Wohnen

Allergien lösen über 60 % der Asthmaanfälle aus - Tipps für ein pollenarmes Zuhause

Einer schweizerischen Studie zufolge (SAPALDIA) sind zwei Drittel der Asthmaanfälle beim Erwachsenen in den westlichen Ländern durch Allergien ausgelöst, 85% der Asthmaerkrankungen von Kindern und Erwachsenen sind allergischer Natur. Neben Hausstaubmilben und Haustieren spielen vor allem Pflanzenpollen eine große Rolle. Doch wie lässt sich der unsichtbare Feind von draußen aus den eigenen vier Wänden verbannen?

Blumenwiese mit Baum


Klein und kaum sichtbar sind sie, doch ihre Wirkung kann verheerend sein: Neben allergischen Reaktionen wie Kribbeln in der Nase und Jucken in den Augen, den typischen Heuschnupfensymptomen also, können Pollen beispielsweise auch Asthmaanfälle auslösen. Spätestens wenn ein allergisches, polleninduziertes Asthma diagnostiziert wird, müssen alle Maßnahmen getroffen werden, die verhindern, dass Betroffene in Kontakt mit den Auslösern kommen. Dazu gehört selbstverständlich auch, die Wohnung und vor allen auch das Schlafumfeld pollenfrei zu halten.

Grundvoraussetzung: Wissen wann die Pollen kommen
Besonders in den Frühjahr- und Sommermonaten, in manchen Jahren witterungsbedingt aber auch deutlich früher, gibt es eine Vielzahl von Baum-, Getreide- und Gräserpollen, die die überempfindlichen Atemwege eines Asthmatikers reizen und so zu deren Verengung und Luftnot führen können. Bereits im Februar beginnt die Blütezeit des Haselstrauches, gefolgt von der Birke, im Mai blühen Gräser und Roggen. Für Allergiker ist es grundsätzlich wichtig, die Blütezeit der allergieverursachenden Bäume, Sträucher und Gräser und die jeweils zu erwartende Allergenkonzentration zu kennen. Unbedingt zu beachten sind daher die aktuellen Pollenflugvorhersagen für die jeweilige Region.

Geeignete „Akutmaßnahmen“ rechtzeitig einleiten
Wer gut über die aktuelle Situation informiert ist, kann rechtzeitig allgemeine Maßnahmen ergreifen, die zumindest einigermaßen Pollenfreiheit der Wohnung garantieren. Dazu gehört:

  • Während der Pollenzeit nur kurzzeitig lüften!
  • Beim Lüften den tageszeitlichen Verlauf der Pollenkonzentration beachten! Regelmäßige Messungen haben ergeben, dass die Pollenbelastung auf dem Land in den frühen Morgenstunden am höchsten ist, in der Stadt dagegen erst am Abend. Deshalb gilt: In der Stadt besser morgens, auf dem Land abends lüften!
  • Gegebenfalls Pollenschutzgitter an den Fenstern anbringen!
  • Besonders in Schlafzimmern empfiehlt sich die zusätzliche Investition, weil hier der Bedarf an frischer Luft besonders groß und der Allergenkontakt in der Regel, bedingt durch die lange Schlafphase, besonders intensiv ist.
  • Polleneintrag durch Kleidung und Haare verhindern oder verringern!
  • Wechseln Sie deshalb die Kleidung nach Aufenthalt im Freien und waschen oder duschen Sie die Haare möglichst jeden Abend ab.
  • Wäsche nicht im Freien trocknen!
  • An nasser Wäsche haften die Pollenkörper besonders gut. Dies könnte dazu führen, dass asthmaauslösende Pollen durch vermeintlich saubere Wäsche in den Schlafbereich eingetragen werden.
  • Wohnung oft und gründlich reinigen!
  • Lassen Sie die Arbeiten gegebenenfalls lieber von einem Familienmitglied ausführen, das nicht unter einer Allergie leidet und verwenden Sie beim Staubsaugen einen speziellen, allergenundurchlässigen Mikrofilter, z.B. einen Hepa-Filter*, der ein Wiederaustreten der oft winzigen Pollen verhindert.

Was Sie sonst noch tun können
Den Kontakt zu den jeweiligen allergieauslösenden Stoffen zu meiden ist eine Sache. Darüber hinaus kommt der optimalen Therapie des Asthmas eine wichtige Rolle zu, wenn es darum geht, die Erkrankung in den Griff zu bekommen. Dank moderner Therapiekonzepte können Asthmatiker heutzutage ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen.

(cu/BSMO)

*HEPA-Filter (High Efficiency-Particulate Air) sind Schwebstofffilter, die dazu dienen, über 99,9 Prozent aller Staubpartikel größer als 0,1 - 0,3 Mikrometer (µm) wie Viren, lungengängige Stäube, Milbeneier und -ausscheidungen, Pollen, Rauchpartikel, Asbest, Bakterien, diverse toxische Stäube und Aerosole aus der Luft zu filtern.

Quellen: Nach Informationen des Schweizerischen Zentrums für Allergie, Haut und Asthma (AHA), des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) e.V. und der Ärzte Zeitung

Informationen zum aktuellen Pollenflug:
Luft-zum-Leben-Luftendatenservice

Oktober 2007

Bild-Quelle: istockphoto.com, © ingmar wesemann



zurück zum Seitenanfang

Lesezeichen hinzufügen: Set Webnews Bookmark Set Mister Wong Bookmark Bookmarken bei folkd.com Set del.icio.us Bookmark Bookmark bei: Linkarena Set Google Bookmark Bookmark bei: Yahoo Set furlit Bookmark Was ist das?

Samstag, 31. Juli 2010

Medizinischer Beirat - Ihr Experte Herr Dr. Michael Barczok


Neu anmelden »
Passwort vergessen »
Am meisten geklickt:

Asthmakontrolltest
Asthmatagebuch