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Hallo, Ich war gestern bei der Vertretung meines Hausarztes und habe mir dort meine Hypo-Spritze geben lassen (Milbe). Mein Hausarzt spritzt sie immer in den Oberarm und hält die Nadel fast parallel zum Arm, also sehr flach. Die Vertretung gab die Spritze ca 5cm oberhalb des Ellenbogen und hielt sie senkrecht zum arm, also im 90° Winkel.Sie meinte zwar, dass sie es unter die Haut spritzen würde, aber irgendwie war die Nadel doch sehr weit drin. Einige Stunden nach der Spritze bekam ich Schmerzen an der Einstichstelle und auch heute tut die Muskulatur an der Stelle sehr weh beim strecken und beugen. Ist es nun sehr wahrscheinlich, dass die Hypo in den Muskel gespritzt wurde? Wenn ja, ist sowas schlimm? 20.08.2014

Hallo, in der Tat sollte die Spitze streng subkutan also in einem relativ flachen Winkel gegeben werden, das hängt aber ein bisschen von der Nadellänge ab. Man kann auch mit einer sehr kurzen Nadel im senkrechten Winkel gut spritzen ohne dass die Injektion allzu tief in den Muskel geht. Wie dem auch sei. Sie sollten den Umstand, dass die Injektionsstelle jetzt Schmerz zum Anlass nehmen, den Arm ruhig zu halten, schon ein bisschen Eis könnte helfen, gegebenenfalls auch ein Anti allergisch wirkendes Medikament, falls Sie etwas entsprechendes zu Hause haben. Nehmen die Beschwerden zu, sollten Sie nochmals zum Arzt gehen, um auszuschließen, dass sich dahinter eine Infektion verbirgt. Das nächste Mal sollten Sie dann von der Reaktion berichten. Ich gehe davon aus, dass der Arzt dann wieder zur alten Injektionstechnik zurückkehren wird. Mit freundlichen Grüßen Dr. Barczok

Hallo, Dr Barczok, ich lebe in einem afrikanischen Land, wo das Gesundheitssystem nur sehr eingeschraenkte bzw. keine Hilfe bei Asthma leisten kann. Vor etwa 10 Jahren entwickelte sich bei mir im Alter von Anfang 60 Asthma mit zunaechst starken und zunehmenden allergischen Anfaellen. Das hat sich inzwischen wahrscheinlich zu COPD entwickelt, da chronische Symptome (staendige Schleimproduktion). Ich habe nie geraucht, das Asthma war eine Reaktion auf die Haltung von Hunden, die hier als Wachhunde unabdingbar sind. Ich habe mich im Wesentlichen selbst therapiert, mithilfe Internet und dem Buch William Berger Asthma fuer Dummies . Ich habe immer Inhalatoren greifbar, brauche sie aber selten. Dafuer nehme ich seit Jahren taeglich Montelukast. Atembeschwerden sind eher selten, habe aber eigentlich dauernden Schleimauswurf im Hals und Mund, den ich durch staendiges Raeuspern versuche, loszuwerden. Ansonsten wenige Beschwerden, ausser gelegentlichen akuten allergischen Anfaellen, die ich mit Prednisolon bekaempfe. Frage, wie ist mein Status, wie kann ich die Schleimproduktion einschraenkenabstellen, wie ist die Prognose? Danke im Voraus! 20.08.2014

Hallo, aus berufsrechtlichen Gründen darf ich im Internet weder individuelle Diagnosen stellen noch individuelle Therapien empfehlen. Es macht auch wenig Sinn, wenn ich mich zur Frage der Erkrankung bei Ihnen äußere, da außer der Beschreibung ihrer Beschwerden keinerlei Befunde vorliegen wie etwa ein Röntgenbild oder eine Lungenfunktion. Ihre Beschwerden können durch eine Vielzahl von Erkrankungen bedingt sein, auch eine COPD ist möglich. Die Schleimproduktion kann man nicht abstellen, man kann nur Ursachen hierfür klären und dann behandeln. Möglicherweise wäre ein sogenanntes inhalatives Kortisonspray eine Lösung für die meisten Ihrer Probleme, es sollte aber schon klar sein, ob nun ein Asthma oder eine COPD vorliegen oder die Schleimproduktion durch ganz etwas anderes bedingt sein könnte. Ich denke daher, dass sie über kurz oder lang an einer pneumologischen Untersuchung nicht vorbeikommen werden. Zumindestens sollte es möglich sein, ein Röntgenbild der Lunge zu machen, um zu sehen, ob eine entzündliche Ursache vorliegt. Mit freundlichen Grüßen Dr. Barczok

Hallo, am Donnerstag waren wir beim Augenarzt, der festgestellt hat, das ich unter einer Allergie leide. Beim letzten Allergie Test wurde jedoch nichts festgestellt. Jetzt habe ich aber seit Sonntag das Problem, dass ich Nachts aufwache und husten muss oder seit gestern beobachte das ich kurzatmiger bin. Darf ich die Medikation von meinem Budecort erhöhen um eine Besserung zu erhalten? Wie oft darf man sein Notfall Spray nehmen? Es wäre schön wenn Sie mir helfen könnten. Vielen Dank im Voraus. Liebe Grüße Schmusefussel 16.08.2014

Hallo, nun, ob sie dem Medikation erhöhen können hängt davon ab, wie viel sie schon nehmen. Eine Dosierung bis zu 2 mal 400 Mikrogramm ist möglich. In der Tat ist es eine gute Idee, im Moment die Dosis ausreichend hoch zu wählen, fragen Sie aber im Zweifel noch mal bei ihrem behandelnden Arzt nach. Was den Notfallspray anbetrifft, sollten Sie in so selten wie möglich brauchen, ist doch jedes zusätzliche Brauchen immer auch ein Hinweis dafür, dass die Therapie noch nicht wirklich stabil und zuverlässig eingestellt ist. Mit freundlichen Grüßen Dr. Barczok

Guten Tag, bei mir begann es Anfang 2012 (damals 26 Jahre alt, weiblich) mit nächtlichem Reizhusten der mich kaum schlafen ließ. Dazu gesellte sich dann ein beklemmendes Gefühl schlecht Luft zu bekommen. Ein Allergietest ergab nur eine geringe Reaktion auf Schimmelpilze (laut Arzt nicht ursächlich, wir hatten aber welchen in der WohnungSchlafzimmer), im Lungentest konnte man eine Verkrampfung der Bronchien feststellen und beim Provokationstest wurde dann Bronchiale Hyperreagibilität diagnostiziert. Ich wartete noch etwas ab, dann wurden die Atembeschwerden aber schlimmer bei Reizen wie Rauch zB und auch in Ruhe besonders abends im Bett. Ich bekam Salbutamol Spray und Budesonid Kortikoidspray, das ich aber bald absetzen musste, da es meinen Zyklus erheblich verkürzte (auf 2 Wochen) und meine Eisenwerte vorher schon grenzwertig waren. Unter Budesonid waren meine Beschwerden aber wesentlich besser geworden. Daraufhin verschrieb man mir Beclometason Kortikoidspray. Dies half aber weniger gut. Zwar waren (scheinbar) reizunabhäninge Atembeschwerden dadurch weg, aber die reizgetriggerten durch zB. Rauch verschwanden nicht. Stattdessen bekam ich alle 2 Wochen heftige Migräneanfälle, obwohl ich seit Jahren beschwerdefrei gewesen war. Deshalb musste ich auch dieses Medikament absetzen. Nun war ich heute beim Lungenarzt und er meinte, ich solle jetzt erstmal nur Salbutamol bei Bedarf nehmen (das würde die mögliche Entzündung aber nicht behandeln). Es gäbe noch Flutide. Aber ich solle es erstmal 6-8 Wochen mit Salbutamol versuchen, da meine Lungenfunktion seit März 2013 konstant sei. Ich fragte, ob es unbehandelt nicht zu Asthma werden könne. Da meinte er: Ja, wir müssen abwarten. Abwarten? Ich will kein Asthma entwickeln! Wieso will er mir die Flutide nicht verschreiben? Ist es nicht ein Risiko nur Salbutamol zu nehmen? Vielen Dank für Ihre Hilfe 15.08.2014

Hallo, nun, als Risiko würde ich den alleinigen Einsatz von Salbutamol in Ihrem Fall nicht bezeichnen, aber sie haben schon recht, es fehlt im Moment eine heilende, schützende Komponente mit dem Risiko, dass Sie immer mehr symptomatische Medikamente einsetzen müssen, um beschwerdefrei zu bleiben. Ich denke, Ihr Arzt möchte etwas Ruhe in das Geschehen bringen und nicht hektisch von einem Medikament zum nächsten springen. Auch aus meiner Sicht wäre es aber problemlos möglich, jetzt Fluticason einzusetzen, dass es sowohl alleine als auch in Kombination mit einem langwirkenden bronchienerweiternden Medikament gibt. Vielleicht sprechen Sie das Thema einfach noch mal bei ihm an?! Mit freundlichen Grüßen Dr. Barczok

Lieber Dr. Barczok, erstmal herzlichen Dank für die Beantwortung meiner Frage vom 8.8. Nun hat sich bei mir noch etwas Anderes ergeben. Schon vor einiger Zeit habe ich festgestellt, dass der Besuch von Sonnenstudios bei mir Hustenanfälle und gelegentlich Atemnot auslöst. Ich hatte das auf das Desinfektionsspray zurückgeführt, welches dort zu Desinfektion der Liegen verwendet wird. Heute ist mir nun eine ähnliche Symptomatik in dem Labor, wo ich arbeite, aufgefallen - dort sprühen wir Ethanol zur Desinfektion. Kann man denn überhaupt mit Asthma-Beschwerden auf Ethanol-Dampf reagieren oder bilde ich mir das nur ein? Ich arbeite bereits seit drei Jahren dort und hatte damit bisher auch in Phasen, in denen es mir vom Asthma her schlecht ging, keine Probleme. Ich muss allerdings zugeben, dass ich mein Asthma zur Zeit nicht als völlig kontrolliert bezeichnen würden, und ich deswegen auch seit einer Woche wieder regelmäßig Cortison inhaliere (davor hatte ich auch ohne monatelang keine Beschwerden). 13.08.2014

Hallo, nun, ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die jetzigen Probleme mit einer verschlechterten Behandlungsphase zu tun haben. Es gibt zum einen echte allergische Reaktionen auf Alkohole, zum anderen (das ist die häufigere Variante) können aber auch der ausgeprägte Geruch und zusätzliche Kälteeffekte beim Verdunsten die Schleimhäute irritieren und zu Asthma Beschwerden führen, wenn die Schleimhaut vermehrt reizbar ist. Vor diesem Hintergrund ist sicher gut, wenn sie zurzeit wieder ein inhalatives Kortisonspray einsetzen. Mit freundlichen Grüßen Dr. Barczok

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