Umwelt

Düfte zur Weihnachtszeit – nicht immer ein Genuss für Asthmatiker

Weihnachten steht vor der Tür. Das eigene Heim, aber auch Geschäfte und öffentliche Räume sind festlich geschmückt. Doch wenn Duftkerzen, Duftöle und nicht zuletzt auch Parfüms und Duftwässer für Wohlgeruch sorgen sollen, besteht für Asthmatiker erhöhte Anfallgefahr.

Düfte zur Weihnachtszeit – nicht immer ein Genuss für Asthmatiker


Weihnachtszeit – die Zeit der Düfte
Zimtsterne, Anisplätzchen, der Duft von Tannenzweigen und brennenden Kerzen, Weihrauch, der Einkauf in erleuchteten, wohlriechenden Warenhäusern – ohne sie ist das Weihnachtsfest für viele Menschen nicht komplett. Doch was für so manchen ein Hochgenuss und die duftende Einstimmung auf die Festtage ist, kann für Allergiker und Asthmatiker Ausgangspunkt von Krankheitsschüben sein. Denn Duftstoffe enthalten oft eine Vielzahl von Substanzen, die allergische Reaktionen provozieren oder die Atemwege reizen können – unabhängig davon, ob sie künstlichen oder natürlichen Ursprungs sind.

Duftstoffe haben in Innenräumen weite Verbreitung gefunden
Duftstoffe sind in der Umwelt weiter verbreitet, als vielen Menschen bewusst ist. Nicht nur Parfüms, Körperlotionen und andere Kosmetikprodukte enthalten die Substanzen.

Auch in Frischesprays und Duftspendern oder zur Beduftung von Kinos, Waren- oder Krankenhäusern kommen vielfältig zusammengesetzte Duftstoffe zum Einsatz. Sie sollen die Kauflaune durch angenehme Empfindungen heben, besonders zu Weihnachten – aber auch zu anderen Jahreszeiten – eine stimmige Duft-Atmosphäre schaffen und unangenehme Gerüche überdecken.


Duftstoffe können die Atemwege von Asthmatikern reizen und stehen unter dem Verdacht, allergische Reaktionen der Atemwege auszulösen.

Verbraucherschützer sprechen in diesem Zusammenhang übrigens durchaus davon, dass der Kunde durch Duftstoffe manipuliert werden soll.

Viele Substanzen können Allergien auslösen
Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) sowie das Bundesumweltamt sehen die zunehmende Verbreitung von Duftstoffen jedoch kritisch. So seien bisher nur wenige der verwendeten Substanzen hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Auswirkungen auf den Menschen untersucht worden. Fest steht aber bereits, dass zahlreiche Duftstoffe so genannte Kontaktallergien auslösen können, also bei Hautkontakt reizend wirken. Ob die betreffenden Stoffe auch Reaktionen der Atemwege hervorrufen, ist hingegen noch weitgehend unerforscht.

DAAB, Bundesumweltamt und Verbraucherzentralen warnen deshalb vor der zunehmenden Beduftung von Innenräumen. Denn bei einigen weit verbreiteten Substanzen bestünde zumindest der Verdacht, dass sie Atemwegsallergien oder asthmatische Beschwerden auslösen könnten. Dazu gehörten unter anderem Sandelholz, Lavendel und Moschus, aber auch Öle von Anis, Eukalyptus, Zitrone, Zitronengras, Pfefferminze und Teebaum.

Hinweise auf Beduftung fehlen häufig
Besonders problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass Besucher von Kaufhäusern, Kinos und anderen bedufteten Gebäuden oft nicht darüber informiert werden, ob und mit welchen Substanzen eine Beduftung durchgeführt wird. Dadurch haben Allergiker und Asthmatiker keine Möglichkeit, den Kontakt mit den Duftstoffen von vornherein zu vermeiden.


Eine gesetzliche Regelung zu diesem Problem gibt es bisher nicht.

Etwas besser ist die Situation hinsichtlich der Kennzeichnung von Kosmetika.

In Kaufhäusern, Kinos und anderen öffentlichen Einrichtungen nimmt die Belastung durch Duftstoffe immer weiter zu.

Hier sind die Hersteller aufgrund einer EU-Verordnung angewiesen, 26 als mögliche Kontaktallergene bekannte Duftstoffe auf der Verpackung zu kennzeichnen, soweit diese in Mengen oberhalb eines bestimmten Grenzwerts im Produkt vorhanden sind. Die 26 Substanzen stellen jedoch nur einen kleinen Bruchteil der heutzutage verwendeten Duftstoffe dar.

Weitere Duftstoffe werden untersucht
Europäische Richtlinien schreiben vor, dass in den kommenden Jahren tausende von chemischen Substanzen, die oft bereits seit langem von der Industrie verwendet werden, bisher aber noch keiner modernen Unbedenklichkeitsprüfung unterzogen wurden, auf ihre gesundheitlichen Wirkungen getestet werden müssen. Dazu zählen auch zahlreiche Duftstoffe. Für Allergiker und Asthmatiker besteht daher die Hoffnung, dass das zunehmende Wissen über die Substanzen zu einem effektiveren Schutz führt.

Tipps für Asthmatiker zur Weihnachtszeit
Zum Schutz der Atemwege sollten Duftstoffe in den eigenen Räumen möglichst nicht oder nur mit Vorsicht eingesetzt werden. Weisen Sie auch Freunde und Verwandte am besten schon vor Ihrem Besuch auf das Problem hin.

Räucherstäbchen, Kerzen- und natürlich Tabakrauch reizen die Atemwege und können unter Umständen Asthmaanfälle auslösen. Sie sollten daher von Asthmatikern zu Weihnachten, wie auch sonst, gemieden werden.

Auch die regelmäßige Einnahme der Asthmamedikamente bietet einen gewissen Schutz vor heftigen Atemwegsreaktionen durch reizende Stoffe. Die Medikamente wirken dem Entzündungsgeschehen in den Atemwegen entgegen und können so die Empfindlichkeit gegenüber Umweltreizen senken.
(jg/bsmo)

Linktipp:
Deutscher Allergie- und Asthmabund: Duftstoffe in Innenräumen

Quellen:
Nach Informationen von Deutscher Allergie und Asthmabund e.V., Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (www.aktionsplan-allergien.de) und Umweltbundesamt

Bild-Quelle:
shutterstock.com, @ Chris Bence

Dezember 2009



zurück zum Seitenanfang

Lesezeichen hinzufügen: Set Webnews Bookmark Set Mister Wong Bookmark Bookmarken bei folkd.com Set del.icio.us Bookmark Bookmark bei: Linkarena Set Google Bookmark Bookmark bei: Yahoo Set furlit Bookmark Was ist das?

Samstag, 31. Juli 2010

Medizinischer Beirat - Ihr Experte Herr Dr. Michael Barczok


Neu anmelden »
Passwort vergessen »
Am meisten geklickt:

Asthmakontrolltest
Asthmatagebuch