Sport und Asthma – wie geht das?
Es ist noch gar nicht so lange her, da rieten Ärzte ihren Asthma-Patienten, sich zu schonen und beim Sport kürzer zu treten. Doch die letzten Jahre haben einen grundlegenden Wandel gebracht. Sport gilt heute als eine der Säulen der Asthma-Therapie, denn Sport kräftigt die Atemfunktion.
Und dass auch mit Asthma sportliche Höchstleistungen möglich sind, ist nicht zuletzt den Möglichkeiten der modernen Medizin zu verdanken. Denn durch entzündungshemmende und bronchienerweiternde Medikamente lassen sich die zwei Grundübel des Asthmas bekämpfen: das entzündliche Geschehen und die Verengung der Atemwege.
Schätzungsweise jeder 10. Olympiasieger bei den Leichtathleten hat Asthma.
Wer sein Asthma dank konsequenter Therapie im Griff hat, der kann auch nach Medaillen greifen. „Asthmatherapie ist extrem erfolgreich und extrem sicher, wenn sie korrekt durchgeführt wird“, konstatiert Prof. Dr. Christian Virchow von der Universität Rostock. Die korrekte Durchführung bedeutet dabei, dass zum einen das richtige Medikament und die richtige Dosierung für den Patienten gefunden werden müssen und dass zum anderen der Patient das Medikament auch regelmäßig und richtig anwendet.
Spitzensportler mit Asthma
Schätzungen gehen davon aus, dass jeder zehnte Olympiasieger bei den Leichtathleten gleichzeitig Asthmatiker ist. Ohne Therapie wäre dies nicht möglich, denn bei großer Anstrengung kann es zu Belastungsasthma kommen. Auch der Marathon-Spezialist Haile Gebrselassie aus Äthiopien leidet unter Asthma. Trotzdem ist er einer der derzeit erfolgreichsten Athleten. So hat er beim 35. Berlin-Marathon 2008 einen neuen Weltrekord aufgestellt und in diesem Jahr bereits den Dubai-Marathon gewonnen. Doch seine Teilnahme an der Leichtathletik-WM in Berlin hat der Spitzensportler abgesagt: „Bei Weltmeisterschaften bin ich schon oft gestartet. Deswegen denke ich nicht mehr an sie, werde aber trotzdem nach Berlin zurückkehren: zum Berlin-Marathon“, sagte der viermalige 10.000-Meter-Weltmeister. Zum Schutz seiner Atemwege hatte er bereits seine Olympia-Teilnahme 2008 wegen der starken Luftverschmutzung in Peking abgesagt.
Asthma-Medikamente müssen bei der Leichtathletik-WM gemeldet werden
Doch einige schwarze Schafe setzen Asthma-Medikamente auch ein, um ihre körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern, obwohl sie nicht unter Asthma leiden. Dies zu verhindern ist das Ziel der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Sie achtet darauf, dass keine unlauteren Mittel eingesetzt werden, um bei sportlichen Wettkämpfen die Nase vorne zu haben.
Zahlreiche Medikamente stehen auf den Listen der Dopingfahnder. Dazu zählen auch einige der Asthma-Mittel. Wer bei einer Weltmeisterschaft, bei Olympia oder anderen Wettkämpfen starten möchte, muss daher vorher melden, dass er Asthmatiker und somit auf die Einnahme dieser Medikamente angewiesen ist.
Die richtige Therapie und die regelmäßige Einnahme der Asthmamedikamente befähigen zu Höchstleistungen.
Dazu muss der Sportler den Nachweis etwa in Form eines ärztlichen Attests erbringen. Dieser wird ggf. noch von einer unabhängigen Expertenkommission überprüft. Wird der Sportler dann offiziell als Asthmatiker geführt, darf er seine Asthma-Medikamente auch weiterhin bei Wettkämpfen einnehmen.
Man darf somit gespannt sein, ob auch bei der Leichtathletik-WM in Berlin Asthmatiker den Sprung auf das Siegertreppchen schaffen.
(fm/bsmo)
Linktipps:
Offizielle Internetseite der 12. IAAF Leichtathletik WM Berlin 2009™
Weitere Informationen zum Thema Doping: Homepage der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA)
Liste der Welt-Anti-Doping-Agentur mit verbotenen Substanzen
Quellen:
Nach Informationen von www.berlin2009.org - offizielle Internetseite der 12. IAAF Leichtathletik WM Berlin 2009, Medical Tribune, Sport-Informations-Dienst und Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
Bild-Quelle:
shutterstock.com, @ Morgan Lane Photography
August 2009