Alternative Therapieformen gibt es viele, doch helfen sie auch? Viele Untersuchungen kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen. Zu den alternativen Methoden gehören Akupunktur, pflanzliche Arzneimittel (Phytotherapie) und Homöopathie.
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Alternative Behandlungsformen und ihre MöglichkeitenAlternative Therapieformen gibt es viele, doch helfen sie auch? Viele Untersuchungen kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen. |
Immer mehr Menschen greifen auf Verfahren der so genannten alternativen und komplementären Medizin zurück, so auch Asthmatiker. Zu den alternativen Methoden gehören:
Auch wenn das „Inhalieren“ im eigentlichen Sinn nicht zu den alternativen Verfahren zählt, soll es hier im Anschluss an die anderen Methoden kurz vorgestellt werden.
Die Akupunktur ist Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin, dabei werden mit feinen Nadeln definierte Körperpunkte gereizt. Studien zur Wirksamkeit des Verfahrens bei Asthmatikern kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen. Untersuchungen, die mehrere Studien analysierten und – soweit möglich – miteinander verglichen, belegten eine nicht ausreichende oder keine Wirkung.
Verschiedene pflanzliche Arzneimittel finden in der Asthma-Therapie Anwendung. Studien zeigten für diese Behandlungsoptionen sowohl positive als auch keine Effekte. Doch ließ sich ihre Wirksamkeit bislang nicht eindeutig nachweisen. Pflanzliche Substanzen können zudem auch Nebenwirkungen hervorrufen und mit anderen Medikamenten interagieren.
Für eine Reihe von Patienten stellt die Homöopathie eine attraktive Behandlungsform dar. Sie beruht auf dem Prinzip, dass Krankheitsbeschwerden mit der gleichen Substanz, die sie auch hervorgerufen hat, in hoch verdünnter Form behandelt werden. Auch bei diesem Verfahren der alternativen Medizin konnte bislang kein eindeutiger Beweis für seine Effektivität bei Asthmatikern gefunden werden.
Die Ernährungstherapie ist eine weitere Methode aus dem breiten Spektrum der alternativen und komplementären Therapie. Doch auch für die zusätzliche Einnahme von Vitamin C oder Magnesium zeigen die Untersuchungen keine einheitlichen Ergebnisse bei der Linderung von Asthmabeschwerden. Koffein scheint jedoch zumindest kurzfristig – für einige Stunden – die Asthma Symptome mäßig zu bessern, so eine Analyse verschiedener Studien. Doch hatten an den Untersuchungen insgesamt nur 55 Erwachsene mit mildem bis moderatem Asthma teilgenommen, so dass die klinische Bedeutung dieses Effekts fraglich bleibt.
Die besten Ergebnisse konnten bislang für Yoga und Atemtechniken belegt werden. Die Patienten gaben an, dass sie sich wohler fühlten und sich ihre Lebensqualität verbessert hatte. Auf die Lungenfunktion selber hatten sie objektiv gesehen keinen Einfluss.
Das Inhalieren soll die Ansammlung zähen Schleims in den Atemwegen, die bei Asthma auftreten kann, auflösen. Eine gute medikamentöse Behandlung des Asthmas behebt dieses Problem in aller Regel. Trotzdem kann die Schleimlösung zusätzlich durch Inhalieren unterstützt werden. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, um nicht in guter Absicht ungewollt einen Asthmaanfall auszulösen. Manche Inhalationszusätze reizen die Atemwege und können dadurch unter Umständen zu Verengungen der Bronchien führen. Es wird daher empfohlen, bei Asthma nur mit einfacher („physiologischer“) Kochsalzlösung zu inhalieren. Diese lässt sich leicht selbst herstellen: einen gehäufter Teelöffel Kochsalz in einem Liter Wasser auflösen, vor dem Inhalieren die Lösung wenige Minuten abkochen. Doch darf der Dampf beim Inhalieren nicht zu heiß sein, da sonst die Atemwege gereizt werden. Auf diese Weise durchgeführt, ist das Inhalieren von Kochsalzlösung frei von Nebenwirkungen, befeuchtet die Atemwege und verdünnt den Bronchialschleim.
Insgesamt sind die Ergebnisse der Untersuchungen, die sich mit alternativen Therapien beschäftigen, widersprüchlich, so dass eine Asthma-Therapie nicht allein auf alternativen Behandlungsmethoden beruhen sollte. Die Therapie mit verschreibungspflichtigen Medikamenten ist die Grundlage einer effektiven Asthma-Behandlung. Alternative Verfahren können jedoch in manchen Fällen zusätzlich den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
Quellen:
Passalacqua G et al.: ARIA update: I-Systematic review of complementary and alternative medicine for rhinitis and asthma. J Allergy Clin Immunol 2006; 117: 1054-62
Steurer-Stey C et al.: Complementary and alternative medicine in asthma – do they work? Swiss Med Wkly. 2002 Jun 29;132(25-26):338-44
Oktober 2007
Bild-Quelle: istockphoto.com, © Rafal Zdeb