Sport

Sport für die Atemwege – Schwimmen Sie gegen Ihr Asthma an

Wer an Asthma leidet, kann in Absprache mit seinem Arzt Sport treiben. Eine moderate sportliche Betätigung erhöht die körperliche Belastbarkeit, trägt zur allgemeinen Fitness bei und hält das Immunsystem im Gleichgewicht. Als geeignete Sportart bietet sich z.B. Schwimmen an. Wegen der günstigen „klimatischen“ Bedingungen und seiner kräftigenden Wirkung auf die Atemmuskulatur wird Schwimmen sogar häufig als die Asthmasportart schlechthin bezeichnet.

Schwimmer

Viele Asthmatiker und auch Eltern asthmakranker Kinder haben Angst, Sport könnte dem Verlauf der Erkrankung schaden. Schließlich führt körperliche Anstrengung zu einer Mehratmung, was die Atemwege austrocknen und auskühlen kann und viele Asthmatiker zudem schnell an die Belastungsgrenze bringt. Prinzipiell ist dies zwar möglich, nicht aber, wenn man die Sache angemessen angeht und eben die richtige Sportart auswählt – etwa Schwimmen.

Prima Klima für die Atemwege

Schwimmen wird oft als die Asthmasportart empfohlen. Ein Grund ist, dass das Klima direkt über der Wasseroberfläche, also in Kopfhöhe, besonders günstig ist. Hier liegt die warme feuchtigkeitsgesättigte Luft, die beim Schwimmen eingeatmet wird. Sie hält die Schleimhäute der Atemwege schön feucht. Die Temperatur, die in Schwimmhallen etwa zwischen 27 und 30˚Celsius liegen sollte, ist genau richtig. Zu kalte Luft reizt die Atemwege. Besonders bei allergischem Asthma hat sich Schwimmen bewährt, da das Einatmen der feuchten Luft auch das Ablösen der Schleimansammlungen in den Bronchien begünstigt. Und aus noch einem Grund ist Schwimmen gut: Die Schwimmbewegungen unterstützen das Ausatmen und kräftigen so die Atemmuskulatur.

Mit Schwimmen die Ausdauer trainieren

Die Angst vorm Sport führt bei Asthmatikern oft dazu, dass sie körperliche Anstrengungen weniger gewöhnt sind und umso schneller in Belastungssituationen und auch in Atemnot kommen. Wer dagegen regelmäßig moderaten Sport wie Schwimmen betreibt, beugt einem Anstrengungsasthma vor und kann letztlich genauso leistungsfähig sein wie ein Gesunder. Das regelmäßige Ausdauertraining erhöht die Atemtiefe und führt zu einer niedrigeren Atemfrequenz. Dies bedeutet, dass Belastungen letztlich mit einem geringeren Aufwand an Atemarbeit erbracht werden können. Man kann sich mehr und mehr zutrauen. Die Belastbarkeitsgrenze, ab der ein Anstrengungsasthma auftritt, steigt.

Selbst Leistungssport ist möglich

Zu was ein Asthmatiker bzw. in diesem Fall eine Asthmatikerin fähig ist, hat die mehrfache Schwimm-Weltmeisterin Sandra Völker bewiesen. Bei der Hamburgerin wurde im Sommer 2000, kurz vor den olympischen Sommerspielen in Sydney, Asthma bronchiale diagnostiziert. Das hat die zielstrebige Weltklasse-Schwimmerin aber nicht davon abgehalten, weiter sportlich aktiv und erfolgreich zu sein – eine gute medikamentöse Einstellung ihres Asthmas und viel Selbstdisziplin haben das ermöglicht.

Keine Angst vor dem Chlor!

Bleibt noch die Frage nach dem Chlor. Erst im letzten Jahr hatte eine belgische Studie diesbezüglich für Aufregung gesorgt, in der die Wissenschaftler festgestellt hatten, dass stark chloriertes Wasser in Hallenbädern bei häufigen Schwimmhallenbesuchen besonders bei kleineren Kindern das Risiko für Asthma erhöhen kann. Das verursachte auch bei vielen Asthmatikern Bedenken. Experten geben jedoch Entwarnung: Zwar gehöre Chlorgas zu den sogenannten inhalativen Noxen, die prinzipiell einen Asthmaanfall auslösen könnten, doch gebe es nur ganz wenige Asthmatiker, die tatsächlich auf Chlor reagierten. Asthmatiker könnten und sollten trotzdem beruhigt ins Frei- oder Hallenbad gehen, denn Schwimmen bleibe trotz Chlor eine bei Asthma besonders geeignete Sportart.
(cu/BSMO)

Linktipp:
Homepage von Sandra Völker
www.sandravoelker.de

Quelle:
Nach Informationen von Ärzte Zeitung und www.allum.de


Oktober 2007

Bild-Quelle: istockphoto.com, © Maxim Bolotnikov



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Samstag, 31. Juli 2010

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