Sport

Dem Asthma davonlaufen

Den Winter über haben viele Asthmatiker ihre Laufschuhe in den Schrank verbannt. Damit ist jetzt Schluss. Der Frühling naht und es wird Zeit, etwas für die Kondition zu tun. Um nach der langen Pause nicht aus der Puste zu geraten, heißt es: langsam anlaufen lassen. Das gilt erst recht für Neueinsteiger.

Zwei Personen in den Dünen laufend


Kick für die Lungen
Die Diagnose Asthma bedeutet nicht, dass man auf Sport verzichten sollte – im Gegenteil. Neben der regelmäßigen medikamentösen Therapie gilt Sport als wichtige Säule der Asthmabehandlung. Denn eine dauerhafte körperliche Schonung kann das Belastungsasthma sogar noch verstärken. Laufen ist ein idealer Sport für Asthma-Patienten. Es kräftigt die Atemmuskulatur, erhöht das Fassungsvermögen der Lungen und schützt vor Infekten. Wer regelmäßig seine Runde dreht, baut außerdem Stress ab und stärkt Herz wie Kreislauf. Asthmatiker, die sich bislang nicht sportlich betätigt haben, sollten sich allerdings vor Trainingsbeginn mit ihrem Arzt beraten und ihre medikamentöse Einstellung überprüfen. Hat man sein Asthma im Griff, kann es losgehen. Doch Vorsicht: Untrainierte dürfen sich nicht überfordern! Das gilt für Neueinsteiger, aber auch für asthmakranke Läufer, die im Winter pausiert haben.

Intervalltraining: prima für Asthmatiker

Überanstrengung kann einen Asthmaanfall auslösen. Deshalb heißt es nach einer sportlichen Auszeit langsam wieder Kondition aufbauen. Das geht am besten mit einem Trainingsplan. Der Deutsche Sportbund empfiehlt:

  • Zunächst 10 Mal abwechselnd 1 Minute laufen und 1 Minute gehen.
  • In der nächsten Stufe 4 Mal abwechselnd 1 Minute laufen und 1 Minute gehen, dann steigern auf 2 Mal 2 Minuten laufen und 2 Minuten gehen und abschließend 4 Mal 1 Minute laufen und 1 Minute gehen.
  • In der dritten Einheit: 3 Mal abwechselnd 1 Minute laufen und 1 Minute gehen; steigern auf 2 Mal 2 Minuten laufen und 2 Minuten gehen, zum Schluss 3 Mal 1 Minute laufen und 1 Minute gehen.

Dieses Intervalltraining kommt Asthmatikern besonders zugute. So kann sich die Atmung zwischen den Belastungen beruhigen - Hyperventilation wird vermieden.

Am Anfang dreimal pro Woche laufen
Ziel des Einstiegstrainings ist es, 20 Minuten am Stück zu laufen. Danach kann das Pensum weiter gesteigert werden. Die einzelnen Einheiten lassen sich individuell anpassen. Wer über den Winter völlig abgeschlafft ist, lässt sich einfach entsprechend viel Zeit, bis er die nächste Trainingseinheit in Angriff nimmt. Experten raten, am Anfang 3 Mal pro Woche zu laufen und sich dazwischen einen Ruhetag zu gönnen. Nach der 7. Woche dürfen`s auch ruhig 4 Mal wöchentlich sein. Das Tempo spielt übrigens überhaupt keine Rolle: Es geht darum, die gesetzten Zeiten durchzuhalten, nicht möglichst weit zu kommen. Am Anfang laufen die meisten Menschen zu schnell. Ideal ist es, mit einem lockeren Trimm-Trab anzufangen.

Eine gute Vorbereitung ist das A & O
Erfahrene Sportler wissen, wie wichtig Aufwärmen vorm Laufen ist. Doch Anfängern sei gesagt: 10-15 Minuten Stretching stimuliert den Kreislauf und regt die Herztätigkeit an; Tonus und Elastizität der Muskeln werden positiv beeinflusst - das Verletzungsrisiko sinkt. Ein "Kaltstart" kann bei Asthmatikern außerdem zu einer Verengung der Bronchien und Atemnot führen. Das gilt es natürlich zu vermeiden. Oft vernachlässigt, aber ebenso wichtig ist das "Auslaufen". Es gibt dem Körper Gelegenheit, sich nach der erhöhten Tätigkeit wieder zu normalisieren.
(mj/BSMO)

Quellen: Deutscher Sportbund e.V., Deutsche Atemwegsliga e.V., AOK Bundesverband, laufplatz.de


Februar 2008

Bild-Quelle: gettyimages.com, © Stockbyte



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Samstag, 31. Juli 2010

Medizinischer Beirat - Ihr Experte Herr Dr. Michael Barczok


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