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Dann stellen Sie Ihre Frage unserem Experten Herrn Dr. Barczok, niedergelassener Pneumologe in Ulm.

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Sehr geehrter Herr Dr. Barczok, ich habe eine Frage. Ich habe seit meiner Kindheit Asthma Bronchiale. Seit mehreren Jahren hatte ich die Krankheit gut im Griff. Seit ein paar Wochen habe ich starke Atembeschwerden. Ich war schon bei mehreren Pneumologen und alle haben mir Cortisonspray verschrieben ( Beclometason, Budes N, Spiriva) Das Problem ist egal welches Cortison spray ich benutze, sei es Puler oder Gas, sofort nach dem Inhalieren wird mein Atem sehr schwer, pfeift und ist rau. Es trifft nur eine Verschlechterung ein. Das einzige was mir hilft ist das Notfall spray Salbutamol und Viani Diskus. Beides verursacht jedoch bei mir so starkes Herz rasen und Herzstolpern das ich beide Medikamente nicht nehmen kann, bez. Salbutamol bei absolutem Notfall. Ich weiß langsam nicht mehr weiter. Haben Sie noch einen Vorschlag für mich oder ein Medikament das Verträglich ist und meine Atmung nicht erschwertt? Vielen lieben Dank im voraus. 23.09.2016

Hallo, Nun, ich fürchte, dass ich Ihnen nicht so einfach helfen kann. Das Problem ist, dass Kortisonsprays sofort nach dem Inhalieren keine Wirkung haben, die Sie spüren könnten. Sie wirken sehr langsam entzündungshemmend über Wochen und Monate hinweg, so das ich mich schwer tue, einen Soforteffekt hierdurch zu vermuten. Im übrigen ist auch in Viani ein Kortisonanteil enthalten. Spiriva ist übrigens kein kortisonartiges Medikament. Dass bronchienerweiternde Medikamente Herzrasen oder Herzstolpern machen können, ist bekannt, allerdings normalerweise nur in unüblich hohen Dosierungen. Es hilft uns auch nicht wirklich weiter, da diese Medikamente nur jeweils vorübergehend bronchienerweiternd wirken und keine Langzeiteffekte besitzen. Leider kann ich Ihnen daher nicht weiterhelfen, da ich mir keinen persönlichen Eindruck von Ihren Beschwerden, den Zusammenhängen und den hierbei zu erhebenden Befunden machen kann. Ich denke es wäre vernünftig, wenn Sie bei einem der Pneumologen, mit dem Sie vielleicht doch einen engeren Kontakt aufbauen könnten geduldig versuchen, einen Weg für eine erfolgreiche Behandlung zu finden. Mit freundlichen Grüßen Dr. Barczok

Lieber Experte, Hallo Dr. Barczok, mir wurde Viani zum ersten Mal verschrieben. Jetzt nehme ich es seit einer Woche. Seit ein paar Tagen ist nun mein Mund trocken und ich wurde heißer. Ich glaube es liegt an dem Medikament. Haben SIe Erfahrungen damit? Beklagen das auch andere Patienten? Ich bin verunsichert und freue mich über Ihren Rat. Viele Grüße Teresa 22.09.2016

hallo, Leider schreiben Sie nicht, ob Sie Viani als Pulver oder als Spray bekommen haben. In beiden Fällen könnte der enthaltene Kortison-Anteil in der Tat zu Heiserkeit führen, es handelt sich hierbei um eine an sich harmlose Nebenwirkung, die aber natürlich schon unangenehm ist. Sie sollten daher Kontakt zum verordnende in Arzt aufnehmen, ihm Ihre Beschwerden schildern und ihn bitten, eine andere Substanz zu verordnen. Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, auf die man ausweichen kann. Außerdem muss bei allen Medikamenten, die inhalative Steroide enthalten, auf eine gute Reinigung von Mund und Gaumen geachtet werden. Bewährt hat sich beispielsweise, solche Medikamente vor dem Essen zu nehmen und nach dem Essen dann die Zähne zu putzen, was ja ohnehin sinnvoll ist. Dadurch wird eine gute mechanische Reinigung der Mundhöhle erreicht und man sieht kaum noch Probleme mit der Inhalation von Medikamenten. Mit freundlichen Grüßen Dr. Barczok

Lieber Experte, ich bin Asthmatikerin und habe aus der Davos-Reha eine Freundin mit sehr schwerem Asthma. Meine Freundin hat trotz der vollen Palette an Asthmamedikamenten, inclusive Xolair zur Zeit wieder Daueratemnot. Gestern konnte Sie keine ganzen Sätze sprechen vor Atemnot. Sie stockte ständig im Satz, wollte aber unbedingt mit mir sprechen. Wie verhalte ich mich am Besten in einer solchen Situation? Soll ich ruhig mit ihr weitersprechen, so wie ich es auch meist mache und darauf achten, dass sie Ihre Medis richtig nimmt? Soll ich einen Arzt rufen, wenn Sie so stark Atemnot hat? Ich habe auch schweres Asthma, habe die starke Atemnot, aber nur selten. Zum Glück. Ich nehme dann mein Spray und 60mg Decortin nach Notfallplan. Früher hatte ich noch Solosintropfen, aber die will meine Ärztin wegen der Epilepsie nicht mehr verschreiben. Ist Solosin als Bedarfsmedi bei Anfallskranken so bedenktlich? Ich habe gehört das Theophyllin wäre auch nicht mehr so im Gebrauch in der modernen Asthmaterapie ? Viele Grüße 17.09.2016

Hallo, ich denke, dass in den von Ihnen geschilderten Situationen das Gespräch mit Ihrer Freundin wichtig ist und Sie es behutsam weiter am Laufen halten sollten. Sind Sie der Meinung, dass ein Punkt erreicht ist, an dem sie intervenieren sollten, sprechen Sie das ruhig an, schlagen sie Ihr auch vor, dass sie gegebenenfalls den Notarzt rufen können, die Entscheidung darüber sollte aber bei ihr verbleiben, jedenfalls solange sie nicht einen bewusstseinsgestörten Eindruck macht. Was die Therapie mit Solosin bei Anfallskrankheiten anbetrifft, ist bekannt, dass Theophyllin entsprechende Komplikationen auslösen kann. Ich verstehe daher Ihre Hausärztin, dass sie das Mittel nicht ohne weiteres einsetzen möchte. Da Theophyllin eine im Vergleich zu anderen heute gebräuchlichen Medikamenten eine eher bescheidene Wirkung hat, denke ich auch, dass dies so richtig ist. Mit freundlichen Grüßen Dr. Barczok

Sehr geehrter Herr Doktor, ich wollte fragen, ob man über die Jahre nicht kortisonabhängig wird? Ich bin schwere Asthmatikerin und habe mich schon früh gegen die Kortisontherapie gewehrt als ich noch leichtes Asthma hatte. Ich werde jetzt die Sprays und das Kortison in Tablettenform nicht mehr los. Immer kommen heftige Beschwerden in Form von Husten, Atemnot und pfeifender Atmung wieder. Ist es wirklich von Vorteil, wenn man früh mit den Kortisonsprays beginnt? Bei mir wurde die Diagnose sehr verzögert gestellt. Eigentlich erst als die Lufu schlechter wurde und es eindeutig Asthma war. Wäre eine frühe Diagnose besser für den Verlauf gewesen? Ich habe nichtallergisches Asthma und habe das Asthma durch viele Infekte bekommen. Nach einem heftigen Infekt war plötzlich alles anders (intrinsic Asthma nennt es Prof. Welte). Es begann mit einer Überempfindlichkeit der Bronchien und irgendwann wurden die Bronchien auch eng. Denkt man vielleicht bei Nichtallergikern seltener an Asthma? Mit freundlichen Grüßen und danke für Ihre Antwort 17.09.2016

Hallo, wahrscheinlich ist es nicht wirklich sinnvoll, jetzt darüber nachzudenken was wäre, wenn dies oder das anders gelaufen wäre. Tatsache ist aber natürlich schon, dass eine möglichst frühzeitige Asthmabehandlung unter Einbeziehung von entzündungshemmenden Medikamenten wie kortisonhaltigen Sprays in vielen Fällen die Möglichkeit eröffnet, Asthma ohne Dauerschäden und ohne die Notwendigkeit der Einnahme von Kortison in Tablettenform gut zu kontrollieren. Manchmal gelingt dies aber auch nicht. Sie fragen, ob man bei Nichtallergikern selten an Asthma denkt. Sicher nicht. Entweder Sie haben Asthma oder Sie haben kein Asthma. die Diagnose wird aus der Lungenfunktion gestellt und auf unterschiedliche Weise gesichert, beispielsweise dadurch, dass die Verengung der Bronchien zu mindestens anfangs gut rückgängig gemacht werden kann. Hat man den Verdacht auf Asthma wird, man nach Allergien suchen. Findet man keine und es ist Asthma, dann ist es ein nicht-allergisches Asthma. So ist in der Regel der Lauf der Dinge. Ich hoffe damit ihre Fragen beantwortet zu haben, die Fragen, wie es laufen hätte können wenn, kann ich nicht beantworten. Mit freundlichen Grüßen Dr. Barczok

Hallo Dr. Barczok! Vielen Dank für Ihre vorherige Antwort. Ich rauche jetzt schon seit 7 Wochen nicht mehr. Nun habe ich wieder ein Anliegen. Ich war vor einer Woche wieder bei meinem Lungenarzt und habe wieder eine Bodyplethysmographie gemacht. Die wichtigen Werte haben sich nicht viel verändert, trotz dem 3 monatigen Kortisonspray. Soll nun nochmal 3 Monate das Spray nehmen. Er meinte es wäre wohl doch COPD. Würde mich freuen,wenn Sie meine Werte auch noch einmal anschauen würden. Ich kann mich mit dem Ergebnis nicht wirklich abfinden. Lassen sich meine Werte überhaupt noch verbessern? Um welche Stufe COPD handelt es sich? Viele Grüße Soll IST IstSoll FVCex 3,22 3,22 100% VCmax-B 3,33 3,28 99% FEV1 2,76 2,45 89% FEV1VCmax 79 75 94% TLC-B 5,30 6,16 116% RV-B 1,86 2,88 155% RVTLC-B 36 47 130% RAWtot kPas 0,35 0,23 65% IRV-B 1,07 ERV-B 0,74 VT-B 1,47 FIV1 2,94 PEF 6,62 5,73 87% MEF75 5,73 4,92 86% MEF50 4,00 2,52 63% MEF25 1,60 0,80 50% sRAW kPa*s 0,96 0,83 86% 06.09.2016

Hallo, auch wenn ich mich wiederhole, ich darf standesrechtlich im Internet keine individuellen Diagnosen stellen oder Therapien empfehlen sondern lediglich allgemeine Fragen zum Thema Asthma oder COPD beantworten. Ich finde es super, wenn sie es das Rauchen schon einige Zeit eingestellt haben, Sie sind dann jetzt aus dem gröbsten raus und leisten damit den entscheidenden Beitrag dafür, dass Ihre Lunge gesund bleibt. Aus meiner Sicht sind die von Ihnen mitgeteilten Einschränkungen in der Lungenfunktion minimal, ob überhaupt und wenn ja mit welchen Medikamenten behandelt werden sollte, entscheidet der Sie betreuende Lungenarzt. Mit freundlichen Grüßen Dr. Barczok

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