Sport

Weg mit den Weihnachtspfunden – aktiv durch die kalte Jahreszeit

Jahr für Jahr folgen auf die kulinarischen Sünden der Weihnachtszeit die guten Vorsätze der Sylvesternacht: Mehr Sport, weg mit den Rettungsringen auf den Hüften und etwas für die Gesundheit tun! Wer diesen guten Vorsatz in die Tat umsetzt, tut auch etwas gegen sein Asthma und für die körperliche Leistungsfähigkeit.

Weg mit den Weihnachtspfunden – aktiv durch die kalte Jahreszeit


Nach Weihnachten nicht im Sessel kleben bleiben
Auch wenn das Wetter im Winter nicht immer nach jedermanns Geschmack ist, gibt es keinen Grund, im Sessel zu verkümmern, bis endlich wieder Frühling ist. Übergewicht verschlechtert Asthma-Beschwerden und belastet Herz und Kreislauf. Und auch für Asthmatiker ohne Gewichtsprobleme empfiehlt sich ein wenig Aktivität oder moderater Freizeitsport, gerade im Winter. Denn die regelmäßige körperliche Bewegung trainiert die Atemmuskulatur, erhöht die Atemtiefe und verbessert somit die körperliche Leistungsfähigkeit. Die richtige Grundmedikation vorausgesetzt, lässt sich so auf lange Sicht verhindern, dass bereits kleinste Anstrengungen im Alltag wie etwa das Treppensteigen zu Atemnot führen. Das Risiko für einen anstrengungsbedingten Asthmaanfall sinkt.

Hingegen kann ein monatelanger Müßiggang zu einer weiteren Verschlechterung der körperlichen Leistungsfähigkeit bei Asthma führen. Daher wird die körperliche Bewegung heute auch als wichtiger Bestandteil der Asthmatherapie gesehen.

Viele Wintersportarten sind auch für Asthmatiker geeignet
Bei Asthma sind Ausdauersportarten mit einer leichten bis mäßigen Belastungsintensität, bei denen man die Belastung je nach gesundheitlichen Voraussetzungen selbst dosieren kann, am besten geeignet. Wanderungen und Nordic Walking lassen sich, vernünftige Wege vorausgesetzt, auch im Winter überall durchführen, aktivieren den Kreislauf und werden mit ein wenig Vorbereitung zum geselligen Vergnügen mit der Familie oder im Freundeskreis. Geeignete Bekleidung und eine Thermoskanne mit heißem Tee oder eine gemütliche Gaststätte am Wegesrand sorgen dafür, dass die Laune auch bei kühlerer Witterung nicht getrübt wird.

Hat sich die Landschaft in Weiß gekleidet, kann der Körper durch Skilanglauf oder Schneeschuhwanderungen auf Touren gebracht werden. Gefrorene Seen laden zum Schlittschuhlaufen ein. Bei diesen Sportarten werden nicht nur die Beine beansprucht, auch Rumpf und Arme sind gefordert, sodass beinahe der gesamte Körper aktiviert wird, ohne dass Belastungsspitzen auftreten. Hinzu kommt das Erlebnis der freien Natur.

Sport lässt die Weihnachtspfunde purzeln und steigert die Leistungsfähigkeit – die Lunge atmet doppelt auf.

Frischluft tut gut, aber Vorsicht bei Kälte
Asthmatiker sollten ihre Belastung bei kalter Luft zurückhaltend dosieren. Ist die Anstrengung so groß, dass durch den offenen Mund geatmet werden muss, wird die Atemluft nicht mehr in der Nase vorgewärmt und angefeuchtet. Dadurch erhöht sich der Reiz auf die Atemwege und die Gefahr asthmatischer Beschwerden nimmt zu. Ein Tuch oder Schal vor dem Mund kann neben der richtigen Dosierung der Anstrengung zusätzlich vor dem unerwünschten Kältereiz schützen.

Auch wer lieber drinnen bleibt, sollte aktiv sein
Wer die kalte Winterwitterung nur schlecht verträgt, kann dennoch auch während der Wintermonate aktiv sein. So ist beispielsweise Schlittschuhlaufen in vielen Städten auch in speziellen Hallen möglich, in denen höhere Temperaturen herrschen als im Freien. Darüber hinaus besteht ein breites Angebot an weiteren, für Asthmatiker geeigneten Hallensportarten. Dazu gehören zum Beispiel Gymnastik, Schwimmen oder auch Wassergymnastik. Oder steht Ihnen der Sinn danach, Ihren Tanzkurs aus Teenagertagen einmal aufzufrischen? Tanzen stärkt durch die moderate, ausdauernde Bewegung nicht nur den Kreislauf, sondern ist auch ein optimaler Asthmasport.

Günstig bei Asthma sind Ausdauersportarten mit einer leichten bis mittleren Belastungsintensität.

Wichtig: Vor dem Sport mit dem Arzt sprechen!
Nicht jede Form der Betätigung ist für jeden Asthma-Patienten gleichermaßen geeignet. Bevor Sie sich in eine neue Aktivität stürzen, sollten Sie daher mit Ihrem behandelnden Arzt klären, ob medizinische Einwände gegen die gewählte Betätigung bestehen, etwa aufgrund einer besonderen Empfindlichkeit gegen Kälte.

Gibt der Arzt sein Okay, ist es wichtig, die Belastung langsam zu steigern. Am günstigsten für die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System ist es, wenn eine leichte bis mittlere Ausdauerbelastung erreicht wird. Belastungsspitzen sind hingegen ungünstig und sollten vermieden werden. Außerdem sollte der eigentlichen Belastung immer eine Aufwärmphase vorangehen, damit der Körper Gelegenheit hat, sich an die kommenden Anforderungen zu gewöhnen.

Voraussetzung für ein ungetrübtes Sportvergnügen ist zudem, dass Sie Ihr Asthma im Griff haben. Manchmal kann eine Anpassung der Asthmamedikamente vor der sportlichen Betätigung notwendig sein. Auch dies wird Ihr Arzt überprüfen.

Schutz im Doppelpack
Die regelmäßige Einnahme der Asthmamedikamente und körperliche Aktivität zusammen sind die beste Voraussetzung dafür, dass Menschen mit Asthma ein beschwerdefreies Leben führen können. Fangen Sie am besten gleich mit ein wenig körperlicher Betätigung an!
(jg/bsmo)

Linktipps:
Geeignete Wintersportarten bei Asthma: Skilanglauf

Schlittschuhlaufen

Schneeschuhwandern

Deutsche Atemwegsliga – Empfehlungen für den Sportunterricht

Quellen:
Nach Informationen der Deutschen Atemwegsliga e.V., der Arbeitsgemeinschaft Lungensport in Deutschland e.V., der Nationalen Versorgungsleitlinie Asthma, Neufassung vom Dezember 2009, sowie der Fachzeitschrift Cochrane Database of Systemic Reviews

Bild-Quelle:
shutterstock.com, @ Patrizia Tilly

Januar 2010



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Samstag, 31. Juli 2010

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