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Sich selbst einschätzen

Eine zuverlässige Methode zur Beurteilung der Lungenfunktion ist die Ermittlung des maximalen Luftflusses Peak-Flow, der beim Ausatmen erreicht werden kann. Dazu wird ein Messgerät verwendet, das als Peak-Flow-Meter bezeichnet wird.

 Frau auf Bergspitze

Lungenfunktionstest mit dem Peak-Flow-Meter



Eine einfache und zuverlässige Methode zur Beurteilung der Lungenfunktion ist die Ermittlung des maximalen Luftflusses („Peak-Flow“), der beim Ausatmen („Exspiration“) erreicht werden kann. Dazu wird ein Messgerät verwendet, das als Peak-Flow-Meter bezeichnet wird. Die englische Bezeichnung bedeutet auf Deutsch etwa „Maximal-Luftfluss-Messer“. Ein Peak-Flow-Meter ermittelt also den stärksten auftretenden Luftstrom. Der Luftstrom wird gemessen, während so schnell und so kräftig wie möglich ausgeatmet wird. Die Anzeige auf dem Peak-Flow-Meter erlaubt dann, die Leistungsfähigkeit der Lungen zu beurteilen.

Wie funktioniert ein Peak-Flow-Meter?

Schwimmerin

Ein Peak-Flow-Meter besteht aus einer Röhre, in der sich ein Scheibchen befindet, das von einer Feder gehalten wird. Wenn Sie durch das Peak-Flow-Meter ausatmen, pusten Sie gegen das Scheibchen und drücken die Feder zusammen. Das Scheibchen schiebt außerdem einen Zeiger vor sich her, der nicht mit der Feder verbunden ist. Wenn der Luftstrom nachlässt, bleibt er deshalb stehen und kehrt nicht in seine Ausgangsposition zurück. Auf der Skala neben dem Zeiger können Sie dann ablesen, wie weit Sie die Feder zusammengedrückt haben und welchem Peak-Flow dieser Wert entspricht.

Peak-Flow-Meter

Je kräftiger Sie ausatmen, desto weiter pusten Sie das Scheibchen und den Zeiger von sich weg, und desto höher ist der Peak-Flow-Wert. Beim Messvorgang kommt es also nicht auf langes, sondern auf möglichst kraftvolles Ausatmen an. Wichtig ist außerdem, dass der Zeiger vor jeder Messung auf der Position Null steht und dass er sich ungehindert bewegen kann.

 

Denken Sie immer daran: Der Atemwegskranke braucht das Peak-Flow-Meter wie der Bluthochdruckkranke das Blutdruckmessgerät!

Wie wird die Peak-Flow-Messung durchgeführt?

Um Veränderungen frühzeitig zu bemerken, ist es wichtig, die Lungenfunktion regelmäßig zu kontrollieren. Dafür sollten Sie jeden Morgen, Vormittag, Nachmittag und Abend vor der Medikamenten-Einnahme jeweils drei Peak-Flow-Messungen durchführen. Tragen Sie den höchsten Wert der drei Messungen in die Tabelle Ihres Asthma-Tagebuches ein. Vergessen Sie nicht, das Datum und Ihre Medikamente zu notieren, damit Ihr Arzt nachvollziehen kann, wann und unter welchen Bedingungen die Werte zustande gekommen sind.
Es ist auch möglich, dass Ihr Arzt Sie darum bittet, zu weiteren Tageszeiten Messungen vorzunehmen, z.B. nachdem Sie Ihre Medikamente eingenommen haben. Auf diese Weise kann die Wirksamkeit Ihrer Medikamente beurteilt werden.
Die Ergebnisse der 3 Einzelmessungen zu den verschiedenen Tageszeiten sollten sich im Normalfall nur wenig unterscheiden. Allerdings fällt es anfangs vielen Menschen schwer, tatsächlich mit größtmöglicher Kraft auszuatmen. Wenn die 3 Einzelwerte auch nach längerer Benutzung des Peak-Flow-Meters weit auseinander liegen, sollten Sie noch einmal in der Gebrauchsanweisung nachlesen, wo der Fehler liegen könnte, oder mit Ihrem Arzt sprechen, um gemeinsam eine Lösung des Problems zu finden.



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Was sagen die Peak-Flow-Werte aus?

Der Peak-Flow, also der maximale Luftstrom, den Sie beim Ausatmen erzeugen, wird durch drei Faktoren beeinflusst:

  1. den Durchmesser der Atemwege,
  2. die Kraft der für die Ausatmung zuständigen Muskulatur und
  3. wie stark Sie sich beim Ausatmen bemühen und wie gut es Ihnen gelingt, die erforderlichen Atembewegungen zu koordinieren.

Da sowohl die Kraft der Muskulatur als auch die Bewegungskoordination sich bei ausreichender Übung kaum verändern, weist ein veränderter Peak-Flow auf eine Veränderung des Durchmessers der Atemwege hin.

Eine einzige Messung mit dem Peak-Flow-Meter sagt nur sehr wenig über den allgemeinen Zustand der Atemwege aus. In Ihrem Asthma-Tagebuch notieren Sie jedoch Ihre Peak-Flow-Werte über einen längeren Zeitraum hinweg. Anhand dieser Aufzeichnungen können Sie und Ihr Arzt erkennen, wie oft, wie stark und zu welchen Zeiten Ihre Atemwege verengt waren. Ihr Arzt erhält auf diese Weise wichtige Informationen und kann Sie entsprechend behandeln.
Veränderungen in den Peak-Flow-Werten liefern dem Arzt darüber hinaus auch Informationen, ob die zur Behandlung eingesetzten Medikamente richtig für Sie sind und ob die Dosierung ausreicht.

Allerdings können sich Peak-Flow-Werte auch durch Faktoren verändern, die nichts mit Ihrer Therapie zu tun haben. Deshalb wird Sie der Arzt bei stark abweichenden Werten an bestimmten Tagen nach besonderen Ereignissen in Ihrem Leben fragen, z. B. Krankheit, Urlaub, anstrengendem Besuch, Stress oder auch nach besonderem Ess- und Trinkverhalten.

Wie werden Peak-Flow-Werte ausgewertet?

Die Peak-Flow-Werte können Sie rechtzeitig darauf aufmerksam machen, wenn sich Ihre Lungenfunktion verschlechtert. Ihr Arzt wird Ihnen zwei Minimalwerte nennen. Unterhalb des höheren von beiden sollten Sie in die Sprechstunde gehen, um die Behandlung anzupassen. Unterhalb des niedrigeren müssen Sie so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen, weil Ihre Lungenfunktion dann bereits deutlich eingeschränkt ist.

Durch regelmäßiges Messen werden Sie mit der Zeit ein Gespür für die Bedeutung der Peak-Flow-Werte und für die Veränderung Ihrer Lungenfunktion entwickeln. Damit der Arzt diese Veränderungen nachvollziehen kann, ist es unerlässlich, dass Sie Ihr Asthma-Tagebuch sorgfältig führen. Aber auch Sie selbst können sich an den Aufzeichnungen orientieren. Dabei hilft Ihnen ein Frühwarnsystem, das sich an Ihrem Bestwert für den Peak-Flow orientiert: das Ampelschema.


< 60%
Peak-Flow-Wert unter 60% des persönlichen Bestwertes:
SOFORT einen Arzt oder eine Klinik aufsuchen!

60-80%
Peak-Flow-Wert zwischen 60% und 80% des persönlichen Bestwertes:
Nach Absprache mit dem Arzt vorübergehend zusätzliche Medikamente und/oder individuelle Erhöhung der Medikamentendosis!

> 80%
Peak-Flow-Wert zwischen 80% und 100% des persönlichen Bestwertes:
Die bestehende Behandlung weiterführen!


Zeigen sich größere tageszeitliche Schwankungen in Ihren Messwerten, z.B. vom "Grünen Bereich" in den "Gelben Bereich" oder sogar in den "Roten Bereich" des Ampelschemas hinein, so sollten Sie unbedingt Rücksprache mit Ihrem Arzt halten. Er wird die Therapie an Ihre aktuelle Lungenfunktion anpassen.

Ein Kurvenverlauf dauerhaft im "Grünen Bereich" des Ampelschemas zeigt hingegen, dass die gewählte Therapie wirkt und Ihre Lungenfunktion stabil ist.

Juli 2008

Bild-Quelle Schmuckbild: istockphoto.com, © Josef Vital
Bild-Quelle Textbild: gettyimages.de, © Stockbyte



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Donnerstag, 11. März 2010

Medizinischer Beirat - Ihr Experte Herr Dr. Michael Barczok


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