So helfen Ihnen Medikamente

Asthmastufenschema

Die Asthma-Dauertherapie erfolgt vor allem zu Beginn in der Regel nach einem Stufenplan. Die eingesetzten Medikamente richten sich in ihrer Zahl und Dosierung nach der Schwere der Erkrankung.

 Zwei Personen ersteigen einen Berg

Dauertherapie für Asthma-Erkrankte


Die Asthma-Dauertherapie erfolgt vor allem zu Beginn in der Regel nach einem Stufenplan.

Denn die eingesetzten Medikamente richten sich in ihrer Zahl und Dosierung nach der Schwere der Erkrankung. Aktuelle deutsche Leitlinien definieren vier Schweregrade.

Die Dauertherapie des Asthmas erfolgt nach aktuellen deutschen Leitlinien abgestuft, in Abhängigkeit vom Schweregrad des unbehandelten Asthmas. Die Einteilung basiert auf den täglichen und nächtlichen Beschwerden sowie der Lungenfunktion des Patienten (FEV1: „Forced Expiratory Volume“ bzw. Einsekundenausatemkapazität und/oder PEF: „Peak Exspiratory Flow“ bzw. „Maximaler Atemfluss beim Ausatmen“). Für Erwachsene mit unbehandeltem Asthma sind die Schweregrad wie folgt festgelegt:

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Schweregrad

Symptome
tags
Symptome nachts
Lungenfunktion (FEV1/PEF)

IV

schwergradig
persistierend
(dauerhaft)





Dauersymptome, eingeschränkte körperliche Aktivität, hohe Intensität und Variabilität der Symptome


häufig







< 60% von Soll- oder Bestwert,
PEF-Variabilität > 30%



III
mittelgradig
persistierend
(dauerhaft)


täglich



> 1-mal/Woche



60-80% von Soll- oder Bestwert,
PEF-Variabilität 20-30%
II
geringgradig
persistierend
(dauerhaft)

> 1-mal/Woche
< 1-mal/Tag

> 2-mal/Monat



> 80% von Soll- oder Bestwert,
PEF-Variabilität 20-30%
I
intermittierenden
(zeitweise)


< 1-mal/Woche
dazwischen ohne Symptome
< 2-mal/Monat


 


> 80% von Soll- oder Bestwert,
PEF-Variabilität < 20%



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Asthma Dauertherapie richtet sich nach Schweregrad

Die Leitlinien empfehlen für die unterschiedlichen Schweregrade bei Erwachsenen folgende Möglichkeiten der medikamentösen Dauertherapie:

IV
schwergradig
persistierend
(dauerhaft)




inhalatives Kortison-Präparat in hoher Dosierung + inhalatives langwirksames Beta2Sympathomimetikum (ggf. als feste Kombination) und eine oder mehrere der zusätzlichen Optionen:
• retardiertes Theophyllin
• systemisches Kortison-Präparat (Tabletten)

III
mittelgradig
persistierend
(dauerhaft)






inhalatives Kortison-Präparat in niedriger bis mittlerer Dosierung + inhalatives langwirksames Beta2Sympathomimetikum (ggf. als feste Kombination); alternative oder zusätzliche Optionen:
• inhalatives Kortison-Präparat in hoher Dosis
• Montelukast
• retardiertes Theophyllin
• retardiertes orales Beta2Sympathomimetikum (Tabletten)
II
geringgradig
persistierend
(dauerhaft)
inhalatives Kortison-Präparat in niedriger Dosierung

I
intermittierenden
(zeitweise)
keine Dauertherapie

Antientzündliche Therapie ist die Basis

Schneeschuhe

Basis der Dauertherapie ist demnach – mit Ausnahme des intermittierenden, nur zeitweise auftretenden Asthmas – die Behandlung mit inhalativen Kortison-Präparaten, wobei die Dosierung mit zunehmendem Schweregrad steigt. Ab dem mittelgradigen Asthma wird in der Regel zudem ein langwirksames Beta2Sympathomimetikum eingesetzt. Die beiden Wirkstoffe können nacheinander inhaliert werden, es stehen jedoch auch leichter anzuwendende Kombinationspräparate zur Verfügung.

Die übrigen Therapiemöglichkeiten kommen überwiegend zusätzlich bei unzureichender Wirksamkeit und/oder alternativ bei unzureichender Verträglichkeit zum Einsatz. Auch bei Patienten, bei denen die Inhalation nicht möglich ist, können Alternativpräparate angezeigt sein.

Während bei den Schweregraden I-III die GINA-Kriterien der Asthma-Kontrolle angestrebt werden sollten, besteht beim Schwergrad IV das Ziel der Therapie eher darin, im Einzelfall möglichst wenig Symptome und eine möglichst gute Lungenfunktion zu erreichen.

Spezielle Einteilung für Kinder und Jugendliche

Auch für Kinder und Jugendliche gibt es eine vergleichbare Stufentherapie. Hier weichen jedoch die Einteilung der Schweregrade und die eingesetzten Medikamente teilweise von den Empfehlungen für Erwachsene ab.

Schriftlicher Therapieplan für jeden Patienten

Letztendlich spielt die Stufeneinteilung überwiegend zu Beginn der Asthma Therapie eine Rolle. Denn je nach Strategie des Arztes richtet er sich bei der Behandlung zwar zunächst nach dem aktuellen oder einem höheren Schweregrad. Dann intensiviert bzw. reduziert („Step up“- bzw. „Step down“-Therapie) er die Therapie jedoch schrittweise, um ein optimales Ansprechen bei minimalem Medikamentseinsatz zu erzielen.

Bei der Kontrolle der Therapie ist die PEF-Messung durch den Patienten von zentraler Bedeutung. Er sollte darüber hinaus einen schriftlichen Therapieplan erhalten, in dem sowohl die einzunehmenden Medikamente (Dosis, Anwendungshäufigkeit) als auch das Vorgehen bei Verschlechterungen (z.B. der PEF-Werte) oder akuten Anfällen beschrieben ist.

Quellen:

Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit Asthma. Herausgegeben von der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, Pneumologie 2006;60:139-83.

Global Strategy for Asthma Management and Prevention. Global Initiative for Asthma (GINA). Aktualisiert 2005: www.ginasthma.com (Guidelines)

Oktober 2007

Bild-Quelle Schmuckbild: istockphoto.com, © Ben Blankenburg
Bild-Quelle Textbild: gettyimages.de, © Stockbyte



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Samstag, 31. Juli 2010

Medizinischer Beirat - Ihr Experte Herr Dr. Michael Barczok


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