Auch bei Asthma gilt bekanntlich die Devise: Nicht schonen, sondern bewegen. Wer sich auf die faule Haut legt, riskiert, dass Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit immer weiter abnehmen und womöglich bei der geringsten Anstrengung gleich ein Asthmaanfall droht. Deshalb raten Lungenärzte Asthmatikern neben einer medikamentösen Therapie auch dringend zur sportlichen Aktivität. Moderate Ausdauersportarten wie Nordic Walking sind für Asthmatiker besonders geeignet. Hinzu kommt, dass es gerade im Frühling nichts Schöneres gibt, als sich im Freien zu bewegen. Warum also nicht mit Stock und Bein mit der Natur auf Tuchfühlung gehen?
Lungensport mit vielen Extras
Nordic Walking, die Kombination aus Walking und Skilanglauf, trainiert gleich vier der fünf motorischen Hauptbeanspuchungsformen: Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und Koordination. Durch das Ausdauertraining verbessert sich die Lungenfunktion. Die Belastungsintensität beim Nordic Walking ist mäßig und lässt sich je nach körperlicher Verfassung frei gestalten, plötzliche Belastungsspitzen, die die Gefahr eines Asthmaanfalls bergen, sind nicht gefordert. Durch den effektiven Einsatz der Atemhilfsmuskulatur (Bauch-, Hals- und Brustmuskulatur) wird die Sauerstoffversorgung des gesamten Organismus verbessert. Herz und Kreislauf werden gestärkt. Dank Stockarbeit sind nicht nur die Beine, sondern etwa 90% aller Köpermuskeln aktiv, Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich werden gelöst und die Gelenke im Vergleich zum herkömmlichen Walking erheblich entlastet.
Schlanke Linie und gute Stimmung inklusive
Und damit nicht genug: Schließlich ist Nordic Walking auch noch der ideale Fettburner, der das Fettverbrennungsvermögen anderer Sportarten weit übersteigt. Pro Stunde Nordic Walking verbrennt der Körper mehr als 400 Kilokalorien im Vergleich zu 280 Kilokalorien beim normalen Walking. Außerdem steigt das Launebarometer. Denn bereits nach einer halben Stunde Training schüttet der Körper sogenannte Glückshormone wie Serotonin oder Endorphine aus, die für Entspannung und ein angenehmes Körpergefühl sorgen.
„Nordic Walking trainiert gleich vier der fünf motorischen Hauptbeanspuchungsformen: Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und Koordination. Durch das Ausdauertraining verbessert sich die Lungenfunktion.“
Auf die richtige Technik kommt es an
In den Genuss all dieser Vorteile kommt allerdings nur, wer mit der richtigen Technik an den Start geht. Beim Nordic Walking führen Arme und Beine gegenläufige Bewegungen aus – rechtes Bein und linker Arm werden gemeinsam nach vorne gezogen und umgekehrt, die Arme führen eng am Körper vorbei, die Ferse setzt zuerst auf, dann wird über den gesamten Fuß abgerollt. Die Bewegung ist leicht zu erlernen: Zugrunde liegt ein Bewegungsmuster, das wir seit unserer frühesten Kindheit kennen. Dennoch empfiehlt es sich, am Anfang einen professionell geleiteten Kurs zu besuchen. Denn wenn man die Sache falsch angeht, ist der positive Effekt nicht gegeben, es können sogar körperliche Schäden drohen.
Die optimale Ausrüstung für Nordic Walking
Kernstück der Ausrüstung sind die Stöcke. Diese bestehen aus leichten Materialien, entweder einer Kohlenstoff-Glasfaser-Mischung oder Aluminium, und verfügen über eine Spezialschlaufe für die Hände. Bei der Länge gilt die Faustregel: Körpergröße in Zentimetern mal 0,66. Das sind etwa 70% der Körpergröße. Andere Stöcke sollte man nicht verwenden, da sie zu Fehlbelastungen führen können. Auch spezielles Schuhwerk ist ratsam. Beim Nordic-Walking-Schuh ist die gesamte Sohle und besonders der Fersenbereich leicht abgerundet, dadurch werden das Abrollen unterstützt und die Gelenke entlastet.
Geeignete Nordic-Walking-Plätze
Das Gute an Nordic Walking ist, dass es nahezu jeder individuellen Neigung gerecht wird: Man kann die Sportart fast überall und sowohl alleine wie auch in der Gruppe betreiben. Für den Anfang, um Erfahrungen zu sammeln, die Technik richtig zu erlernen oder einfach Gleichgesinnte zu finden, empfehlen sich beispielsweise sogenannte Nordic-Walking-Parks.
„Für den Anfang, um Erfahrungen zu sammeln, die Technik richtig zu erlernen oder einfach Gleichgesinnte zu finden, empfehlen sich beispielsweise sogenannte Nordic-Walking-Parks.“
Nordic-Walking-Parks
Dahinter verbergen sich speziell ausgewiesene Strecken, die für jedermann zugänglich und für Nordic Walking bestens geeignet sind. Aufgrund der übersichtlichen Streckenführung und guten Beschilderung können sie von Einheimischen wie Touristen genutzt werden. In einem Nordic-Walking-Park haben Sie auch die Möglichkeit, geführte Touren oder Kurse, die ausschließlich von geschultem Personal durchgeführt werden, zu buchen. Angegliederte Hotels bieten das perfekte Ambiente für einen Aktivurlaub.
Behalten Sie auch Ihr Asthma im Blick!
Grundvoraussetzung für den Erfolg Ihres Trainings ist die regelmäßige Einnahme Ihrer Asthmamedikamente. Damit beugen Sie einer Verschlimmerung asthmatischer Beschwerden vor und sind vor einem Asthmaanfall während der sportlichen Aktivität am besten geschützt. Wie gut Ihr Asthma eingestellt ist, können Sie ganz einfach mit dem Asthmakontrolltest herausfinden. Mittels der Rubrik Kontakte knüpfen können Sie sich mit anderen Betroffenen zum gemeinsamen Nordic Walking verabreden.
(cu/BSMO)
Quelle:
Nach Informationen von Deutscher Nordic Walking Verband (DNV) und www.nordic-walking-online.de und www.nordic-walking-infos.de
Weiterführende Links:
Kurse, Aussrüstung, Technik:
http://www.dnv-online.de
http://www.walkingonline.de
http://www.walkingportal.de
http://www.nordic-walking-infos.de
http://www.nordic-walking-online.de
Nordic-Walking-Park finden:
http://www.dnv-online.de
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Bildquelle:
istockphoto.com, © Lya Cattel
März 2008