Nichts geht über einen schönen Winterspaziergang
Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen sollten vor allem im Winter darauf achten, dass sie ihre Abwehrkräfte und die Schleimhäute fit halten. Trockene Heizungsluft, ein hohes Infektionsrisiko, wenn alles um einen herum schnieft und hustet, und mangelnde Bewegung können die Atemwege sehr belasten. Gönnen Sie sich darum auch im Winter täglich eine Runde Bewegung an der frischen Luft. An Tagen mit klirrender Kälte, Schnee und Sonnenschein werden zudem Glücksstoffe im Gehirn freigesetzt. Das verbessert nicht nur das Allgemeinbefinden, sondern kurbelt auch die körpereigene Abwehr an.
Skilanglauf, Eislaufen, Schneeschuhlaufen
Winter pur lässt sich vor allem bei einem Urlaub im Mittel- oder Hochgebirge oder in nördlichen Gefilden erleben. Wintersport macht einfach Spaß und viele Wintersportarten sind obendrein atemwegsgesund, weil sie Immunsystem und Atemwege stärken. Generell sind solche Wintersportarten für Asthmatiker geeignet, die mit moderater Bewegung und gleichmäßiger Belastung einhergehen.
Skilanglauf zum Beispiel trainiert schonend die Atemwegsmuskulatur, verbessert Kondition und Koordination und kurbelt das Herz-Kreislauf-System an. Wer sich nicht gleich mit Skiern unter den Füßen in den Schnee traut, kann auch Schneeschuhlaufen oder einfaches Walking in der Winterlandschaft ausprobieren.
Auch im Winter ist die regelmäßige Bewegung an der frischen Luft wichtig, um die Atemwege zu stärken und Asthma im Griff zu halten.
Viele Wintersportgebiete bieten Loipen, geführte Touren und Einführungskurse an und es ist in der Regel für jedes Alter und jede Trainingsstufe etwas Passendes dabei. Aber es geht auch ohne Schnee: Schlittschuhlaufen kann man fast überall in Deutschland, denn Eisstadien und Eislaufbahnen haben sich schon vor vielen Jahren fest etabliert. Eislaufen ist ein sehr geselliges Ereignis, zu dem man sich auch gut mit Freunden und der Familie verabreden kann.
Langsam anfangen und nicht überlasten
Für Menschen mit reizempfindlichen Bronchien ist die Aufwärmphase besonders wichtig, damit man nicht zu schnell zu viel kalte Luft in die Lunge zieht. Geben Sie Ihrem Körper Zeit, sich langsam auf die Belastung einzustellen. Auch sollte man sich niemals so stark anstrengen, dass keine Nasenatmung mehr möglich ist. Wer viel kalte Luft durch den Mund in die Bronchien zieht, riskiert einen kälteinduzierten Asthmaanfall. Langsames Atmen durch die Nase wärmt und befeuchtet die Winterluft, ehe sie an die Bronchialschleimhaut gerät.
Erkältungsinfekte vermeiden
Neben der Kälte stellt auch die hohe Infektionsgefahr in der Winterzeit ein Risiko für Asthmatiker dar. Witterungsbedingt haben Viren und Bakterien jetzt Hochsaison. Atemwegsinfekte verstärken die Überempfindlichkeit der Atemwege, die bei Asthma ohnehin gegeben ist. Bei vielen Betroffenen führt dies zu einer akuten Verschlechterung des Asthmas.
Um sich vor Infektionen der Atemwege zu schützen, gibt es einige einfache Grundregeln, die man auch im Wintersporturlaub beachten sollte: „Nicht überanstrengen“ lautet die erste. Unser Immunsystem funktioniert am besten, wenn es regelmäßig gefordert wird.
Eine moderate Geschwindigkeit, die ruhiges und gleichmäßiges Atmen durch die Nase ermöglicht, schützt vor einem kälteinduzierten Asthmaanfall.
Wer sich völlig verausgabt, entzieht aber seinem Körper die nötige Energie, die er zur Abwehr von Infektionen braucht. Warme Füße und ein dicker Schal sind ebenso Pflicht, denn kalte Füße und ein kalter Hals sind der ideale Nährboden für Erkältungen. Zudem können mangelnder Schlaf und eine ungesunde, vitaminarme Ernährung Erkältungskrankheiten Vorschub leisten.
Immer die Hände sauber halten
Viele grippale Infekte lassen sich durch eine sehr gute Hygiene vermeiden: Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, besonders wenn Sie unter vielen Menschen sind. Viren und Bakterien übertragen sich am leichtesten über gemeinsam genutzte Gegenstände wie Türklinken, Haltegriffe in Bussen und Bahnen, geliehene Schlittschuhe oder andere Sportausrüstung.
Gut mit Medikamenten vorsorgen
Eine gute antientzündliche Asthmatherapie kann langfristig die für Asthma charakteristische Überempfindlichkeit der Atemwege senken. Die Anfälligkeit gegenüber Kälte und anderen Umwelteinflüssen geht zurück. Eine regelmäßige Einnahme der Asthmamedikamente sollte daher selbstverständlich sein, beim Freizeitsport wie auch im alltäglichen Leben.
(sk/bsmo)
Linktipps:
Informationen zu Schneehöhen, Wintersportangeboten und Ausrüstung
Quelle:
Nach Informationen von www.ahawiss.de - Schweizerisches Zentrum für Allergie, Haut und Asthma, Deutsche Atemwegsliga e.V. und Deutsches Grünes Kreuz e.V.
Bild-Quelle:
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Januar 2009