Wohnen

Asthma & angenehm Wohnen

Immer mehr Deutsche schlagen den Holzweg ein: Während 1995 rund fünf Prozent aller genehmigten Einfamilienhäuser aus Holz waren, sind es inzwischen drei Mal so viele. Die Hauptgründe für ein Holzhaus sind ihre hohen Dämmwerte und ein gutes Raumklima. Das eine schont den Geldbeutel – das andere die Atemwege.

Einfamilienhaus aus Holz


Nicht zu feucht, nicht zu trocken
Holz schafft ein prima Wohnklima. Im Sommer sind die Räume angenehm kühl, im Winter lassen sie sich schnell beheizen, da die Wände Wärme lange speichern. Mit seiner Vielzahl Luft gefüllter Zellen sorgt Holz für einen optimalen Ausgleich von Wärme und Feuchtigkeit. Denn in jeder Wohnung sorgen Atmen, Schwitzen, Kochen, Waschen, Duschen und Zimmerpflanzen ständig für Feuchtigkeit. Holz nimmt den Wasserdampf in der Raumluft besonders gut auf und verhindert so übermäßige Luftfeuchte. Ist das Klima hingegen zu trocken, gibt Holz den gespeicherten Wasserdampf an die Raumluft ab und vereitelt so eine Abnahme der relativen Luftfeuchtigkeit. Was viele nicht wissen: Holzkonstruktionen müssen nicht chemisch geschützt werden und dünsten somit keine schädlichen Stoffe aus. Auch das schont die Atemwege; Reizungen, Husten und Luftnot werden vermieden. Dieser Effekt spielt für Menschen mit Asthma natürlich eine besondere Rolle, obgleich gut eingestellte Patienten fast ebenso beschwerdefrei durchs Leben gehen können wie Gesunde. Eine individuell abgestimmte Dauertherapie mit Medikamenten senkt die Wahrscheinlichkeit für einen Asthmaanfall. Doch einer aktuellen Studie zufolge wird nur jeder 20. Asthmatiker optimal medikamentös behandelt. Mit einem neuen kostenlosen Selbsttest können Betroffene überprüfen, ob ihre Therapie ausreicht. Sie finden ihn im Internet unter www.asthma-kontrolltest.de

Allergenarmes Zuhause
Auch Allergiker profitieren von Holzhäusern. Mit dem Material lässt sich ein Lebensraum schaffen, der praktisch frei von Allergie auslösenden Stoffen ist, sagen Experten. Hausstaub, Milben und Tierhaare lassen sich von glatten, feinporigen Holzoberflächen wesentlich besser fernhalten bzw. entfernen als von Textilien oder Teppichen. Selbst gegen Schimmelpilze ist Holz gut gerüstet. Wer Holz verbaut, kann dadurch bewusst die Schadstoffbelastungen der Raumluft gering halten. Massives Bauholz setze praktisch keine Luftschadstoffe frei, wirbt der Holzabsatzfonds, eine Marketingeinrichtung der deutschen Forst- und Holzwirtschaft. Auch die marktüblichen Holzwerkstoffe, Verbundplatten aus Holzspänen oder -fasern, die mit Kunstharzleim zu einem homogenen Werkstoff verpresst werden, unterschritten heute die niedrigste Emissionsklasse E1. Nicht zu vergessen: Holz trägt durch seine besondere Ästhetik auch dazu bei, eine behagliche Atmosphäre zum Entspannen und Wohlfühlen zu schaffen.

Energie sparen leicht gemacht
Zwar sind Holzhäuser im Bau nicht ganz billig – dafür sparen sie später Unterhaltungskosten. Denn im Punkte Wärmedämmung ist Holz anderen Materialien weit überlegen. Mit speziellen Luftkammern in einer Massivholzwand und mit einer Mischung aus Wachs, Holzmörtel und Sägemehl lassen sich die Dämmeigenschaften noch optimieren. In so einem Holzhaus sind herkömmliche Öl- und Gasheizungen bereits zu groß. Hauseigentümer können getrost einen Gang runterschalten und mit rund sieben Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr rechnen.

Heimische Hölzer: ökologisch sinnvoll
Zustimmung erhalten Holzhäuser auch vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Die Umweltschützer werten Holz als umweltverträglichen Baustoff, sofern er keine langen Transportwege zurücklegen muss. Tropenhölzer sind für Ökologen tabu! In einem Wohnhaus werden rund 100 Kubikmeter Schnittholz verbaut. Diese Menge wächst allein im Allgäu in anderthalb Stunden nach und entzieht der Luft dabei etwa 150 Tonnen Kohlendioxid. Und die Herstellung und Verarbeitung verbraucht weniger Energie und stößt weniger Kohlendioxid aus als bei anderen Baustoffen.

Buchtipps:
Johannes Kottjé
Die neuen Holzhäuser. Bauen mit einem natürlichen Materialien
dva 2006, 49,90 €

Gabriele Walter, Kurt Ries Blottner
Ein Haus aus Holz. Planen, Bauen, Wohnen
Blottner 2004, 25 €

Weitere Informationen zu Holzhäusern:
http://www.infoholz.de
http://www.holzabsatzfonds.de
http://www.baufritz.de

(mj/BSMO)

Quellen: Holzabsatzfonds, Süddeutsche Zeitung, taz, Bund für Umwelt- und Naturschutz

Oktober 2007

Bild-Quelle: © Baufritz GmbH & Co. KG



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Samstag, 31. Juli 2010

Medizinischer Beirat - Ihr Experte Herr Dr. Michael Barczok


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