Wohnen

Gesundes Raumklima mit Pflanzen

Die kalte, feuchte Witterung draußen hat die Heizperiode längst eingeläutet. Aus den Heizkörpern steigt wieder warme Luft nach oben. Besonders zu Anfang wird viel abgelagerter Staub hochgewirbelt, die Luftfeuchte sinkt. Für Asthmatiker birgt das Heizungsklima die Gefahr, dass sich Atemwegsprobleme verschlimmern. Mittel, die die Luft verbessern, sind jetzt Gold wert. Bestimmte Zimmerpflanzen steigern nicht nur die Luftfeuchtigkeit, sondern entfernen nachweislich Schadstoffe aus der Atemluft.

Gesundes Raumklima mit Pflanzen


Gefahren durch trockene, staubige Luft
Wenn die Luftfeuchte unter 40% sinkt, ist das für Asthmatiker nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich. Die Schleimhäute trocknen aus und die bereits vorgeschädigten Atemwege reagieren noch empfindlicher auf äußere Reize wie Staubpartikel und Schadstoffe in der Luft. Zudem haben Krankheitserreger ein leichtes Spiel. Atemwegsinfekte können zu zusätzlichen Atemwegsproblemen führen, auch die Asthmaerkrankung kann sich durch einen eingefangenen Infekt verschlechtern. Gut und gesundheitsförderlich ist daher alles, was hilft, das Raumklima zu verbessern. Grünpflanzen sind darin besonders effektiv, vorausgesetzt man wählt die richtigen Kandidaten aus.

Tropenpflanzen sind wahre Verdunstungswunder
Grundsätzlich sind alle Tropenpflanzen natürliche Luftbefeuchter und können daher für ein gesünderes Raumklima sorgen. Sie geben viel Wasserdampf an die Raumluft ab, einige sind sogar in der Lage, Schadstoffe aus der Luft herauszufiltern und abzubauen. Das Zyperngras (Cyperus alternifolius) zum Beispiel ist ein echter Meister der Verdunstung: Es gibt über 90% des Gießwassers an die Raumluft zurück. Dabei ist die dekorative Pflanze auch sehr unkompliziert in der Pflege, sodass auch Menschen ohne viel Wissen über Grünpflanzen in der Regel lange ihre Freude daran haben. Aber auch Einblatt, Efeu, Grünlilie, Zimmerlinde, Birkenfeige, Drachenbaum oder viele Palmenarten spenden wohltuende Feuchtigkeit. Die Birkenfeige (Ficus benjamini) kann darüber hinaus sogar Zigarettenqualm neutralisieren. Allerdings kann das Maulbeergewächs auch etwas launisch sein. Manchmal gedeiht es über Wochen und Monate gut und wirft dann scheinbar grundlos alle Blätter ab. Vorm Pflanzenkauf sollte man es daher nie versäumen, sich bei einem erfahrenen Gärtner auch über Standort- und Pfleganforderungen seiner Lieblingskandidaten zu informieren.

Trockene Heizungsluft lässt die Atemwege austrocknen. Das Risiko für Atemwegsinfekte und asthmabedingte Beschwerden steigt.

Blühende Luftverbesserer
Neben Grünlilien, Zimmerlinden und dem Einblatt, die allesamt eher unspektakuläre Blüten bilden, kann man sich auch einige Farbkleckse ins Büro oder die Wohnung holen, die ebenfalls ihren Beitrag zur gesunden Luft leisten. Die Gerbera mit ihren großen, farbenfrohen Blüten sollte den Sommer über im Freien stehen. Im Winter stellt man sie an den hellsten Platz im Haus. Sie bedankt sich mit einem eindrucksvollen Blütenstand. Auch Chrysanthemen, die es in verschiedenen Formen und Farben gibt, bringen nicht nur Freude fürs Auge, sondern filtern wie die Gerbera Azeton, Benzol und Formaldehyd aus der Luft. Es müssen allerdings Topfpflanzen sein. Ein Schnittblumenstrauß ist zwar dekorativ, aber der Filtereffekt wird durch Bakterien verursacht, die sich an den Wurzeln der Pflanze aufhalten. Um einen ausreichenden Effekt bei der Luftfilterung zu erzielen, sollte man seine Umgebung ruhig zur blühenden Oase machen. Ein, zwei Pflänzchen allein kommen gegen die Ausdünstungen von Computer, Laserdrucker und Wandfarbe nicht an.

Pflanzen für helle und dunklere Standorte
Manche Pflanzen mögen es hell: der Schwertfarn (Nephrolepis exaltata) zum Beispiel, ein sehr guter, aber anspruchsvoller Luftbefeuchter, und die Bergpalme, die sich als hervorragender Schadstofffilter und durch ihre geringen Pflegeansprüche und ihre Widerstandskraft gegen Schädlinge auszeichnet. Andere Arten kann man auch in dunklere Ecken stellen, ohne dass sie es übel nehmen. Der Drachenbaum, der seinerseits sehr gut gegen Schadstoffe in der Luft wirkt, ist ein solches Gewächs. Philodendren sind beliebte Kletterpflanzen und Formaldehydkiller, die ebenfalls mit einem schattigen Standort zufrieden sind. Auch das Einblatt sollte keine direkte Sonne abbekommen. An einem schattigen Platz mit ausreichender Wärme blüht es das ganze Jahr über.

Einige Pflanzenarten sind ideale Luftbefeuchter und filtern Schadstoffe wie Benzol oder Formaldehyd aus der Raumluft.

Nicht erst zur Heizperiode einkaufen
Viele Pflanzen vertragen es nicht, aus den kühleren und feuchten Blumengeschäften in eine trockene, überheizte Wohnung gebracht zu werden. Vor allem Farne und Ficusarten reagieren schnell beleidigt: Die Blätter werden trocken, die Pflanzen kümmern und der Frust beim Hobbygärtner ist groß. Empfindliche Pflanzen sollten daher besser im Frühjahr eingekauft werden, damit sie im Herbst die Umstellung auf das trockene Zimmerklima besser verkraften.

Trotz Grünpflanzen geht es ohne Asthmamedikamente nicht!
Um gut gewappnet durch die Heizsaison zu gelangen, sollten Asthmatiker rechtzeitig ihre Asthma-Grundmedikation beim Arzt überprüfen lassen, besonders wenn sich Atemwegsprobleme einstellen oder aus vorangegangen Jahren bekannt sind. Denn schließlich lässt sich eine Asthmaerkrankung nur mit den entsprechenden Medikamenten behandeln, selbst die grünste und blühendste Oase daheim oder im Büro kann dagegen lediglich ungünstige Einflüsse minimieren.
(sk/bsmo)

Linktipps:
Pflanzen und ihre gesundmachende Wirkung

Pflanzen und Raumklima

Quellen:
Nach Informationen von Universitätsklinikum Heidelberg, „Das Haus Online“, livingathome.de und WDR Köln

Bild-Quelle:
istockphoto.com, @ Stacey Gamez

Oktober 2008



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Samstag, 31. Juli 2010

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