Leitlinien & Stufenschema

Therapieempfehlungen

Therapieempfehlungen

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Ihrem Kind Medikamente empfehlen und teilt Ihnen mit, wie häufig sie genutzt werden sollen.
Experten haben eine Empfehlung erstellt, wie kindliches Asthma am besten medikamentös behandelt werden sollte. Sie haben ein Stufenschema erarbeitet, das auf die Stärke der Erkrankung und die Beeinflussung durch Medikamente ausgerichtet ist.




Stufenschema

Unbenanntes Dokument
  Beschwerden Empfohlene
Behandlung
Weitere Behandlungsmöglichkeiten
und Hinweise
Stufe 1

Zeitweilige Beschwerden
(1-2 mal pro Woche).

Schnellwirkendes
Betamimetikum als
Spray oder Pulver.

Bedarfsmedikament wird nur
genommen, wenn es benötigt wird. Als weiteres Bedarfsmedikament gibt es Ipratropiumbromid. Es kann statt dem schnellwirkenden Betamimetikum genutzt werden, wenn Nebenwirkungen bei diesem auftreten.
Bei Kindern unter zwei Jahren und bei sehr schweren Beschwerden kann Ipratropiumbromid auch zusätzlich zum schnellwirkenden Betamimetikum inhaliert werden.
Stufe 2

Beschwerden mehrmals pro
Woche
oder
Bedarfsmedikament wird mehrmals pro Woche benutzt.

Zusätzliche und
regelmäßige Nutzung
eines
kortisonhaltigen
Sprays oder Pulvers
mit niedriger Menge.

Anstatt eines inhalativen Kortisons kommt in begründeten Fällen Montelukast in Frage.
Stufe 3

Beschwerden können nicht
verhindert werden, obwohl
regelmäßig ein kortisonhaltiges Spray oder Pulver mit niedriger
Menge benutzt wird.

Bei Kleinkindern wird zusätzlich zum kortisonhaltigen Spray oder Pulver das Montelukast empfohlen. Bei älteren Kindern wird dagegen zusätzlich zum kortisonhaltigen Spray oder Pulver ein langwirkendes Betamimetikum empfohlen.
Eine gleichwertige Möglichkeit ist die Nutzung von inhalativem Kortison ohne weitere Medikamente, aber in gesteigerter Menge.

Langwirkende Betamimetika sollen nur als Ergänzung zum inhalativen Kortison genommen werden!
Stufe 4

Beschwerden
können trotz der regelmäßigen Nutzung der Medikamente entsprechend Stufe 3 nicht verhindert werden.

Das inhalative Kortison kann gemeinsam sowohl mit Montelukast als auch mit einem langwirkenden Betamimetikum genommen werden.
Eine gleichwertige Möglichkeit ist, die Menge des inhalativen Kortisons noch einmal zu steigern.

Stufe 5 Andauernde Beschwerden
trotz der Behandlung
gemäß den vorherigen
Stufen.
Erst bei dieser
schweren Form des
Asthmas ist die zusätzliche
Einnahme
von Kortison in
Tablettenform
gerechtfertigt.

Bei Kindern ab 6 Jahren mit sehr schwerem allergischem Asthma kann das Spritzen des Wirkstoffes Omalizumab unter die Haut erwogen werden.
Zusätzlich kann in begründeten Fällen Thephyllin eingesetzt werden.


Wenn Ihnen oder Ihrem Kind eine Behandlung vorgeschlagen wird, die unter "in begründeten Fällen" angegeben ist, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt nach dem Grund.
Sie sollten auch nach dem Grund fragen, wenn Ihnen oder Ihrem Kind eine Behandlung vorgeschlagen wird, die von diesen Schemata abweicht.
Die Erklärungen sollten Sie verstehen. Denn diese Abweichungen stellen Ausnahmen dar. In Einzelfällen können sie sinnvoll sein.

Therapieziele

Ziele der Asthmatherapie im Kindesalter ist die Ermöglichung eines normalen Lebens und einer adäquaten Entwicklung, d.h.:

  • Symptomfreiheit ohne Einschränkungen des täglichen Lebens (Schule, Spiel, Sport)
  • Ungestörter Nachtschlaf
  • Erhaltung und Wiederherstellung der bestmöglichen Lungenfunktion
  • Normales Lungenwachstum
  • Minimierung von Langzeitschäden
  • Vermeidung von Nebenwirkungen
  • Vermeidung einer Beeinträchtigung der physischen, psychischen und geistigen Entwicklung

Mai 2011

Quellen:
mod. nach „Leitlinien Asthma bronchiale in Deutschland, DMP für Asthma bronchiale im Kindes- und Jugendalter, eine gemeinsame Stellungnahme von Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V., Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e.V., Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie e.V., Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung im Kundes- und Jugendalter e.V., Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin e.V.,Fachgesellschaft für Rehabilitation in der Kinder- und Jugendmedizin

PatientenLeitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie Asthma, 2. Auflage, Version 1.2, November 2010
basierend auf der Version 1.0 vom Dezember 2009


Bild-Quelle:
istockphoto.com, © Evgeny Kuklev



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