Bisher wurde Asthma anhand von Symptomen, des Ausmaßes der Obstruktion sowie der Variabilität der Lungenfunktion in 4 Schweregrade unterteilt. Diese Einteilung hat sich für die Verlaufskontrolle nicht bewährt, da neben dem Schweregrad auch das Ansprechen auf die Therapie in die Schwere eines Asthmas eingeht.
Die Schweregradeinteilung ist deshalb nur bei der Erstbeurteilung eines Patienten mit Asthma bronchiale sinnvoll.
| Klassifikation der Asthmaschweregrade (Erwachsene) | ||
| Die Anwesenheit eines der Symptome reicht aus, um einen Patienten in die entsprechende Kategorie einzuordnen. |
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| Schweregrad | Kennzeichen vor Behandlung | |
| Symptomatik | Lungenfunktion | |
| IV schwergradig persistierend |
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| III mittelgradig persistierend |
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| II geringgradig persistierend |
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| I intermittierend |
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Die Beurteilung der Asthmakontrolle ist für die langfristige Verlaufskontrolle und als Grundlage der Therapie und Therapieanpassung geeigneter und hat deshalb sowohl in die nationalen (NationaleVersorgungsLeitlinie-NVL) als auch in die internationalen Leitlinien (GINA) Eingang gefunden.
Es werden drei Asthmakontrollgrade definiert:
Je nach Kontrollgrad kann dann eine Therapie nach einem fünfstufigen Plan begonnen oder angepasst werden, der die unterschiedlichsten Medikamente beinhaltet.
| Beschwerden | Empfohlene Behandlung |
Weitere Behandlungsmöglichkeiten und Hinweise |
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| Stufe 1 | Zeitweilige Beschwerden |
Schnellwirkendes |
Bedarfsmedikament wird nur genommen, wenn es benötigt wird. |
| Stufe 2 | Beschwerden mehrmals pro |
Zusätzliche und |
Anstatt eines inhalativen Kortisons kommt in begründeten Fällen Montelukast in Frage. |
| Stufe 3 | Beschwerden können nicht |
Menge des kortisonhaltigen Sprays oder Pulvers steigern |
In begründeten Fällen kann statt dem langwirkenden Betamimetikum Montelukast oder Theophyllin in Kombination mit dem inhalativen Kortison eingesetzt werden Langwirkende Betamimetika sollen nur als Ergänzung zum inhalativen Kortison genommen werden! |
| Stufe 4 | Beschwerden |
Menge des |
In begründeten Fällen kann Montelukast und/oder Theophyllin zusätzlich zum inhalativen Kortison und dem langwirkenden Betamimetikum benutzt werden. In begründeten Fällen kann das langwirkende Betamimetikum weggelassen und das Montelukast und/oder Theophyllin zusätzlich zum inhalativen Kortison benutzt werden. |
| Stufe 5 | Andauernde Beschwerden trotz der Behandlung gemäß den vorherigen Stufen. |
Erst bei dieser schweren Form des Asthmas ist die zusätzliche Einnahme von Kortison in Tablettenform gerechtfertigt. |
Bei sehr schwerem allergischem |
Wenn Ihnen oder Ihrem Kind eine Behandlung vorgeschlagen wird, die unter "in begründeten Fällen" angegeben ist, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt nach dem Grund.
Sie sollten sie auch nach dem Grund fragen, wenn Ihnen oder Ihrem Kind eine Behandlung vorgeschlagen wird, die von diesen Schemata abweicht.
Die Erklärungen sollten Sie verstehen. Denn diese Abweichungen stellen Ausnahmen dar. In Einzelfällen können sie sinnvoll sein.
Basis der Dauertherapie ist demnach – mit Ausnahme des intermittierenden, nur zeitweise auftretenden Asthmas – die Behandlung mit inhalativen Kortison-Präparaten, wobei die Dosierung steigt. Ab Stufe 3 wird in der Regel zudem ein langwirksames Beta2Sympathomimetikum eingesetzt. Die beiden Wirkstoffe können nacheinander inhaliert werden, es stehen jedoch auch leichter anzuwendende Kombinationspräparate zur Verfügung.
Die übrigen Therapiemöglichkeiten kommen überwiegend zusätzlich bei unzureichender Wirksamkeit und/oder alternativ bei unzureichender Verträglichkeit zum Einsatz. Auch bei Patienten, bei denen die Inhalation nicht möglich ist, können Alternativpräparate angezeigt sein.
Die Therapie richtet sich immer nach dem Grad der Asthmakontrolle. Je nach Strategie des Arztes intensiviert bzw. reduziert („Step up“- bzw. „Step down“-Therapie) er die Therapie schrittweise, um ein optimales Ansprechen bei minimalem Medikamenteneinsatz zu erzielen.
Bei der Kontrolle der Therapie ist die PEF-Messung durch den Patienten von zentraler Bedeutung. Er sollte darüber hinaus einen schriftlichen Therapieplan erhalten, in dem sowohl die einzunehmenden Medikamente (Dosis, Anwendungshäufigkeit) als auch das Vorgehen bei Verschlechterungen (z.B. der PEF-Werte) oder akuten Anfällen beschrieben ist.
Das Therapieziel besteht in der bestmöglichen Krankheitskontrolle. Diese soll mit der geringstmöglichen Menge an Medikamenten erreicht werden.
Mai 2011
Quellen:
Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit Asthma. Herausgegeben von der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, Pneumologie 2006;60:139-83.
Global Strategy for Asthma Management and Prevention. Global Initiative for Asthma (GINA), 2007. Available from www.ginasthma.org. Date last updated 2009
Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma – Langfassung, 2. Auflage. Version 1.2, 2010 [cited: 05.2011]. Available from: http://www.versorgungsleitlinien.de/themen/asthma
PatientenLeitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie Asthma, 2. Auflage, Version 1.2, November 2010
basierend auf der Version 1.0 vom Dezember 2009
Bild-Quellen:
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