Heizzeit schafft Atemprobleme
Trockene Heizungsluft malträtiert die Atemwege. Die Folgen sind häufiges Räuspern und Hüsteln bis hin zu akuter Luftnot. Denise beschreibt das in einem Internetforum: "Mitte September waren mein Mann und ich im Urlaub und es ging uns gut. Als wir wieder nach Hause kamen, war aufgrund des kalten Wetters die Heizperiode angebrochen, und wir bekamen schlagartig Probleme mit den Luftwegen. Massive Atemengpässe traten plötzlich auf, die sich nur durch die Verwendung von Asthmasprays lindern lassen." Denise und ihr Mann sind keine Einzelfälle. Denise leidet nach eigenen Angaben an allergischem Asthma, bei ihrem Mann ist noch keine Diagnose gestellt worden. Offenbar benutzt Denise nur Akutspray. Das reicht nicht. Erfahrungen zeigen, dass Asthmatiker, die sich für eine individuell abgestimmte Dauermedikation entscheiden, so gut wie keine Beschwerden haben. Auch die Heizzeit macht ihnen nicht mehr zu schaffen als anderen Menschen.
Geringe Luftfeuchtigkeit ebnet Krankheitserregern den Weg
Zu trockene Raumluft beeinträchtigt das gesamte Wohlbefinden: Haut und Schleimhäute trocknen aus, die Augen brennen und Krankheitserreger können leichter in den Körper eindringen. Um gesund zu bleiben, braucht der Mensch laut der Universität Koblenz eine relative Feuchtigkeit von 40-70%. In der Heizperiode kann die Luftfeuchtigkeit schon mal unter 30% sinken. Dem lässt sich mit Luftbefeuchtern begegnen. In der Vergangenheit erwiesen sich allerdings manche Elektrogeräte als wahre Keimschleudern. Die Zeitschrift Ökotest hat nun untersucht, wie es um die aktuellen Modelle bestellt ist. Dazu ließ die Redaktion acht Luftbefeuchter für 45 bis 140 Euro untersuchen. In einem achtwöchigen Praxistest hat das Institut für Energie- und Umwelttechnik (IUTA) Handhabung und Verkeimung der Geräte und der Raumluft überprüft.
Drei von acht getesteten Geräten befeuchten die Luft gut
Das Prüf-Ergebnis: Drei von acht Geräten erfüllen ihren Befeuchtungsauftrag mit "gutem" Gesamterfolg. Ökotest empfiehlt den Luftbefeuchter UH 800 E von Anbieter De Longhi für Räume bis zu 30 Quadratmeter. Eine deutlich höhere Befeuchtungsleistung schaffen die ebenfalls "guten" Luftbefeuchter LB 40 von Petra-Electric und der Ultrasonic Vernebler Typ 715 von Solis. Auch im Punkte Verkeimung hatten die Wissenschaftler wenig zu meckern: Fünf Geräte reichern die Raumluft nur in hygienisch unbedenklichem Maße an. Die drei Luftbefeuchter Medibreeze von Medisana, Ultronic LB 10 von Fakir und Wick Ultraschall-Luftbefeuchter 5200E von KAZ Hausgeräte blasen dagegen nach acht Wochen Betrieb teilweise erhebliche Mengen an Bakterien ins Zimmer. Nicht gut: In allen Geräten fand das Hygieneinstitut nach acht Wochen eine üppige Bakterienflora auf den inneren, dauerhaft feuchten Oberflächen. Daran konnte auch eine gründliche Reinigung und Desinfektion nichts ändern.
Pflanzliche Luftbefeuchter sind dekorativ
Zu elektrischen Luftbefeuchtern gibt es einige natürliche Alternativen. Alt und bewährt sind Behälter, die am Heizkörper befestigt und mit Wasser gefüllt werden. Zur Not tut es auch ein nasses Tuch über der Heizung. Dekorativer sind aber Zimmerpflanzen. Ein Gewächs kann im Laufe eines Tages bis zu zwei Liter Wasser abgeben. Spitzenreiter unter den pflanzlichen Luftbefeuchtern sind Papyrus-Arten. Die Grünpflanze, deren Wurzeln ständig im Wasser stehen müssen, ist Meister bei der Wasserverdunstung – ein anderthalb Meter hoher Papyrus verdunstet pro Tag etwa ein bis zwei Liter Wasser. Etwa 98% des Wassers, das das Gras aufnimmt, gibt es wieder in die Luft ab. Zudem sind großblättrige Pflanzen wie Zimmerlinden gut geeignet, um die Luftfeuchtigkeit in Räumen zu erhöhen. (mj)
Quellen: Ökotest, Universität Koblenz, wer-weiß-was.de, SWR
Oktober 2007
Bild-Quelle: gettyimages.com, © Annika Vannerus