Infekte setzen den Atemwegen doppelt zu
Herbst und Winter sind Zeiten, in denen besonders viele Viren unterwegs sind. Asthmatiker und Patienten mit anderen chronischen Atemwegserkrankungen sollten sich deshalb sorgfältig vor Infekten schützen. Zum einen haben Infekte aufgrund der vorgeschädigten Atemwege bei ihnen ein leichtes Spiel. Denn sonst vorhandene körpereigene Schutzmechanismen, wie etwa eine intakte Atemwegsschleimhaut, kommen bei Asthmatikern nicht immer vollständig zum Tragen. Gleichzeitig stellen Atemwegsinfekte bei Asthma eine besondere Gefahr dar, denn sie können die Symptome verschlimmern.
Immunsystem stärken
Ein gutes Gegenmittel ist eine intakte Immunabwehr. Um das Immunsystem auf Trab zu bringen, bevor der Infekt entsteht, sollte man gerade auch im Winter auf eine ausgewogene Ernährung achten. Vitamine und Ballaststoffe halten den Stoffwechsel im Gleichgewicht. Auch wenn die Lust auf Schokolade und vorweihnachtliche Leckereien groß ist, sollte man auf die empfohlenen fünf Portionen Obst und Gemüse täglich nicht verzichten. Die Winterzeit bringt auch viel saisonales Obst auf den Tisch, das für das Immunsystem viel zu bieten hat: Orangen, Zitronen, Granatäpfel und einheimisches Obst wie Äpfel, Birnen und Trauben. Asthmatiker sollten sich Zitrusfrüchte aber von unempfindlichen Personen schälen lassen, da die ätherischen Öle, die beim Aufbrechen der Schalen als feine Tröpfchen durch die Luft fliegen, die Atemwege reizen können.
Heiße Suppen und Kräutertees helfen, den Körper schön zu durchwärmen.
Auch regelmäßige Spaziergänge, warm eingepackt an der frischen Luft, oder andere körperliche Betätigungen regen die Durchblutung an und stärken so das Immunsystem.
Eine gesunde, vitaminreiche Ernährung, genügend Bewegung und ausreichend Schlaf stärken die Immunabwehr.
Ebenso tragen Maßnahmen wie ein geregelter Tagesablauf, bei dem nicht nur der Stress dominiert, sondern auch Ruhephasen und genügend Schlaf auf dem Programm stehen, sowie der Verzicht auf das Rauchen zur Stärkung des Immunsystems bei.
Zusätzlich gibt es in der Apotheke eine ganze Reihe von homöopathischen Mitteln und Kräuterpräparaten, die die Abwehr auf Trab bringen. Allergiker sollten sich aber in jedem Fall gut beraten lassen, welche Präparate für die geeignet sind.
Sich optimal vor Infekten schützen
Um sich nicht so leicht eine Erkältung einzufangen, ist es wichtig, einige einfache Regeln zu befolgen. Regelmäßiges Händewaschen ist dabei das oberste Gebot. Denn die Viren werden nicht nur durch Tröpfchen beim Husten, Sprechen, Niesen, sondern auch über Gegenstände wie Türklinken, Lichtschalter und Ähnliches übertragen. Für unterwegs sind desinfizierende Feuchttücher ein guter Begleiter und kleinen Kindern sollte man möglichst früh schon beibringen, nicht die Finger in den Mund zu stecken - und falls sie selbst husten oder niesen müssen, dies in die Achselhöhle zu tun. Die gute alte Regel „Hand vor den Mund“ hat mittlerweile ausgedient, da man sich so nur selbst immer wieder ansteckt und auch andere in seiner Umgebung schnell mit den Erregern infiziert.
Hausmittel zur Infektabwehr
Hat es einen doch einmal erwischt, bieten Hausmittel oft Erleichterung. Quark- oder Essigwickel um Hals und Brust stillen den Hustenreiz und lindern Halsschmerzen. Gurgeln mit Salzwasser desinfiziert Mund und Rachen, das Inhalieren mit Salzwasser hilft gegen Schnupfen und eine verstopfte Nase. Eine freie Nase ist dabei nicht nur wichtig für das Wohlgefühl, denn wer durch den Mund atmet, erhöht zugleich wieder sein Infektionsrisiko.
Ein weiterer wichtiger Tipp: Wenn man eine Erkältung kommen fühlt, hilft es meist am besten, sich mit einer großen Tasse heißem Tee ins Bett zu legen und möglichst gut auszuschlafen. Im Schlaf kann sich der Körper am besten gegen die aufflammende Infektion wehren und oft ist dann nach ein bis zwei Tagen schon das Schlimmste überstanden.
Vor Grippe und Lungenentzündungen können Impfungen schützen.
Wenn Fieber über 39,0°C auftritt oder das Allgemeinbefinden länger als drei Tage gestört ist, sollte aber ein Arzt aufgesucht werden. Dieser wird überprüfen, ob nicht doch eine ernsthaftere Erkrankung wie beispielsweise eine angehende Lungenentzündung dahintersteht, die umgehend behandelt werden sollte.
Asthmamedikamente und Impfungen bieten Sicherheit
Darüber hinaus ist die regelmäßige Einnahme der Asthmamedikamente nur zu empfehlen, denn Medikamente senken das Entzündungsgeschehen und helfen so, die Atemwege intakt zu halten. Damit bieten sie auch einen gewissen Schutz vor einer Infektion.
Vor einigen gefährlichen Erregern, wie beispielsweise den Erregern der echten Grippe oder der Lungenentzündung (Pneumokokken), kann eine Impfung schützen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut rät unter anderem Menschen mit Atemwegserkrankungen (Asthma!), sich unbedingt impfen zu lassen. Denn bei Ihnen verläuft eine Grippe oder eine durch Pneumokokken ausgelöste Lungenentzündung meist deutlich schwerer als bei lungengesunden Menschen.
(sk/bsmo)
Linktipps:
Ratgeber Pharmazie und Gesundheit auf Lifeline – Informationen zur Immunabwehr
Asthma und Impfen
Neue Grippe
Quellen:
Nach Informationen von Ratgeber Pharmazie und Gesundheit auf Lifeline.de, Österreichische Apothekenkammer und Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin
Bild-Quelle:
shutterstock.com, @ Mariusz Szachowski
November 2009