut.

Bei der Planung vom Winterurlaub Klima berücksichtigen
Zwar ist es selten, dass Asthma allein durch kalte Luft ausgelöst wird. Allerdings führen niedrige Temperaturen bei Menschen mit Belastungsasthma, exogen-allergischem Asthma oder Medikamentenallergie häufiger zu Beschwerden. Deshalb sollten Asthmatiker Urlaubsorte mit einem extrem kalten und trockenen Klima eher meiden und für den Wintersport stattdessen lieber eine Gegend wählen, in der es mäßig kalt und etwas feuchter ist. Machen Sie sich also lieber nach Norwegen als nach Schweden auf. So zeigte eine skandinavische Studie*, dass im sehr kalten, trockenen Schweden die Asthmarate unter Profiskifahrern mit 42% extrem hoch ist und sogar deutlich höher als im benachbarten, klimatisch milderen und feuchteren Norwegen. Hier entwickelten nur 12% der Athleten Asthmabeschwerden.

Die richtige Winterkleidung
Kleiden Sie sich am besten nach dem Zwiebelprinzip. So vermeiden Sie überflüssiges Schwitzen und späteres Auskühlen. Auch das Schuhwerk sollte warm und wasserdicht sein. So verhindern Sie nicht nur, dass Sie unnötig frieren, sondern auch, dass die Krankheitserreger allzu leichtes Spiel haben. Decken Sie sich also rechtzeitig mit der richtigen Winterkleidung ein und bringen Sie auch die Ausrüstung für Ihre Lieblingswintersportart auf Vordermann, damit Sie sich auch im Winter ausreichend sportlich betätigen können.

Für den Rest sorgt Ihr Asthma-Medikament
Um gegen die besonderen Umweltreize im Winter gut gewappnet zu sein, müssen Sie natürlich auch Ihre Asthmamedikamente regelmäßig einnehmen. Diese sorgen für die notwendige Weitstellung der Atemwege und wirken Entzündungen der Atemwegsschleimhaut entgegen. Somit können Ihnen Kälte und dicke Luft nicht so schnell etwas anhaben.
(cu/BSMO)

Quelle:
Nach Informationen von Schweizerisches Zentrum für Allergie, Haut und Asthma www.ahaswiss.ch, www.focus.de und Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

* Sue-Chu M, Larsson L, Bjermer L: Prevalence of asthma in young crosscountry skiers in central Skandinavia: differences between Norway and Sweden. Respir.Med. 90: 99-105. 1996

Weitere nützliche Tipps zum Thema erhalten Sie hier:
Asthma und Impfen

Gesund durch den Winter
http://www.die-praevention.de/thema_des_monats/winter/index.html

Ist Ihr Asthma gut kontrolliert?

Bild-Quelle:
© BSMO GmbH

November 2007



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Samstag, 31. Juli 2010

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