Neue Grippe und Asthma

Die „Neue Grippe“ ist da – was sollten Asthmatiker beachten?

Die als Schweinegrippe bekannt gewordene „Neue Grippe“ stellt ein besonderes Risiko u.a. für Menschen mit Vorerkrankungen der Atemwege dar. Wir haben die wichtigsten Informationen zusammengestellt: Symptome – woran ist die neue Grippe zu erkennen? Welche Schutzmöglichkeiten gibt es?

Die „Neue Grippe“ ist da – was sollten Asthmatiker beachten?


Was ist die „Neue Grippe“?
Wie auch alle früheren Grippe-Wellen wird sie durch Grippe-Viren (Influenza-Viren) ausgelöst. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfchen-Infektion, etwa infolge von Niesen oder Husten infizierter Personen, bzw. durch sogenannte Schmierinfektion, also durch Hautkontakt mit Erkrankten oder durch Kontakt zu Gegenständen aus der Umgebung eines Patienten.
Von „Schweinegrippe“ oder „Neuer Grippe“ wird gesprochen, weil das Grippe-Virus, das die Erkrankung auslöst, bestimmte Eigenschaften aufweist, die bei den bisherigen Grippe-Viren, die den Menschen befallen, nicht vorkamen und die Ähnlichkeiten mit einer bei Schweinen beobachteten Form von Grippe-Viren haben.

Grippe-Viren verändern sich oft: die saisonale Grippe
Aufgrund bestimmter Erbmechanismen bei der Vermehrung neigen Grippe-Viren dazu, ihr Erbgut zu verändern und damit teilweise neue äußere Eigenschaften, eine erhöhte oder verminderte Gefährlichkeit für den Menschen und eine größere oder kleinere Neigung zur Ansteckung zu entwickeln. Solche Veränderungen an Grippe-Viren geschehen fortlaufend. Sie bewirken, dass mit jeder „Grippe-Saison“ leicht veränderte Grippe-Viren eine Rolle spielen. Es entsteht eine sogenannte saisonale Grippe. Schutzimpfungen berücksichtigen diese Veränderungen, indem sie jährlich an die jeweils am weitesten verbreiteten Virus-Stämme angepasst werden. Die Impfung muss jedoch in jedem Jahr mit verändertem Impfstoff aufgefrischt werden, um vor den jeweils aktuellen Grippe-Viren zu schützen.

Wenn ganz neue Viren entstehen, droht eine Grippe-Pandemie
Obwohl Grippe-Viren so variabel sind, bestehen dennoch in der Regel Ähnlichkeiten zwischen verschiedenen Grippe-Erregern, die es dem menschlichen Abwehrsystem (Immunsystem) erleichtern, die Krankheit abzuwehren, falls sich der Organismus bereits früher einmal mit einer Grippe auseinandergesetzt hat.

Von Zeit zu Zeit entstehen jedoch auch Grippe-Viren, die stark von früheren Varianten des Erregers abweichen. Diese Viren treffen bei den meisten Menschen auf ein unvorbereitetes Immunsystem und können sich deshalb unter Umständen besonders leicht verbreiten und besonders schwer verlaufen. Dann kann es zum Ausbruch einer weltweiten Grippe-Epidemie kommen, einer Pandemie.

Eine Infektion mit den Erregern der Schweinegrippe kann bei Menschen mit chronischen Vorerkrankungen besonders schwer verlaufen.

Jede Grippe ist gefährlich – besonders bei chronischem Vorleiden
Glücklicherweise hat sich von den anfänglichen Annahmen bisher nur bestätigt, dass sich die „Neue Grippe“ tatsächlich rasch verbreitet. Die einzelnen Erkrankungsfälle verlaufen derzeit jedoch nicht schwerer, sondern sogar eher etwas harmloser als bei einer durchschnittlichen Grippe-Welle. Dennoch handelt es sich bei der „Neuen Grippe“ um eine gefährliche Erkrankung, die insbesondere von Menschen mit Vorerkrankungen ernst genommen werden muss.

Wie verläuft eine Grippe typischerweise?
Die Grippe darf nicht mit den weit verbreiteten „grippalen Infekten“ verwechselt werden, die mit Schnupfen, Halsschmerzen, leichtem Fieber und anderen vergleichsweise harmlosen Beschwerden einhergehen. Die echte Grippe hingegen ist mit einem ausgeprägtem Krankheitsgefühl verbunden und kann zu schweren Komplikationen und sogar Todesfällen führen. Üblicherweise beginnt eine Grippe mit plötzlich einsetzendem Fieber von mehr als 38,5 °C, das von trockenem Reizhusten und Kopf- bzw. Muskelschmerzen begleitet wird.

Gefürchtet: schwere Verlaufsformen und Komplikationen
Zwei seltenere, aber schwere Verlaufsformen der Grippe können die betroffenen Patienten in akute Lebensgefahr bringen. Das ist erstens der Fall, wenn es zu einer Lungenentzündung kommt, die unmittelbar durch die Grippe-Viren ausgelöst wird (primäre Influenzapneumonie). Zum anderen kann es im Verlauf einer Grippe als Komplikation zusätzlich zur Infektion mit Bakterien kommen, die eine Lungenentzündung verursachen (sekundäre Influenzapneumonie). Gerade für Personen mit Vorerkrankungen der Lunge oder der Atemwege sind beide Verläufe sehr gefährlich, da die Erkrankung auf ein Organ trifft, das nur eingeschränkt funktioniert oder durch die Grunderkrankung bereits belastet ist.

Die Impfung und hygienische Schutzmaßnahmen können Grippeerkrankungen wirksam verhindern.

Impfung und Hygienemaßnahmen schützen
Der Schutz vor Grippe-Erkrankungen beruht im Wesentlichen auf zwei Maßnahmen: auf der Impfung und auf verstärkten Hygieneanstrengungen.

Die Impfung ermöglicht es der Körperabwehr, sich auf den neuen Grippe-Erreger vorzubereiten. Kommt es nach der Impfung zu einer Infektion mit Grippe-Viren, ist das Immunsystem in der Lage, sehr rasch sehr wirksame Verteidigungsmaßnahmen einzuleiten, die eine Vermehrung des Erregers im Körper verhindern. In den meisten Fällen spürt der Geimpfte gar nicht, dass er sich mit dem Virus angesteckt hat, da das Abwehrsystem die Erreger bekämpft und eliminiert, bevor es zum Ausbruch der Erkrankung kommen kann. Die Grippe-Schutzimpfung wird daher allen Menschen empfohlen, die ein besonderes Risiko auf schwere Verläufe haben. Hierzu gehören Menschen mit chronischen Grunderkrankungen (z.B. der Atemwege). Sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Er wird Sie über die bestehenden Impfmöglichkeiten informieren und das für Sie sicherste und beste Verfahren auswählen.

Regelmäßig Hände waschen!
Auch hygienische Maßnahmen können die Ausbreitung der Grippe sehr wirksam verhindern. Am wichtigsten ist es dabei, sich nach Kontakt mit anderen Menschen die Hände zu waschen.

Bei Asthma ist darüber hinaus die regelmäßige Einnahme der Asthmamedikamente sehr wichtig. Sie dämmt das Krankheitsgeschehen in den Atemwegen ein und kann damit in gewisser Weise vor schweren Verläufen und Komplikationen einer Grippe schützen.
(jg/bsmo)

Linktipps:
Antworten des Robert Koch-Instituts auf häufig gestellte Fragen zur Neuen Grippe

Antworten des Robert Koch-Instituts auf häufige Fragen zur Impfung gegen saisonale und pandemische Grippe

Sind Impfungen gefährlich für Asthmatiker?

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut zur Neuen Influenza, Epidemiologisches Bulletin Nr. 41 vom 12. Oktober 2009

Quellen:
Nach Informationen von Robert Koch-Institut: Situationseinschätzung zur Neuen Influenza. Fallzahlen in Deutschland, RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte, Antworten des Robert Koch-Instituts auf häufig gestellte Fragen zur Neuen Grippe, FAQ’s zur Impfung gegen saisonale und pandemische Grippe, jeweils Stand 11.09.2009, Ärzte Zeitung und Weltgesundheitsorganisation (WHO), Statement 11.06. 2009 und Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut zur Neuen Influenza, Epidemiologisches Bulletin Nr. 41 vom 12. Oktober 2009

Bild-Quelle:
shutterstock.com, @ Elena Schweitzer

Oktober 2009

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Donnerstag, 11. März 2010

Medizinischer Beirat - Ihr Experte Herr Dr. Michael Barczok


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