Asthma oder nicht – Sie wollen siegen
Sandra Völker und Claudia Pechstein sind nur zwei von vielen prominenten Spitzensportlern, die eine Gemeinsamkeit haben: Sie alle leiden unter Asthma bronchiale. Trotzdem bringen sie Weltspitze-Leistungen in ihrer jeweiligen Sportart. Vor einigen Jahrzehnten wäre dies noch unmöglich gewesen. Aber Dank moderner Medizin steht für diese Athleten heutzutage die sportliche Leistung und nicht mehr die Krankheit im Vordergrund.
Das Erfolgsrezept: gute Asthmatherapie und ärztliche Kontrolle
Für Asthmatiker bedeutet die Diagnose, sich noch penibler als gesunde Sportler der ärztlichen Kontrolle zu unterziehen. Belastungsasthma heißt das Problem, das besonders zu Beginn einer sportlichen Aktivität - also in der Aufwärmphase von Training oder Wettkampf - auftreten kann. Der Körper stellt sich auf die körperliche Belastung ein und die Bronchialmuskulatur tut zu viel des Guten: Statt nur einsatzbereit zu sein, verkrampft sie sich. Die Ausatmung wird gebremst, die Lungenfunktion verschlechtert sich und ein Asthmaanfall ist die Folge. Hier hilft eine konsequente medikamentöse Asthmakontrolle.
Sport schadet bei Asthma nicht - er hilft sogar, die Krankheitsfolgen zu mildern.
Dicke Luft macht es nicht leichter
Ein wichtiger Aspekt für unsere Olympioniken ist in diesem Jahr der Austragungsort: Peking, einer der Hauptschauplätze von Olympia 2008, ist bekannt für seine hohe Luftverschmutzung und die ständige Smog-Gefahr. Schon im vergangenen August hatten die deutschen Ruderer bei den Weltmeisterschaften in Peking mit der starken Belastung durch Feinstaub, Ozon und vielen anderen ungesunden Stoffen zu kämpfen. Pünktlich zu den Olympischen Spielen will die Regierung für bessere Luft sorgen: Einige Fabriken sollen die Produktion und damit den Schadstoffausstoß mindern und der Verkehr wird eingeschränkt. Ob diese Maßnahmen reichen, um für genügend saubere Atemluft zu sorgen? Für unsere Hoffnungsträger bleibt es in jedem Fall ein Risikofaktor, den ihre Sportärzte berücksichtigen müssen.
Der schmale Grad zwischen Therapie und Doping
Der Wirkstoff Salbutamol, der sich in Kombination mit einem Kortikosteroid in der Asthmatherapie bewährt hat, zählt zu den leistungsfördernden Mitteln. Zum einen erweitert es die Bronchien, zum anderen kann es den Muskelaufbau fördern. In der Vergangenheit wurden Asthmamedikamente daher auch zur unerlaubten Leistungssteigerung missbraucht. Für die Ehrlichen unter den Athleten, die wirklich an Asthma leiden, war das ein schwerer Schlag: Nur zu leicht kamen sie in den Verdacht, illegal ihre körperlichen Fähigkeiten zu steigern, statt eine chronische Krankheit zu behandeln. Ein offener Umgang mit der Krankheit ist wichtiger als je zuvor. Es wird offen über Asthma diskutiert und für einen Sportler sollte es selbstverständlich sein, über seine Krankheit zu sprechen.
Gute Asthmakontrolle ist wichtig, genauso wie die enge Zusammenarbeit mit dem Arzt.
Sport als Unterstützung der Therapie
Es ist noch nicht lange her, dass man annahm, Asthmatiker sollten körperliche Anstrengung und Sport vermeiden. Doch die Wissenschaft hat dies mehrfach widerlegt. Heute weiß man: Sport ist für Asthmatiker sogar sehr gesund. Mit einer guten ärztlichen Versorgung und den richtigen Medikamenten ist gut dosierter Sport eine wirksame Unterstützung, um die Gefahr von Asthmaanfällen zu mindern. Für den Breitensportler sind eine Vielzahl von Sportarten geeignet. Eine eingehende Untersuchung beim Lungenfacharzt, eine sorgfältig eingestellte Asthma-Medikation und regelmäßige Kontrollen schaffen ein sicheres Umfeld für sportliche Aktivitäten, und das nicht nur für Olympia!
(sk/bsmo)
Linktipps:
Informationen über Olympia 2008
http://sport.ard.de/sp/olympia/
http://olympia.zdf.de/ZDFsport/inhalt/7/0,5676,5562279,00.html?dr=1
Homepage des Internationalen Olympischen Komitees (nur englisch und französisch).
http://www.olympic.org/uk/index_uk.asp
Offizielle Homepage der Olympischen Sommerspiele 2008 in Beijing (nur englisch und französisch).
http://en.beijing2008.cn/
Quellen:
Nach Informationen von www.sportmedinfo.de, www.spiegel.de und www.luft-zum-leben.de
Bild-Quelle:
istockphoto.com, © morganl
August 2008