Wohnen

Allergiefrei wohnen: Gütesiegel bieten Orientierung

Immer mehr Menschen leiden unter allergischen Reaktionen auf Hausstaub, Pollen oder Schadstoffe. Das Thema Allergene im Wohnumfeld ist darum aktueller als je zuvor. Wer sein Heim allergikerfreundlich gestalten will, kann sich an bestimmten Gütesiegeln orientieren, um sich möglichst wenig Schadstoffe und Brutstätten für Hausstaubmilben und Schimmelpilze in die Wohnung zu holen.

Allergiefrei wohnen: Gütesiegel bieten Orientierung


Schadstoffe, Staub und Pilzsporen stressen die Atemwege
Zu Hause sollte es doch am schönsten sein! Aber wenn Allergikern in den eigenen vier Wänden die Augen tränen und das Atmen schwer fällt, liegt irgendetwas im Argen. Schadstoffausdünstungen aus Teppichen, Möbeln oder sogar Matratzen kann man nicht sehen, aber für Menschen mit empfindlichen Atemwegen sind sie eine echte Qual - und eine Gefahr für die Gesundheit obendrein. Bei Asthma-Patienten können sie die vorgeschädigten Atemwege zusätzlich reizen und damit das Anfallsrisiko erhöhen. Formaldehyd und Weichmacher in Möbeln und Belägen aus PVC stehen sogar im Verdacht, Atemnot selbst auszulösen. Auch Staubfänger und Brutstätten für Hausstaubmilben sind ein großes Gesundheitsrisiko für viele Asthmatiker. Bei der Wahl von schadstoffarmen, allergenfreien Einrichtungen, Fußböden und Tapeten können Produktlabel gute Hinweise liefern. Aber welches Label steht wofür?

Eine riesige Fläche in jeder Wohnung: Die Fußböden
Egal ob sie aus Textil, Holz, Stein oder Kunststoff gefertigt sind, Fußbodenbeläge nehmen in jeder Wohnung eine riesige Fläche ein. Schon allein deshalb ist es für Allergiker besonders wichtig, bei der Wahl des Belags ein Auge auf schadstofffreie, allergenarme Materialien zu haben. Aber auch andere Aspekte wie Abriebfestigkeit, leichte Reinigung und die Verarbeitungsweise sollten berücksichtigt werden. Holzböden, zum Beispiel, bieten ein warmes Raumklima, sind bei richtiger Versiegelung leicht zu reinigen, aber trotzdem nicht immer unbedenklich. Kunststoffe können Schadstoffe ausdünsten und manche Kleber, mit denen die Fußbodenbeläge befestigt werden, enthalten stark allergieauslösende Stoffe.

Schadstoffausdünstungen aus Teppichen, Möbeln oder sogar Matratzen stellen ein erhebliches Gesundheitsrisiko für Menschen mit Asthma dar.

Label für Fußbodenbeläge
Eine schnelle Orientierung bei solchen Faktoren erlaubt das Produktlabel „ÖkoControl“. Es kennzeichnet nicht nur schadstofffreie Möbel, sondern auch Einrichtungsgegenstände und Holzwerkstoffe. Formaldehyd zum Beispiel ist absolut verboten. Für Teppichfreunde ist das GuT-Signet wichtig: Es steht für schadstoffarme und umweltfreundlich hergestellte Teppiche aus verschiedenen Ländern der Europäischen Union. Teppichböden mit diesem Siegel sind frei von gesundheitsschädlichen Farbstoffen. Für andere Stoffe wie Schwermetalle, Herbizide und Pestizide sind vom Label Grenzwerte festgelegt, die deutlich über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen. Vergeben wird das GuT-Signet von der Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichböden e.V.

Verschiedene Gütesiegel z. B. für Matratzen helfen, Schadstoffe und Allergene aus Raumluft und Schlafumfeld zu verbannen.

Brennpunkt Schlafzimmer: Welche Label bieten Schutz?
Sechs bis acht Stunden verbringt man durchschnittlichen jeden Tag im Bett. In dieser Zeit sind die Atemwege Schadstoffen, Staub, Milben und Schimmelpilzsporen besonders intensiv ausgesetzt - es sei denn, man achtet schon bei der Einrichtung des Schlafzimmers darauf, schadstoffarm und allergiefrei einzukaufen. An erster Stelle stehen wieder das ÖkoControl- und das GuT-Signet. Zusätzlich kann man beim Kauf der Matratze auf das „Toxproof“-Zeichen achten. Matratzen mit diesem Prüfzeichen sind zum Beispiel frei von Flammschutzmitteln oder PVC. Andere Stoffe wie Weichmacher, Lösemittel oder Formaldehyd dürfen strenge Grenzwerte nicht überschreiten. Für Milbenallergiker sind darüber hinaus milbenundurchlässige Allergikerbezüge wichtig. Aber nicht alle Produkte halten, was sie versprechen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über geeignete Alternativen oder erkundigen Sie sich bei der Stiftung Warentest, die eine ganze Reihe von Allergiebezügen unter die Lupe genommen hat.

Allergenkontakt lässt sich nie ganz ausschließen
Trotz größter Sorgfalt bei der Wohnungseinrichtung lässt sich ein Restrisiko für Allergenkontakt leider nie ganz vermeiden. Daher bleiben die regelmäßige Kontrolle der Lungenfunktionswerte beim Arzt und eine regelmäßige medikamentöse Behandlung des Asthmas grundlegend, um ernsthafte Probleme zu vermeiden.
(sk/bsmo)

Linktipps:
Stiftung Warentest – Eignung von Allergikerbezügen für Matratzen

Gütesiegel und Vergabekriterien (Eingabe des Gütesiegels in die Rubrik „Label Suche“)

Quellen:
Nach Informationen von allum.de, innovations-report.com, MieterMagazin des Berliner Mietervereins e.V (06/2008) und lifeline.de

Bild-Quelle:
istockphoto.com, @ Viorika Prikhodko

November 2008



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Samstag, 31. Juli 2010

Medizinischer Beirat - Ihr Experte Herr Dr. Michael Barczok


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