Sportliche Höchstleistungen stacheln zum Mitmachen an
Vom 15. bis 23. August 2009 findet im Berliner Olympiastadion die 12. IAAF Leichtathletik WM statt. Etwa 2.500 der besten Sportlerinnen und Sportler der Welt werden sich in insgesamt 24 Disziplinen im Wettkampf messen. So manch einer mag angespornt von den sportlichen Leistungen im Fernsehen oder im Stadion selbst daran denken, wieder mal Sport zu treiben. Gerade Kinder möchten ihren Vorbildern nacheifern. Da ist Asthma kein Hinderungsgrund. Experten empfehlen Menschen mit Asthma sogar unbedingt, sportlich aktiv zu werden, um die Leistungsfähigkeit der Atemwege zu stärken und das Risiko eines Anstrengungsasthmas zu reduzieren.
Geeignete Leichtathletik-Disziplinen
Generell für Asthmatiker geeignet sind Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren mit einer mittleren bzw. gut regulierbaren Leistungsintensität. Sie stärken die körperliche Leistungsfähigkeit, verbessern die Atmung und lassen sich optimal an den eigenen Fitnessgrad anpassen. Vor allem untrainierte Asthmatiker sollten dagegen Leichtathletiksportarten und körperliche Betätigungen mit hoher Belastungsintensität und starken Belastungsspitzen wie Kurzstreckenlauf und Sprints aller Art lieber meiden, weil hier ein erhöhtes Risiko für ein Anstrengungsasthma besteht.
Leichtathletik-Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren sind bei Asthma besonders geeignet.
Wichtig bei Asthma
Wichtig ist, das Training in eine Aufwärm-, eine Belastungs- und eine Abklingphase einzuteilen. So erzielt man ein optimales Trainingsergebnis und beugt einem Anstrengungsasthma vor. Lassen Sie es beim Training zunächst langsam angehen und steigern Sie sich kontinuierlich. Die Trainingsintensität sollte am besten so dosiert sein, dass immer noch durch die Nase geatmet werden kann. Denn die Nasenatmung hat die Funktion, die Atemluft aufzuwärmen und anzufeuchten. Die Gefahr der Reizung der Atemwege durch kalte, trockne Luft ist dadurch gebannt. Auch das Wetter spielt eine Rolle. Hier gilt die Faustregel: Je höher die Temperatur und Luftfeuchtigkeit, desto geringer ist die Gefahr eines Anstrengungsasthmas.
Vor allem Asthmatiker, die lange nicht sportlich aktiv waren, sollten vor Auswahl der Sportart zunächst ihren behandelnden Arzt befragen. Er kennt ihren Krankheitsverlauf am besten und kann einschätzen, welche Sportart und welches Trainingsmaß im individuellen Fall angebracht sind.
Kinder voran!
Heutzutage empfehlen Experten vor allem auch Kindern mit Asthma, Sport zu treiben. Mehr noch, sportliche Betätigung wird inzwischen sogar als Bestandteil der Asthmatherapie gesehen. So bestätigt unter anderem eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Studie* mit Kindern, dass eine regelmäßige sportliche Betätigung zu weniger asthmabedingten Krankenhausaufenthalten, weniger Anfällen und Arztbesuchen, einem geringeren Medikamentenverbrauch und weniger Fehlzeiten in der Schule führt.
Vorsicht ist jedoch geboten, denn Kinder neigen dazu, sich zu überschätzen und verlieren schnell die Konsequenzen ihres Handelns aus den Augen. Daher ist es wichtig, dass der Nachwuchs die Warnhinweise auf eine Verschlechterung seiner Atmung erkennen und die richtigen Konsequenzen daraus ziehen kann. Auch Trainer, Sportlehrer und sonstige Betreuer sollten auf den Umgang mit der Asthma-Erkrankung vorbereitet sein.
Prof. Josef Lecheler vom CJD Asthmazentrum Berchtesgaden empfiehlt zudem, bei Kindern, die sich sonst körperlich eher schonen, vor dem ersten Training einen Lungenfunktionstest (Spirometrie, Ergometrie) durchzuführen. So lassen sich der Grad des Anstrengungsasthmas einschätzen und daraus Empfehlungen für das Training ableiten.
Eine wichtige Voraussetzung für die sportliche Betätigung ist eine angemessene medikamentöse Einstellung.
Konsequente Asthmatherapie ist Voraussetzung
Gefährlich kann Sport jedoch sehr schnell werden, wenn man sein Asthma nicht im Griff hat und regelmäßig unter Asthmasymptomen leidet. Studienergebnisse* haben gezeigt, dass vor allem Menschen, die keine entzündungshemmenden Basismedikamente einnehmen, gefährdet sind, ein Anstrengungsasthma zu erleiden. Eine dem Schweregrad der Erkrankung angemessene medikamentöse Einstellung und das Meiden von Risikofaktoren bilden deshalb die Voraussetzung für ungetrübte sportliche Freuden.
(fm/bsmo)
*Studie: Kemper, P: „Asthma bronchiale und Sport - Risiko und Chance.“ Pneumologie 2008; 62:367-371
Linktipps:
Offizielle Internetseite der 12. IAAF Leichtathletik WM Berlin 2009™:
Veranstaltungsplan, Tickets, Unterkünfte usw.
Deutsche Atemwegsliga: Kinder und Sport
Der Asthmakontrolltest zeigt, ob Sie Ihr Asthma im Griff haben.
Verhaltensregeln für Kinder
Quellen:
Nach Informationen von www.berlin2009.org - offizielle Internetseite der 12. IAAF Leichtathletik WM Berlin 2009, Ärzte Zeitung und Deutsche Atemwegsliga e.V.
Bild-Quelle:
shutterstock.com, © Morgan Lane Photography
Juli 2009