Warum ist die regelmäßige Medikamenteneinnahme so wichtig?
Asthma ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege. Dabei bedeutet chronisch, dass die Krankheit dauerhaft besteht und „zurückkehrt“, sobald die vom Arzt eingeleiteten Behandlungsmaßnahmen beendet werden. Entzündlich besagt, dass sich das Gewebe der Atemwege in einem dauerhaften Reizzustand befindet, der nur durch geeignete Medikamente und das Meiden von Asthmaauslösern aufgehoben werden kann. Ohne diese Maßnahmen verstärkt sich der Reizzustand mit der Zeit, die Auslöseschwelle für Asthmaanfälle sinkt, die Schwere der Anfälle nimmt zu und die Behandlung wird schwieriger.
Warum kann Compliance manchmal schwierig sein?
Mit der Dauer einer Erkrankung wird das Wissen um diese meist größer, aber der Umgang damit oft legerer. Es schleicht sich ein gewisser Schlendrian ein. "Eigentlich geht es mir gar nicht so schlecht. Ich fühle mich nicht krank!" Der häufigste Fehler ist leider, dass Medikamente, die gut geholfen haben, abgesetzt werden. Chronische Erkrankungen, wie Asthma bronchiale, bedürfen in der Regel einer Basistherapie, welche ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt nicht abgesetzt werden sollte. Die Folge ist ein deutlich vermehrter Gebrauch der Bedarfsmedikamente, welche zwar subjektiv das Gefühl einer "schnellen Hilfe" vermitteln, aber langfristig eine Verschlechterung der Lungenfunktion und damit der Leistungsfähigkeit des Erkrankten nicht verhindern können.
Was vermag eine gute Compliance zu bewirken?
Durch die regelmäßige Einnahme der verordneten Medikamente, das Meiden von Asthmaauslösern und die fortlaufende Kontrolle der Wirksamkeit der Behandlung, beispielsweise durch Messung des Peakflows, können Patienten mit Asthma nicht nur Beschwerdefreiheit, sondern bei rechtzeitigem Beginn der Therapie die Erhaltung einer normalen Lungenfunktion bis ins hohe Alter erreichen. Das bedeutet ein normales Leben, ob im Beruf oder im Privatleben – keine vermehrten Krankenstände oder Fehlstunden in der Schule. Sport, sogar Spitzensport, ist möglich.
Mai 2011
Quelle:
Asthma bronchiale: Pathogenetische Grundlagen, Diagnostik, Therapie. Claus Kroegel (Herausgeber). Verlag: Thieme, Stuttgart; Auflage: 2., völlig neubearb. u. erw. A. (2002)
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